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Fussball

Erling Haaland fehlt dem BVB: Ein Vorgeschmack auf die nächste Saison?

Von SID / Stefan Zieglmayer
ERLING HAALAND

In Dortmund dreht sich dieser Tage wie so oft alles um Erling Haaland. Nicht nur, weil er gegen Sporting Lissabon in der Champions League voraussichtlich fehlen wird. Sondern weil der BVB auch langfristig einen Ersatz brauchen wird und die Suche nach einem Nachfolger schon beginnt.

Der Zauberstürmer braucht eine Wunderheilung. "Ich traue Erling Haaland viel zu", sagte Borussia Dortmunds Trainer Marco Rose am Montag und lächelte dabei recht gequält: "Aber bei ihm tut's noch richtig weh. Vielleicht hat er ja gut gegessen und gut geschlafen, dann geht es vielleicht doch noch schneller."

An menschlichen Maßstäben gemessen wird der unersetzliche norwegische Ein-Mann-Tornado jedoch auch in der Champions League gegen Sporting Lissabon am Dienstag (21 Uhr im LIVETICKER) ausfallen.

Die maladen Muskeln bremsen den wichtigsten Spieler aus, das Abschlusstraining verpasste er. Auch bei Marco Reus (Kapselreizung im Knie) "wird es eng", so Rose. Der Kapitän trainierte aber am Montagabend mit einem Tape über dem Knie.

Hans-Joachim Watzke hatte bereits für den Fall der Fälle vorgebaut. "Wir haben ja auch schon ohne Erling gewonnen, auch wenn er outstanding ist", sagte der BVB-Geschäftsführer am Sonntag im Sport1-Doppelpass. Outstanding, also: herausragend, etwas ganz Besonderes. Irgendwie nicht von dieser Welt.

Der BVB ist ohne Haaland nur die Hälfte wert. Das war erst wieder am Wochenende zu erleben, als auch noch der kongeniale Einleiter Reus fehlte und die Dortmunder bei Borussia Mönchengladbach (0:1) ihre erste Torchance in der Nachspielzeit bekamen. Mit Haaland ist das undenkbar.

Wie ersetzt der BVB Erling Haaland?

Voraussichtlich müssen die Offensiven der zweiten Garde nun den hohen Erwartungen gerecht werden. Der vermeintliche Königstransfer Donyell Malen jedoch wartet nach neun Einsätzen und fast 500 Minuten Spielzeit auf seinen ersten Scorerpunkt.

Youssoufa Moukoko (16), kann die Last selbstverständlich nicht alleine schultern. Er ist ebenfalls in dieser Saison torlos. "Er hat sich die Chance, von Beginn an zu spielen, absolut verdient. Wir brauchen alle Jungs im Kader", sagte Kehl.

Im Spiel gegen Gladbach stellte Rose die Grundordnung um. Der BVB agierte mit der Doppelspitze Malen/Moukoko. Dortmund fehlten in erster Linie Haalands Dynamik und seine ständigen Tiefenläufe.

"Natürlich hat uns gegen Mönchengladbach die nötige Torgefahr und Durchschlagskraft gefehlt", sagte Kehl dem kicker. Mit seinem dynamischen Duo sieht sich der BVB in der Lage, jede Mannschaft zu triezen. Ohne es ist er eher ein zahnloser Tiger.

Neun Bundesligaspiele verpasste Haaland erst, seit er für den BVB stürmt. In diesen Spielen holte die Borussia im Schnitt 0,28 Punkte weniger als mit ihm. Das klingt verkraftbar, sind aber auf eine Saison hochgerechnet immerhin fast zehn Punkte.

Die voraussichtliche BVB-Aufstellung gegen Sporting

Das ist von BVB-Gegner Sporting zu erwarten

Sporting ist allerdings auch keineswegs ein Gegner zum Fürchten. Trainer Ruben Amorim hat den Meistertitel zum Ziel und zur Grundlage aller weiteren Träume erklärt. Aktuell liegt Sporting in der portugiesischen Liga NOS nach sieben Spieltagen auf Platz drei, vier Punkte hinter Benfica. Bis auf den Patzer gegen den FC Famalicao (1:1) war es ein Liga-Start nach Maß.

In der Champions League allerdings gingen die Grün-Weißen im ersten Spiel bei Ajax mit 1:5 unter, am Dienstag fehlen zudem der am Fuß verletzte Top-Torschütze Pedro Goncalves (4 Saisontore in 5 Spielen) und Stamm-Innenverteidiger Goncalo Inacio (Knöchel).

Gerade der Goncalves-Ausfall tut Sporting weh. Mit 27 Scorerpunkten in 32 Ligaspielen war er DIE Entdeckung der vergangenen Saison. Im Juni feierte er gegen Spanien sein Nationalmannschaftsdebüt für die Portugiesen.

Besonders brisant: France Football berichtete im Sommer vom Interesse des BVB an Goncalves. Er wurde als möglicher Sancho-Nachfolger gehandelt, sein Vertrag (bis 2025) und die Ausstiegsklausel in Höhe von 60 Millionen Euro sprachen aber gegen einen Transfer.

Haalands Zukunft: BVB lässt sich nicht in die Karten gucken

Apropos Ausstiegsklausel: Die ist auch in Dortmund abseits des Platzes das heißeste Thema. Natürlich geht es um Haaland. Medienberichten zufolge ist eine Ausstiegsklausel in Haalands Vertrag verankert. Die Zahlen schwanken zwischen 75 und 90 Millionen Euro. Watzke wollte sich am Sonntag partout nicht entlocken lassen, ob es überhaupt eine für die kommende Saison gibt - und wie diese gegebenenfalls formuliert ist.

Ist keine Ablöse festgeschrieben, was unwahrscheinlich erscheint, wäre der 21-Jährige für Interessenten kaum noch zu bezahlen.

Der BVB lässt sich kein bisschen in die Karten gucken. "Es ist ja auch nicht wirklich entschieden, ob er denn im Sommer geht. Warten wir doch mal ab", sagte Watzke am Sonntag im Doppelpass. Der Schlüssel liege "nur bei Erling", er allein entscheide.

Dass sich der BVB auf einen möglichen Haaland-Abgang vorbereitet, ist völlig klar. Alles andere wäre höchst unprofessionell. Nach Sport1-Informationen sind rund 30 Scouts mit dieser Aufgabe beauftragt. 30 bis 40 Millionen Euro soll der BVB für einen Nachfolger ausgeben wollen. Ab dem Winter dürften die Gerüchte an Fahrt aufnehmen.

Haaland-Nachfolger: Diese Namen schwirren bereits herum

Schon jetzt werden erste Namen in den Ring geworfen:

  • Anthony Martial (25): Abgesehen von der wohl zu hohen Ablösesumme - Manchester United würde laut Sport1 50 bis 55 Millionen Euro für Martial aufrufen - wären auch Martials mögliche Gehaltsforderungen ein Problem für den BVB. Laut Spotrac verdient der Franzose bei United aktuell 15,2 Millionen Euro pro Jahr. Damit wäre er in Dortmund auf Anhieb Bestverdiener.
  • Reyes Cleary (17): Die Daily Mail berichtet zudem von einem Interesse an Reyes Cleary von West Bromwich Albion, ein 17 Jahre altes Stürmertalent, der mit dem Spielertyp Romelu Lukaku verglichen wird. Der Youngster hat bisher allerdings keinerlei Premier-League-Erfahrung. Der BVB wird nicht so blauäugig sein, alle Hoffnungen in diese Wundertüte zu stecken.
  • Kasper Dolberg (23): Ihn nennt Sport1 als Kandidat. Dolberg galt vor ein paar Jahren noch als Riesentalent des niederländischen Fußballs. Seine Torausbeute bei Ajax und nun in Nizza ist solide. Aber: Ob der BVB einen Stürmer verpflichtet, der nur alle 227 Minuten trifft? Es wäre ein Transfer mit großem Vertrauensvorschuss.
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