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Fussball

Lucas Hernandez beim FC Bayern München: Ankunft zur rechten Zeit

Lucas Hernandez zeigte eine starke Leistung gegen den BVB.

Wie im europäischen Supercup gegen den FC Sevilla überzeugt Lucas Hernandez auch im deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund. Hansi Flick hat nach dem 3:2 ein Sonderlob für den Franzosen parat, der nach seiner von vielen Tiefen geprägten Premierensaison beim FC Bayern merklich aufblüht.

Nicht wenige Fußballfachsimpler pflegen zu behaupten, die Leistung eines Spielers werde maßgeblich durch dessen erste Aktion beeinflusst. Eine schlechte erste Aktion, etwa ein vom Gegner eiskalt bestrafter Ballverlust, könne schnell zur mentalen Belastung werden. Eine gute erste Aktion hingegen, etwa ein gewonnener Zweikampf in der eigenen Gefahrenzone, könne beflügeln.

Sollte in dieser These denn tatsächlich ein Stückchen Wahrheit stecken, so verwundert es nicht, dass sich Lucas Hernandez am Mittwochabend neben Siegtorschütze Joshua Kimmich zu den stärksten Spielern beim Supercup-Triumph des FC Bayern aufschwang. Es lief gerade die 4. Minute, da stibitzte der Abwehrspieler dem im Sechzehner zum Schuss ausholenden Erling Haaland den Ball vom Fuß.

Ohne Hernandez' Rettungsaktion wäre der Dortmunder Angreifer zum Abschluss gekommen - und möglicherweise zum frühen Torerfolg. "Klasse, Lucas", brüllte Thomas Müller, der die Aktion aus etwa 20 Metern Entfernung beobachtet hatte, während Javi Martinez seinem Kumpel mit einem anerkennenden "Bien" auf die Schulter klopfte.

Es sollte nicht das einzige Kompliment für Hernandez bleiben, auch wenn er beim zwischenzeitlichen 1:2 durch Julian Brandt eine gewisse Mitschuld hatte. Dafür war er über weite Strecken der 90 Minuten einfach zu präsent, zu bissig, zu wichtig für die Münchner. Und obendrein zu nervig für die Dortmunder, die sich bei Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus mehr als nur einmal über die bisweilen am Rande des Erlaubten geführten Zweikämpfe des Franzosen beklagten.

Flickt lobt "absoluten Fighter" Hernandez: "Tut uns gut"

"Lucas ist ein absoluter Fighter und tut uns gerade in solchen Spielen sehr gut. Er hat auch eine gewisse Härte, die es in solchen Spielen braucht", lobte Hansi Flick den Linksfuß nach dem Schlusspfiff. Der Eindruck des Bayern-Trainers täuschte nicht: Nach Angaben der Statistikexperten von Opta gewann der in Abwesenheit des angeschlagenen David Alaba in der Innenverteidigung eingesetzte Hernandez 83 Prozent seiner Zweikämpfe und verbuchte mit zehn Balleroberungen die meisten aufseiten des FCB.

Die darüber hinaus für einen Innenverteidiger überdurchschnittlich gute Passquote von 86 Prozent rundete seine gelungene Leistung ab. Nicht die erste in dieser Saison, hatte Hernandez doch schon in der vergangenen Woche beim europäischen Supercup gegen den FC Sevilla in Budapest (2:1) überzeugt - allerdings als Linksverteidiger, weil Flick der Meinung gewesen war, der 24-Jährige sei besser im Rhythmus als Alphonso Davies.

Für den 2019 für 80 Millionen Euro von Atletico Madrid verpflichteten Weltmeister war jener Vorzug vor Shootingstar Davies ein wichtiges Zeichen nach einer schwierigen ersten Saison in München, die von Verletzungen und Formschwankungen geprägt gewesen war. Eine Saison, die ihn unzufrieden und nachdenklich gemacht hatte. Hernandez kündigte während der Länderspielreise Anfang September nicht grundlos an, er werde über einen Tapetenwechsel nachdenken, wenn sich an seinem Status als sporadische Einsatzkraft nichts ändere.

FC Bayern: Warum Hernandez eine wichtigere Rolle winkt

"Er hatte nicht diese Spiele, die er jetzt bekommt", sagte Flick nach dem Duell mit dem BVB. Hernandez habe ihm über viele Wochen hinweg mit ansprechenden Leistungen im Training signalisiert, bereit zu sein. "Ich bin zufrieden mit ihm und ich denke, er ist angekommen."

Für die Bayern genau zur rechten Zeit. Denn die Defensive, speziell die Innenverteidigung, hinkt noch merklich ihrer Form aus der Triple-Spielzeit hinterher: Niklas Süle ist nach seiner langen Verletzung noch nicht so fit und belastbar wie zuvor, Jerome Boateng kann mit seinen 32 Jahren und seiner Verletzungshistorie auch nicht mehr jedes Spiel von Anfang an bestreiten und David Alaba hat scheinbar nicht nur mit muskulären Problemen zu kämpfen, sondern auch mit den Querelen rund um seine noch immer nicht vollzogene Vertragsverlängerung.

Gerade die körperliche Robustheit eines Hernandez steht den Bayern gut zu Gesicht. Wie gut, das zeigte übrigens nicht nur die Partie gegen den BVB. Beim 1:4 gegen die TSG Hoffenheim am vergangenen Sonntag, der bislang höchsten Niederlage in der Ära Flick, saß der Franzose 90 Minuten lang auf der Bank. Mit seiner Kampfeslust hätte er womöglich den einen oder anderen Gegentreffer verhindern können.

Lucas Hernandez im Steckbrief

geboren14. Februar 1996 in Marseille (Frankreich)
Größe1,82 m
Gewicht76 kg
PositionInnenverteidiger, linker Verteidiger
starker Fußlinks
StationenRayo Majadahonda Jugend, Atletico Madrid Jugend, Atletico Madrid, FC Bayern
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