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RB Leipzig - FC Bayern München 0:1: Mit brutaler Effizienz zur Vorentscheidung im Titelkampf - Goretzkas Tor reicht FCB

RB Leipzig, FC Bayern München

Mit brutaler Effizienz zum Triumph im Spitzenspiel - und zur 31. Meisterschaft? Der FC Bayern hat das Topspiel beim Tabellenzweiten RB Leipzig dank eines Treffers von Leon Goretzka mit 1:0 (1:0) für sich entschieden und seinen Vorsprung an der Bundesliga-Spitze auf sieben Punkte ausgebaut. Die Sachsen belohnten sich nicht für eine starke zweite Halbzeit. (Hier geht es zu den Spiel-Highlights)

"Wir waren in meinen Augen heute eher besser als der Gegner", haderte RB-Coach Julian Nagelsmann bei Sky mit dem Ergebnis.

Leipzigs Kapitän Marcel Sabitzer zeigte sich ebenfalls enttäuscht: "Wir haben es vor allem in der zweiten Halbzeit gut gemacht, sind gut ins letzte Drittel gekommen, haben uns Chancen erspielt. Aber es hat der Punch gefehlt."

Auf der Gegenseite sprach Manuel Neuer von einem "wichtigen Schritt in Richtung Meisterschaft". Der Bayern-Kapitän: "Wir wollen uns das jetzt nicht mehr nehmen lassen."

RB Leipzig - FC Bayern München: Die Stimmen zum Spiel

Hansi Flick (Trainer FC Bayern): "Es war ein Spitzenspiel und Leipzig hat gezeigt, warum sie zurecht da vorne stehen. Die ersten Minuten waren sie ganz klar am Drücker. Wir haben ein bisschen gebraucht und waren nicht ganz so mutig im Ballbesitz. Aber dann sind wir gut ins Spiel gekommen und haben das Tor gemacht. Leipzig hat das gut gemacht und uns einige Probleme bereitet, aber trotzdem, die Moral und Mentalität meiner Mannschaft ist einfach hervorragend."

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Wir hatten mehrfach die Situation angesprochen, dass viele tiefe Läufe aus dem Mittelfeld kommen, den haben wir einmal nicht begleitet. Dann ist der Unterschied am Ende des Tages, dass Goretzka den macht. Wir haben trotzdem ein gutes Spiel gemacht und Bayern phasenweise hinten reingedrückt. Wir hatten Riesen-Chancen, haben nur leider jedes Mal vorbeigeschossen. Das ist am Ende die Situation, die wir schon die ganze Saison über haben, wir haben 31 Tore weniger, das kommt nicht von Ungefähr. Wir müssen daran arbeiten, dass wir die Chancen, die wir uns erspielen, kaltschnäuziger verwerten."

Leon Goretzka (Torschütze FC Bayern): "Man hat schon auch gesehen, dass ein paar Kräfte gefehlt haben zum Ende hin, dann musst du es auch verstehen, in der eigenen Hälfte zu verteidigen. Das ist die Mentalität, die du brauchst, um solche Spiele gewinnen zu können."

Willi Orban (Abwehrspieler RB Leipzig): "Es war deutlich mehr drin. Wir haben gute Situationen herausgespielt, aber das Tor hat gefehlt. Es ist bitter. Die Meisterschaft ist so gut wie abgehakt, das ist natürlich klar."

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB Leipzig): "Es sind noch sieben Spiele und der FC Bayern ist sieben Punkte vorne, wenn man das realistisch betrachtet und die Klasse des FC Bayern einordnen kann, dann brauchen wir jetzt hier nicht von der Meisterschaft sprechen, das war auch nicht unser Ziel. Nichtsdestotrotz hätten wir gerne gewonnen."

RB Leipzig - FC Bayern München: Die Analyse

Nagelsmann nahm gegenüber dem 1:0-Sieg in Bielefeld vor zwei Wochen zwei Startelf-Wechsel vor: Für Halstenberg (Corona-Quarantäne) und Kampl (Gelbsperre) begannen Upamecano und Mukiele.

Aufseiten des FCB ersetzte Flick die gesperrten Boateng und Davies erwartungsgemäß durch Süle und Hernandez, für den wohl vier Wochen verletzten Torjäger Lewandowski startete Choupo-Moting. Dafür saß Gnabry nach 286 Nationalmannschaftsminuten zunächst auf der Bank.

"Choupo hat 14 Tage Zeit gehabt, um Kräfte zu sammeln. Er hat gut trainiert und ist in Form, er hat es sich verdient zu spielen", erklärte Flick im Vorfeld der Partie. Der 32-Jährige rechtfertigte das Vertrauen, machte viele Bälle fest und ließ sie schnell abtropfen oder verteilte sie auf die Flügelstürmer Coman (links) und Sane (rechts).

Das war auch nötig, weil die zunächst ohne echten Neuner angetretenen Leipziger durch Forsberg und Olmo ein stetiges Übergewicht im Zentrum hatten und die Bayern den Weg über die Außen suchen mussten, um zu gefährlichen Aktionen zu kommen. Davon gab es aber nicht viele, weil das Leipziger Pressing hervorragend funktionierte und die Münchner vorerst damit beschäftigt waren, in ihre eigenen Hälfte für Stabilität und Struktur zu sorgen.

38 Minuten vergingen bis zur ersten nennenswerten Chance der Gäste. Diese war jedoch umgehend von Erfolg gekrönt. Kimmich spielte einen wunderbaren Pass in den Lauf von Müller, der an der rechten Strafraumkante den Überblick behielt und zu Goretzka zurücklegte, der den Ball wuchtig aus rund zwölf Metern in die Maschen drosch.

Von den Hausherren, so gut sie über weite Strecken auch gegen das Spielgerät arbeiteten, ging offensiv sehr wenig Gefahr aus. Neuer musste in der ersten Hälfte nicht einmal eingreifen. Nagelsmann brachte zur Pause trotzdem keinen Mittelstürmer. Stattdessen kam Kluivert für Forsberg, der sich auf den rechten Flügel orientierte. Dadurch rückte Nkunku ins Angriffszentrum, um mit Olmo zu pendeln. Eine Umstellung, die der Nagelsmann-Elf guttat. Sie verteidigte jetzt noch ein Stückchen höher, riss das Spielgeschehen an sich.

Allein in der ersten Viertelstunde nach dem Seitenwechsel schossen die Gastgeber sechsmal aufs Tor. Die guten Möglichkeiten von Nkunku (49.), Olmo (51., 53.) und Sabitzer (56., 59.) blieben allerdings ungenutzt. Daraufhin stabilisierten sich die Münchner wieder und verteidigten besser. Auch mit der Brechstange - Nagelsmann brachte eine gute Viertelstunde vor dem Ende Poulsen und Sörloth - klappte es nicht. Und so entschied der Rekordmeister diesen munteren und intensiven Schlagabtausch dank seiner brutalen Effizienz für sich.

RB Leipzig - FC Bayern München: Die Aufstellungen

Leipzig: Gulacsi - Mukiele, Orban, Upamecano, Klostermann - Nkunku, Sabitzer, Adams (82. Hwang), Haidara (74. Poulsen, 88. Konate) - Dani Olmo (74. Sörloth), Forsberg (46. Kluivert)

Bayern: Neuer - Pavard, Süle, Alaba, Hernandez - Kimmich, Goretzka (72. Musiala) - Sane (81. Martinez), Müller, Coman (72. Gnabry) - Choupo-Moting

RB Leipzig - FC Bayern München: Die Daten des Spiels

  • Tore: 0:1 Goretzka (38.)

  • Der FC Bayern traf im 62. Pflichtspiel in Folge - ein neuer Rekord für ein deutsches Profi-Team seit Einführung der Bundesliga 1963. Letztmals hatten die Münchner nicht am 9. Februar 2020 beim 0:0 gegen Leipzig getroffen.
  • Es war Alabas 274. BL-Spiel für die Bayern - der Österreicher überholte damit Franck Ribery und ist damit "Rekord-Ausländer" der Münchner.
  • Wie im Hinspiel standen sechs Franzosen bei beiden Teams in der Startelf - in keinem anderen BL-Spiel der Geschichte war dies zuvor der Fall.

Der Star des Spiels: Leon Goretzka (FC Bayern München)

Traumhafter Abschluss, der dem FCB drei Punkte bescherte. Abgesehen davon wieder einmal sehr wichtig und präsent als Balljäger und Antreiber im Zentrum.

Der Flop des Spiels: Emil Forsberg (RB Leipzig)

Fand in Durchgang eins überhaupt nicht statt, hatte mit nur 19 Ballaktionen weniger als RB-Keeper Gulacsi (22). Wurde folgerichtig schon zur Pause ausgewechselt.

Der Schiedsrichter: Daniel Siebert

Stand vor dem Anpfiff im Mittelpunkt, als er Neuers beschädigtes Tornetz in aller Ruhe und Gründlichkeit flicken ließ. Die Partie an sich leitete der 36-jährige Berliner überwiegend souverän - gerade vor dem Hintergrund, dass so viel Feuer und Körpereinsatz drin waren. Die Gelben Karten für Mukiele (26.), Kimmich (33.), Sabitzer (37.) und Upamecano (81.) gingen allesamt in Ordnung.

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