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FC Bayern - Union Berlin 2:1: Lewy-Rekord und zwei Elfer! FCB würgt sich zum Sieg

Der FC Bayern München hat sich nach zwei sieglosen Bundesliga-Spielen rehabilitiert und vorübergehend die Tabellenspitze erklommen.

Der FC Bayern München hat sich nach zwei sieglosen Bundesliga-Spielen rehabilitiert und vorübergehend die Tabellenspitze erklommen. Beim 2:1 (1:0) gegen Union Berlin wusste die Mannschaft von Niko Kovac über weite Teile aber spielerisch wieder nicht zu überzeugen. Robert Lewandowski stellte einen Rekord auf.

Nach dem nächsten mühsamen Auftritt des deutschen Rekordmeisters gingen die Analysen der Protagonisten sehr weit auseinander. Auf der einen Seite war da Trainer Niko Kovac, der betonte, mit der Leistung seiner Mannschaft "zufrieden" zu sein. Er wisse zwar, dass "wir es noch besser machen können", allerdings habe seine Mannschaft aus dem Spiel heraus "so gut wie nichts zugelassen".

Auf der anderen Seite der Analysten stand Philippe Coutinho. "Wir sind weit von unserem Toplevel entfernt. Auch heute hat jeder gesehen, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben", sagte der Mittelfeld-Star.

Selbstkritik war durchaus angebracht. Während die neu formierte Viererkette der Bayern bis auf zwei verursachte Elfmeter stabil stand, lief offensiv nur wenig zusammen. Erst mit dem 2:0 durch Robert Lewandowski, der damit einen Bundesligarekord aufstellte und auch im neunten Spiel in Folge traf, kehrte ein wenig mehr Sicherheit und Selbstvertrauen ins Bayern-Spiel zurück.

Weil Benjamin Pavard Sebastian Polter kurz vor Schluss im Sechzehner fällte und die Offensive um den eingewechselten Serge Gnabry zuvor einige Hochkaräter liegen ließen, musste der Favorit jedoch auch gegen den Aufsteiger aus Berlin bis zum Schlusspfiff um die drei Punkte zittern.

FC Bayern gegen Union Berlin: Die Stimmen zum Spiel

Niko Kovac: "Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zufrieden. Aus dem Spiel heraus haben wir so gut wie nichts zugelassen. Vorne haben wir dann leider einige Hochkaräter liegen lassen. Ich weiß, dass wir es noch besser machen können."

Philippe Coutinho (FC Bayern München): "Wir sind weit von unserem Toplevel entfernt. Auch heute hat jeder gesehen, dass wir kein gutes Spiel gemacht haben. Uns allen ist klar, dass wir besser werden müssen."

Uli Hoeneß (Präsident des FC Bayern): "Ich schaue mir nur die Tabelle an."

Thomas Müller (FC Bayern München) zu seiner Zukunft: "Die Fragen sind okay. Ich habe einmal auf die ganze Geschichte reagiert in einem relativen kurzen und knappen Interview. Wie ich schon in Piräus gesagt habe, ich versuche erstmal, mich auf das Sportliche zu konzentrieren. Weiteres gibt es dazu nicht zu sagen. Ich habe gehört, ab Montag wird das Wetter anders. Das heißt, die Luftveränderung habe ich auch hier. Deshalb halten wir da schön den Ball flach. Ich habe dazu alles gesagt."

Robert Lewandowski (Torschütze FC Bayern München):"Ich versuche, mein Bestes zu geben, mein bestes Spiel zu zeigen. Ich versuche, weiter so zu spielen. Wenn es mit einem Tor geht, dann geht es mit dem Tor. Es gibt noch viele Spiele in dieser Saison. Man muss die ganze Saison in Form sein. Ich denke nicht daran, wie viele Tore ich bislang geschossen habe. Ich versuche, drei Punkte zu holen. Ich fokussiere mich nicht auf solche Sachen."

FC Bayern gegen Union Berlin: Die Analyse

Kovac veränderte seine Elf gegenüber dem 3:2 in Piräus auf vier Positionen: Boateng, Davies, Coman und Perisic ersetzten Hernandez (verletzt), Martinez (angeschlagen), Gnabry und Alaba (beide Bank). Die Münchner agierten in einem sehr offensiven 4-3-3 mit Thiago als alleinigem Sechser und dem Duo Müller-Coutinho auf den Achter-Positionen.

Bei den Gästen aus Berlin begannen im Vergleich zum 2:0 gegen Freiburg Subotic und Felix Kroos anstelle von Schlotterbeck und Parensen. Taktisch präsentierte sich der Aufsteiger überwiegend in einem 4-5-1 mit Andersson an vorderster Fronst. Die Vorgabe von Union-Coach Fischer lautete aber nicht, sich in der eigenen Hälfte zu verschanzen. Die Eisernen liefen den Münchner Defensivverbund in Durchgang eins überraschend früh an und versuchten das Spiel nach Ballgewinn schnell zu machen.

Anders als in den vergangenen Wochen war die neu formierte Kovac-Viererkette aber von Anfang an auf der Hut und bekam die nötige Unterstützung des aggressiven Thiago. Neuer musste in der ersten Hälfte keinen einzigen Schuss parieren. Allerdings offenbarten die Hausherren einmal mehr Schwächen im Spiel mit dem Ball. Besonders auffällig: Die Münchner Außenspieler Coman und Perisic kamen kaum zur Entfaltung, weil sie konsequent von zwei oder drei Berlinern beackert wurden.

Wenn etwas ging, dann wie beim frühen 1:0 durch Pavard durchs Zentrum, als der Franzose von einem schwachen Klärungsversuch des Berliner Schlussmanns Gikiewicz profitierte und per sehenswertem Dropkick vom mittleren Strafraumrand aus ins Netz traf. Auch das 2:0 durch Lewandowski acht Minuten nach Wiederanpfiff wurde erst durch einen individuellen Fehler der Hausherren ermöglicht. Friedrich versäumte es, den Ball nach einem Pass von Davies auf Polen kompromisslos zu klären. Stattdessen verlor er das Duell mit Lewandowski, der plötzlich frei vor Gikiewicz auftauchte und es sich nicht nehmen ließ, auch im neunten Liga-Spiel in Serie zu treffen und damit einen neuen Rekord aufzustellen.

Jener Treffer gab der Kovac-Elf mehr Sicherheit und Selbstvertrauen. Sie erspielte sich vor allem durch den für Coman eingewechselten Gnabry weitere Großchancen, musste am Ende aber noch mal zittern, weil Pavard Polter im Strafraum fällte (86.). Neuer blieb gegen den Gefoulten machtlos, nachdem er eine knappe halbe Stunde zuvor noch einen Handelfmeter von Andersson in Weltklasse-Manier pariert hatte.

Die Daten des Spiels FC Bayern gegen Union Berlin

  • Tore: 1:0 Pavard (13.), 2:0 Lewandowski (53.), 2:1 Polter (86.)
  • Lewandowski avancierte mit seinem Treffer zum ersten Bundesliga-Spieler der Geschichte, der in den ersten neun Spielen stets traf.
  • Für Neuer war es der 249. Bundesliga-Sieg. Damit zog der Bayern-Keeper mit Lothar Matthäus und Sepp Maier auf Platz vier im ewigen Bundesliga-Ranking gleich. Rang drei belegt aktuell Philipp Lahm (250 Siege).
  • Pavard erzielte zwei Tore in seinen letzten sieben Bundesliga-Spielen, eins mehr als in seinen ersten 65.

Der Star des Spiels: Manuel Neuer (FC Bayern)

In der ersten Halbzeit komplett beschäftigungslos, hielt der Kapitän seinem Team das zwischenzeitliche 2:0 fest, indem er einen Elfmeter von Andersson in Weltklasse-Manier parierte und damit am Ende den Arbeitssieg sicherte. Ebenfalls stark: Rekordmann Lewandowski und Thiago, der als alleiniger Sechser gut mit nach hinten arbeitete und gemeinsam mit Boateng die beste Zweikampfquote aufseiten des FCB aufwies (66,7 Prozent).

Der Flop des Spiels: Rafael Gikiewicz (Union Berlin)

Versäumte es, den Ball vor der Bayern-Führung durch Pavard seitlich abzuwehren und servierte dem Franzosen so den Ball auf dem Silbertablett. Machte insgesamt keinen sicheren Eindruck - vor allem bei hohen Bällen. Enttäuschend beim Rekordmeister: Coutinho, dem das aggressive Auftreten der Gäste merklich zusetzte, sowie der komplett blasse Perisic.

Der Schiedsrichter: Marco Fritz

Souveräne Vorstellung des 42 Jahre alten Bankkaufmanns aus Korb. Gab Andrich nach einem harten Einsteigen gegen Thiago zurecht die Gelbe Karte (17.). Entschied nach einem unglücklichen Handspiel von Perisic mithilfe seines Videoassistenten auf Strafstoß für Union (57.) - eine harte, aber regelkonforme Entscheidung. Ahndete zudem das Foul von Pavard an Polter zurecht mit einem Elfmeter (86.).

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