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Fussball

Vor Spiel gegen BVB: Nagelsmann hat Ärger mit der Feuerwehr

Von Thomas Lehmitz
Julian Nagelsmann wurde von der Feuerwehr kritisiert.

Unmittelbar vor dem womöglich meisterschaftsbringenden Speil des FC Bayern München gegen den BVB hat FCB-Trainer Julian Nagelsmann Stellung bezogen zur Kritik des Bayerischen Landesfeuerwehrverbands an ihm und seinen unter der Woche getätigten Äußerungen.

"Wieso sollte ich die Feuerwehr diskreditieren? Mir ging es bei dem Vergleich um die Freiwilligkeit. Dass man bei der Freiwilligen Feuerwehr natürlich auch performen muss, ist klar. Ich bin der Letzte, der ein Ehrenamt oder die Feuerwehr diskreditieren würde und bin überrascht, dass Leute denken, dass ich das so gemeint haben könnte. Ich bin dankbar, dass die sehr vielen freiwilligen Feuerwehrleute diesen Job machen", sagte Nagelsmann bei Sky.

Zuvor hatte der Vorsitzende des Landesfeuerwehrverbandes Bayern, Johann Eitzenberger, Nagelsmanns Aussagen des Bayern-Trainers Julian Nagelsmann bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den BVB zur Motivationslage seiner Mannschaft kritisiert.

"Wir sind bestürzt über die Äußerung, weil sie das Engagement unser Retter diskreditiert", sagte Eitzenberger der Bild. "Wir laden Herrn Nagelsmann gerne ein, sich mal eine Wache der Freiwilligen Feuerwehr in Bayern anzuschauen, um mögliche Missverständnis auszuräumen."

Bei der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Borussia Dortmund war Nagelsmann gefragt worden, ob sich die Spieler im Falle eines vorzeitigen Titelgewinns zurücklehnen würden. "Das ist ja auch unser Beruf. Wir sind ja nicht ehrenamtlich unterwegs. Wir können uns nicht entscheiden. Wir haben Bock zu haben! Wir sind nicht bei der Freiwilligen Feuerwehr Südgiesing, sondern beim FC Bayern München. Und da geht's drum, dass man in jedem Spiel versucht, eine ordentliche Leistung abzuliefern", erwiderte Nagelsmann.

Feuerwehr-Vergleich: Funktionäre reagieren bestürzt

Bei Eitzenberger kamen die Worte nicht gut an. "In Bayern leisten 320 000 Freiwillige Feuerwehrleute 24 Stunden täglich mit einem Stundenlohn von 0,00 Euro ihren Einsatzdienst. Sie haben alle 2,5 Minuten einen Einsatz", sagte er.

Auch der Ex-Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes Hartmut Ziebs hat auf die Nagelsmann-Aussage reagiert.

"Im Gegensatz zu hoch bezahlten Fußballprofis, haben die Feuerwehrleute im Einsatz nur eine Chance, um Menschenleben zu retten. Für uns gibt es kein Rückspiel. Die mehr als eine Million ehrenamtlichen Feuerwehrleute in Deutschland liefern täglich unbezahlt eine Höchstleistung ab", konterte Ziebs bei der Bild.

"Daher sollte Herr Nagelsmann überdenken, ob er mit dem Spirit der Freiwilligen Feuerwehrleute seine Spieler besser motivieren kann. Seine Aussage, der FC Bayern sei nicht die Freiwillige Feuerwehr von Südgiesing, disqualifiziert den Profi-Fußball. Erst denken, dann reden", riet Ziebs dem Bayern-Trainer noch.

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