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Fussball

Die Causa Niklas Süle beim FC Bayern: Warum er nach England wollte, wie es mit ihm weitergeht

Niklas Süle wechselte 2017 von der TSG Hoffenheim zum FC Bayern.

Die im Zuge eines Beraterstreits geleakten Chat-Verläufe von Niklas Süle mit einem Vermittler aus den Jahren 2018 und 2019 sorgen für Wirbel. Warum wollte der Abwehrspieler den FC Bayern unbedingt in Richtung England verlassen? Und wie sind die ausgetauschten Nachrichten vor dem Hintergrund zu bewerten, dass sein Vertrag nächstes Jahr ausläuft? Eine Einordnung.

Ab auf die Insel. Am liebsten zu Manchester United. Oder zu Tottenham Hotspur. Zur Not auch zum FC Arsenal. Hauptsache weg aus München.

Die am Freitag vom Spiegel publizierten WhatsApp-Nachrichten, die Niklas Süle mit dem Berater Murat Lokurlu austauschte, riefen bei einigen Fans des Rekordmeisters Unverständnis und Empörung hervor.

Süle selbst ließ sich den Wirbel beim 3:1-Auswärtssieg in Fürth nicht anmerken, legte eine konzentrierte und abgeklärte Vorstellung im Abwehrzentrum des FCB hin.

Warum auch nicht? Für ihn ist das Thema, so sehr es auch für Diskussionsstoff sorgen mag, Schnee von gestern. Nach Informationen von SPOX und Goal spielte er damals in erster Linie wegen Ex-Trainer Niko Kovac mit dem Gedanken, den FC Bayern zu verlassen.

FC Bayern: Nicht nur Süle unter Kovac unzufrieden

Obwohl er unter Kovac bis zu seiner schweren Kreuzbandverletzung im Oktober 2019 regelmäßig zum Einsatz kam, fühlte er sich - ähnlich wie noch gestandenere Akteure wie Thomas Müller, Jerome Boateng oder Joshua Kimmich - schlichtweg nicht wohl unter dem heutigen Coach der AS Monaco. Und dass ihn die Premier League reize, daraus machte er auch im Interview mit SPOX und Goal Ende September 2019 - also wenige Tage vor einem seiner WhatsApp-Austausche mit Vermittler Lokurlu - keinen Hehl.

Zwei Jahre später muss Süles damaliger Wechsel-Wunsch freilich differenziert betrachtet werden. Süle schließt zwar allein aufgrund seiner vertraglichen Situation - er ist nur noch bis zum 30. Juni 2022 an den Rekordmeister gebunden - eine neue Herausforderung nicht aus. Der entscheidende Unterschied: Er fühlt sich mittlerweile beim FCB gut aufgehoben, was auch an Trainer Julian Nagelsmann liegt, mit dem er schon bei der TSG Hoffenheim sehr gerne zusammenarbeitete.

Süle-Verbleib beim FC Bayern weiterhin möglich

Ein Verbleib über die laufende Saison hinaus ist de facto weiterhin möglich - auch, weil Nagelsmann selbst große Stücke auf Süle hält.

Der Nationalspieler, seit 2017 beim FCB, gehöre "ins europäische Top-Regal", das habe man auch gegen Fürth "in dem einen oder anderen Moment" gesehen, sagte der Bayern-Trainer nach dem fünften Sieg im sechsten Bundesliga-Spiel zu SPOX und Goal. Die WhatsApp-Nachrichten? Seien intern kein großes Thema gewesen.

"Ich habe das nicht in meine Überlegungen miteinbezogen, ob ich ihn spielen lasse oder nicht", stellte Nagelsmann klar. "Ich kenne Niki seit Jahren, er hat unglaubliche Qualitäten und viel Potenzial. Das versuchen wir jeden Tag aus ihm herauszukitzeln." Sein Fazit: Süle sei, wenngleich er noch "Entwicklungsschritte" gehen müsse, auf dem richtigen Weg. Und Nagelsmann sieht ihn neben Dayot Upamecano und Lucas Hernandez als wichtigen Bestandteil für seine Innenverteidigung.

Klar ist daher auch: Für den Fall, dass die derzeit auf Eis gelegten Vertragsverhandlungen nicht in einer Verlängerung münden, schauen sich die Verantwortlichen des FC Bayern nach Alternativen zu Süle um.

Als Alternative zu Süle: FCB hat Rüdiger im Blick

Chelseas Abwehrchef Antonio Rüdiger, der sich ebenso wie Süle in seinem letzten Vertragsjahr befindet, ist nach Informationen von SPOX und Goal eine davon. Bisher haben die Münchner der Rüdiger-Seite jedoch keine ernsthaften Absichten signalisiert, einen ablösefreien Transfer im kommenden Sommer über die Bühne zu bringen.

Ein Indiz dafür, dass die Akte Süle für die Kaderplaner um Hasan Salihamidzic noch längst nicht geschlossen ist. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass Süle derzeit einen öffentlichen Beraterstreit ausbaden muss. Auch wenn ihn das selbst nicht sonderlich interessiert.

 

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