Cookie-Einstellungen
Fussball

Drei Thesen zum Sieg des FC Bayern in Fürth: Wie der nervige Klassenbeste

Benjamin Pavard flog in Fürth vom Platz.

Nicht zufrieden mit einem Sieg, der in die Kategorie "Grundsolide" gehört: Der FC Bayern ist schon wieder Mentalitätsmeister. Auch deshalb muss sich der von Julian Nagelsmann kritisierte Rotsünder Benjamin Pavard in nächster Zeit warm anziehen. Drei Thesen zum 3:1 des Rekordmeisters in Fürth.

1. FC Perfektionismus: Bayern schon wieder Mentalitätsmeister

Der FC Bayern ist schon wieder Mentalitätsmeister. Denn obwohl es zwar "keine Glanzleistung" (Joshua Kimmich), jedoch ein grundsolider Auftritt des Rekordmeisters im Sportpark Ronhof war und die Fürther auch nach dem Platzverweis von Benjamin Pavard in der 48. Minute kein Oberwasser bekamen, sparten die Gäste im Anschluss an die Partie nicht mit Selbstkritik.

Während sich Trainer Julian Nagelsmann etwa sichtlich angesäuert ob des Gegentreffers durch Cedric Itten in Minute 88 zeigte, monierte Thomas Müller am DAZN-Mikrofon die eine oder andere Unkonzentriertheit im letzten Drittel. "Wenn man uns spielen sieht, sieht das teilweise schon ganz gut aus. Wobei ich auch sagen muss, wir haben zwar wieder drei Tore geschossen, aber in der ersten Halbzeit haben wir im Zwischenraum zu wenig draus gemacht. Im Raum vor der Box hatten wir schlechte Kontakte und haben zwei super Konterchancen verdaddelt. Das ist dann ärgerlich", sagte der Torschütze zum 1:0.

Sein Fazit: "Wir kommen gut in die Zwischenräume, sind aber dann manchmal zu schlampig und haben noch die falschen Positionen. Das ist Meckern auf hohem Niveau, aber wenn uns die Gegner solche Räume anbieten, dann müssen wir sie besser nutzen."

Perfektionistische Aussagen, die wie die eines nervigen Klassenbesten klingen, der in Tränen ausbricht, wenn er eine Zwei statt eine Eins schreibt. Zur Erinnerung: Die Bayern stehen nach sechs Spielen bei fünf Siegen und einem Torverhältnis von 23:5. Der Tabellenzweite VfL Wolfsburg hat 18 Treffer weniger auf seinem Konto.

2. Rotsünder Pavard muss um seinen Stammplatz bangen

Angetrieben vom perfekten Spiel, ärgerte sich der Tross des FC Bayern selbstverständlich auch über Pavards glattrote Karte kurz nach dem Seitenwechsel. Nagelsmann pflichtete, obwohl Pavard mit seiner Grätsche gegen Ex-Bayer Julian Green keine Notbremse beging, der auf den ersten Blick harten Entscheidung von Schiedsrichter Robert Schröder bei.

"Ich finde auch, dass es eine Rote Karte war", sagte Nagelsmann und übte deutliche Kritik am Übeltäter: "Das ging auf die Achillessehne. Das ist keine gute Zone, um zu grätschen. Die Grätsche war auch nicht unbedingt notwendig. Ich glaube, das können wir auch noch so verteidigen."

Der 25 Jahre alte Franzose muss nun mit einer Sperre von bis zu drei Spielen rechnen. Eigengewächs Josip Stanisic (21) dürfte nun wieder die Chance hinten rechts bekommen. Auch Innenverteidiger Niklas Süle (26) könnte zur Not auf dieser Position spielen. Und Bouna Sarr (29) zeigte laut Nagelsmann zuletzt immerhin gute Leistungen im Training.

Keiner der genannten Spieler, schon gar nicht Stanisic, machte es gerade offensiv zuletzt bedeutend schlechter als Pavard. Der Ex-Stutttgarter wird sich nach seiner Rückkehr ranhalten müssen, wenn er seinen Stammplatz behalten will. Aktionen wie die Grätsche gegen Green helfen ihm nicht, sein internes Standing zu verbessern.

3. Unverzichtbar: Auf Davies ist auch weiter vorne Verlass

Während es auf der rechten Pavard-Seite häufig an Tempo und Durchschlagskraft im Spiel nach vorne mangelt, geht links die Post ab - Alphonso Davies sei Dank. Auch in Fürth liefen die meisten Angriffe über die Seite des Kanadiers, der von Nagelsmann ob des Mangels an Flügelspielern (Kingsley Coman im Aufbautraining, Serge Gnabry und Jamal Musiala nicht startelffit) offensiver eingesetzt wurde als bisher.

Davies hatte im flexiblen, zwischen 4-2-3-1 und 3-4-3 wechselnden Bayern-System immer Lucas Hernandez hinter sich, der ihm viel Defensivarbeit abnahm. Dadurch konnte er gerade bei Umschaltaktionen seine Schnelligkeit ausspielen - und entscheidend zum Erfolg beitragen.

Der 20-Jährige bereitete zum Beispiel das erste Tor durch Müller vor, der ihn nach dem Spiel explizit lobte. "Phonzy hat mittlerweile ein immer besseres Auge für den Raum und für die Spieler in der Mitte", sagte Müller. "Der Ball wird dann punktgenau serviert und ich habe ihn reingeschoben." Davies ist für den FCB längst unverzichtbar - und nach konstant starken Auftritten in den ersten Wochen der neuen Saison drauf und dran, seine Gala-Form aus der Triple-Spielzeit 2019/20 zu erreichen.

FC Bayern München: Die nächsten drei Spiele

DatumUhrzeitWettbewerbGegnerOrt
29.09.202121.00 UhrChampions LeagueDynamo KiewHeim
03.10.202117.30 UhrBundesligaEintracht FrankfurtHeim
17.10.202115.30 UhrBundesligaBayer LeverkusenAuswärts
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung
Werbung
SPOX Fallback Ads, Eigenwerbung