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Fussball

FC Bayern, Uli Hoeneß, David Alaba: Jerome Boateng meldet sich zu Wort

Von Felix Götz
Jerome Boateng hat sich zu Uli Hoeneß, David Alaba und Hansi Flick geäußert.

Jerome Boateng hat sich zu seinem Abschied vom FC Bayern und seinem neuen Klub Olympique Lyon geäußert. Der 33-Jährige sprach außerdem über David Alaba, Hansi Flick und ein mögliches DFB-Comeback.

"Meine Zeit beim FC Bayern war für einen Fußballer in der heutigen Zeit ein sehr langes und schönes Kapitel. Ich habe aber oft betont, dass ich noch einmal eine Veränderung möchte. Was ich gesagt habe ist, dass ich es mir hätte vorstellen können, nochmal zu verlängern, wenn man zusammenfindet. Das war nicht der Fall, also war es für mich schnell erledigt", sagte Boateng bei Sport1.

Der Innenverteidiger wechselte 2011 von Manchester City nach München und blieb zehn Jahre. Nach 229 Spielen für den Rekordmeister wurde sein auslaufender Vertrag im Sommer nicht verlängert.

Unter Niko Kovac war Boateng außen vor, als Hansi Flick 2019 übernahm, wurde der Weltmeister von 2014 wieder wichtig. Auch deshalb denkt der Berliner gerne an seine Zeit in München zurück.

"Die letzten beiden Jahre mit Hansi Flick waren noch einmal überragend und wir haben es nochmal geschafft, die Champions League zu gewinnen. Ich bin glücklich, dass ich diese Chance bekommen habe und wir so erfolgreich waren. So eine Geschichte schreibt nur der Fußball", so Boateng.

Boateng: "Die Aussagen von Hoeneß haben mich enttäuscht"

Seine Zusammenarbeit mit Flick, der den FCB im Sommer ebenfalls verlassen hat und nun Bundestrainer ist, sei eine Erfolgsgeschichte, findet Boateng: "In den letzten zwei Jahren war ich wieder sehr stabil, nachdem die anderthalb Jahre zuvor für mich sehr schwierig waren - mit all den Folge-Verletzungen, die vor allem mit meiner großen Verletzung an meiner Schulter zu tun hatten. Sich aus so einem Loch herauszukämpfen, das war nicht so einfach für mich. Ich habe dann von Hansi eine faire Chance bekommen. Eine, bei der es um Leistung geht. Das war alles, worum ich beim FC Bayern die ganze Zeit gebeten habe."

Bei Bayern war Boateng zwischenzeitlich in Ungnade geraten. Der damalige Präsident Uli Hoeneß hatte ihm öffentlich zu einem Wechsel geraten. "Ich glaube für ihn wäre es besser, wenn er mal andere Luft genießen könnte. Ich glaube, er muss eine neue Herausforderung suchen, das ist besser für ihn. Er wirkt wie ein Fremdkörper", hatte Hoeneß im Mai 2019 geurteilt. Vor der EM 2021 riet Hoeneß außerdem dem damaligen Bundestrainer Joachim Löw, Boateng nicht für die EM zu nominieren.

"Die Aussagen haben mich enttäuscht, zumal man es gewohnt war, als Spieler des FC Bayern von oben gestärkt zu werden", sagte Boateng dazu: "Ich bin davon nie umgekippt, im Gegenteil. Ich weiß, dass ich anders beurteilt werde als andere Spieler, damit muss ich leben. Das ist halt so. Wichtig ist für mich, dass mich diejenigen beurteilen, die genau hinschauen. Ich kann aber versichern, dass da nichts hängen bleibt. Ich wünsche dem FC Bayern weiterhin alles Gute. Dieser Verein wird immer in meinem Herzen bleiben."

Boateng über Alaba: "Muss man nicht so ein Theater machen"

Boateng äußerte sich außerdem zu seinem früheren Teamkollegen David Alaba, der bei seiner Vorstellung bei Real Madrid direkt das Wappen der Königlichen küsste und dafür teils heftig kritisiert wurde.

"Jeder weiß doch, welche Bedeutung der FC Bayern für David hat. Dass er das gemacht hat, war bestimmt aus der Situation heraus oder vielleicht hat ihn ein Fotograf darum gebeten. Das weiß man nicht. Hundertprozentig hatte er dabei keinerlei böse Absichten im Kopf. Da muss man nicht so ein Theater draus machen", meinte der Verteidiger, der nun für Lyon spielt.

Beim Ligue-1-Klub unterschrieb Boateng einen Zweijahresvertrag bis 2023. "Ich bin aufgeregt", sagte der neunfache deutsche Meister zu seiner neuen Aufgabe: "Ich habe nicht darum gebangt, einen neuen Verein zu finden. Vielmehr habe ich mich gefragt: Für was entscheide ich mich? Ich habe mir immer gesagt, dass ich so lange warte, bis ich das richtige Bauchgefühl habe. Bei Lyon war das der Fall. Der Verein, das Projekt und die Ziele des Trainers Peter Bosz haben mir gefallen."

Boateng liebäugelt mit DFB-Rückkehr

Er habe außerdem vor seiner Zusage den Kontakt zu Flick gesucht, verriet Boateng: "Ja, wir haben telefoniert. Ich habe ihn nach seiner Meinung und seinem Rat gefragt. Das mache ich aber immer, weil ich zu Hansi schon immer ein gutes Verhältnis habe. Er hat einen großen Anteil an meiner Karriere, weil er mich kennt und meinen Weg seit meiner Jugend begleitet."

Auch deshalb könne er sich vorstellen, wieder für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen, erklärte Boateng: "Ich will jetzt nicht sagen, dass ich unbedingt zur Nationalmannschaft zurückmuss. Am Ende des Tages geht es um Leistung, die jeder bringen muss, um es sich zu verdienen, bei der Nationalmannschaft zu spielen. Für mich ist es jetzt wichtig, fit zu werden. Dann will ich eine gute Saison spielen und wie es im Fußball so ist: Wenn es gut läuft, bekommt man vielleicht wieder seine Chance. Das ist aber eine Entscheidung des Bundestrainers. Ich muss mich bei Lyon gut präsentieren. Dann wird man sehen, was passiert."

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