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Fussball

FC Bayern: Duell mit Atletico in Gefahr? Die Fragen und Antworten zu Gnabrys Corona-Befund

Von Dennis Melzer, Filippo Cataldo
Kann der FC Bayern am Abend gegen Atletico antreten?

Serge Gnabry (25) hat sich mit Covid-19 infiziert. Steht das Duell mit Atletico nun auf der Kippe? Und warum ist eine Infektionskette beim FC Bayern zwar unwahrscheinlich, Spieler aber dennoch in Quarantäne geschickt werden könnten? SPOX und Goal beantworten die drängendsten Fragen zum Corona-Fall bei Bayern München.

Am Dienstagabend meldete der FC Bayern München, dass Offensivmann Serge Gnabry positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Noch am Vormittag hatte der Nationalspieler mit seinen Teamkollegen an der Säbener Straße trainiert, mittlerweile befindet Gnabry sich in häuslicher Quarantäne, dem Nationalspieler gehe es Vereinsangaben zufolge gut. Am Mittwochmorgen begann das Gesundheitsamt der Landeshauptstadt München in Zusammenarbeit mit dem FC Bayern, die Lage nach dem Coronafall zu ermitteln.

Bayern gegen Atletico: Fällt das Spiel jetzt aus?

Das hängt ganz davon ab, wie die Testergebnisse der restlichen Bayern-Profis ausfallen - und ob und wenn ja wie viele Spieler das Gesundheitsamt noch in Quarantäne schickt: laut UEFA-Statuten muss ein positiver Befund keine Spielabsage nach sich ziehen. Wenn der FC Bayern am Spieltag, 15 Uhr, 13 spielfähige Prosfis benennen kann, findet das Spiel statt.

Am Morgen prüfte das Gesundheitsamt der Stadt München in Zusammenarbeit mit dem deutschen Rekordmeister zunächst, ob weitere Personen mit dem Infizierten relevanten Kontakt hatten. Auch Gnabry wurde in diesem Zusammenhang dem Vernehmen nach befragt. Sobald diese Überprüfung beendet sei, "werden wir die Öffentlichkeit sofort informieren", sagte eine Sprecherin des Referats.

Zum jetzigen Stand geht der deutsche Rekordmeister davon aus, dass die Begegnung mit den Spaniern wie geplant stattfinden kann.

Bayern - Atletico: Was würde zu einer Absage führen?

Zu einer Spielabsage würde es kommen, wenn dem FC Bayern aufgrund weiterer positiver Tests nicht am Spieltag um 15 Uhr mindestens 13 Spieler (inklusive mindestens ein Torhüter) zur Verfügung stehen.

Am Mittwochmorgen wurden alle Spieler erneut auf Corona getestet. Die Spieler wurden anschließend wieder nach Hause geschickt. Das Anschwitzen vor dem Champions-League-Spiel entfiel.

Jedoch könnten auch Spieler, die am Mittwoch nicht positiv getestet wurden, vom Gesundheitsamt in Quarantäne geschickt werden. Dann nämlich, wenn sie als Kontaktpersonen ersten Grades von Gnabry identifiziert werden sollten. Als solche Kontaktperson ersten Grades gilt laut Robert-Koch-Institut, wer mit einem Infizierten Kontakt über einen Zeitraum von mindestens 15 Minuten bei weniger als 1,5 m Abstand und ohne Mundschutz hatte. Dies war am Mittwochmorgen Gegenstand der Überprüfung der Behörden. Auch Serge Gnabry wurde von den Behörden befragt. Wie dies in solchen Fällen im Übrigen immer geschieht. Das Ergebnis ist noch offen.

Gnabry hatte am Dienstag vor dem Befund am Mannschaftstraining teilgenommen. Bilder von FC Bayern TV, die Bild dokumentierte, zeigen Gnabry bei einer gemeinsamen Dehnübung mit David Alaba. Zu prüfen wäre nun also, wie lange der enge Kontakt ohne Mundschutz bestand. Gemäß der geltenden Hygienekonzepte der Profiligen achten die Klubs darauf, dass die Spieler sich während des Trainings nicht zu lange in unmittelbarer Nähe zueinander befinden.

Außerhalb des Spiel- und Trainingsplatzes sind die Spieler ohnehin angehalten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

FC Bayern: Könnten noch andere Spieler angesteckt worden sein?

"Nein", sagte zumindest der Virologe Jonas Schmidt-Chanasit vom Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin dem Sender Sky: "Das wäre sozusagen dann auch sehr früh zu detektieren." Natürlich könne einer der Spieler noch in der Inkubationszeit sein, aber eine Ansteckung anderer könne man durch einen negativen PCR-Test eindeutig ausschließen.

Man habe dann ein nicht geringes Zeitfenster, in dem man sich frei bewegen und an einem Spiel teilnehmen könne. "Das kann aber durchaus sein, dass einer der Kontaktpersonen nach dem Spiel positiv getestet werden kann", sagte der Wissenschaftler.

Unabhängig davon könnten Spieler aber, wie erwähnt, auch ohne positiven Befund zunächst in Quarantäne geschickt werden.

Gnabry hat Corona: Gab es einen vergleichbaren Fall?

Im Vorfeld des Finalturniers in Lissabon wurden Anfang August die beiden Atletico-Spieler Sime Vrsaljko und Angel Correa positiv getestet. Auch damals wurde spekuliert, ob das anstehende Viertelfinalspiel gegen RB Leipzig Corona zum Opfer fallen könnte.

Die nächste obligatorische Testreihe ergab beim restlichen Team ausschließlich negative Befunde, Atletico reiste mit einem Tag Verspätung nach Portugal, die Partie wurde ausgetragen.

Vor allem in den vergangenen Wochen häuften sich die Meldungen von positiven Corona-Tests bei Fußballern. Prominente Beispiele: Cristiano Ronaldo, Zlatan Ibrahimovic, Kylian Mbappe oder Deutschlands Nationalspieler Ilkay Gündogan.

Während der ehemalige Dortmunder mit Symptomen zu kämpfen hatte, zuletzt in einem emotionalen Social-Media-Post auf die Gefahren des Virus hinwies, fiel der Verlauf bei den meisten Stars milde aus.

FC Bayern und Corona: Ist Gnabry der erste Fall?

Tatsächlich ist Serge Gnabry der erste Bayern-Profi, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde.

Bislang war lediglich sein Teamkollege Kingsley Coman indirekt von Covid-19 betroffen. Der Franzose hatte Mitte September Kontakt zu einer infizierten Person und musste sich dementsprechend in häusliche Quarantäne begeben.

Am 26. September war Coman seinerzeit ins Mannschaftstraining zurückgekehrt.

FC Bayern: Wer ersetzt Gnabry auf dem Platz?

Da Leroy Sane sich nach seiner Kapselverletzung noch im Aufbautraining befindet, wird Gnabry wahrscheinlich von Rückkehrer Douglas Costa vertreten. Der Brasilianer kam am letzten Tag der Transferperiode auf Leihbasis von Juventus. Auf dem linken Flügel dürfte Hansi Flick auf Kingsley Coman setzen.

Wie lange Gnabry ausfällt, hängt von seinem Krankheitsverlauf ab. Sollte er symptomfrei bleiben, könnte er in acht bis zehn Tagen wieder die häusliche Quarantäne verlassen. Die Dauer der Quarantäne ist laut Gesundheitsamt nicht pauschal geregelt, sondern eine "Einzelfallentscheidung".

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