Fussball

Rekord-Teenie bei Flicks Debütanten-Ball gegen Freiburg: Die Juwele des FC Bayern im Check

Von Dennis Melzer
Chris Richards, Jamal Musiala und Sarpreet Singh (v.l.n.r.) kamen am Samstag gegen den SC Freiburg zum Einsatz.

Gegen den SC Freiburg verhalf Hansi Flick gleich mehreren Juwelen zu ihren Debüts. Jamal Musiala stellte sogar einen vereinsinternen Rekord auf.

Nachdem der FC Bayern am vergangenen Dienstag in Bremen die achte Meisterschaft in Serie vorzeitig in trockene Tücher gebracht hatte, ging Trainer Hansi Flick im vorletzten und - aus Münchner Sicht - belanglosen Saisonspiel gegen den SC Freiburg keinerlei Risiko ein.

Die Offensivkräfte Ivan Perisic und Serge Gnabry (beide etwas angeschlagen) erhielten im Duell mit den Breisgauern eine Pause, David Alaba, der sich unter der Woche mit Problemen am Sprunggelenk konfrontiert sah, stand Flick darüber hinaus ebenso wenig zur Verfügung wie Alphonso Davies (Gelb-Rot-Sperre).

Für Niklas Süle und Philippe Coutinho (beide erst seit Kurzem nach langwierigen Verletzungen wieder im Mannschaftstraining) kam ein Einsatz noch zu früh, während Mittelfeld-Stratege Thiago sich derzeit von einer Leisten-Operation erholt.

Die Mischung aus personeller Gemengelage und sportlicher Irrelevanz eröffnete Flick somit die Möglichkeit, gleich mehrere verheißungsvolle Rohdiamanten aus der Bayern-Talentschmiede mit Spielzeit bei den Profis zu bedenken. Sarpreet Singh (21), der bereits im Dezember vergangenen Jahres erstmals Oberhaus-Luft schnuppern durfte, feierte sein Startelf-Debüt für den Rekordmeister, die eingewechselten Chris Richards (20) und Jamal Musiala (17) verbuchten ihre ersten Bundesliga-Minuten überhaupt.

Die Juwele des FC Bayern München im Check:

1. Sarpreet Singh

Die Partie war erst 13 Minuten alt, als Singh eine Kopfball-Ablage von Robert Lewandowski sehenswert volley nahm und nur aufgrund des beherzten Einschreitens von Freiburgs Philipp Lienhart an seinem ersten Bundesliga-Treffer gehindert wurde.

Der Startelf-Neuling zeigte auf der linken Seite vor allem im ersten Durchgang eine engagierte, aber ausbaufähige Leistung, ehe der Neuseeländer in der 64. Minute für Kingsley Coman Platz machen musste. Sein Arbeitsnachweis: 25 Prozent gewonnene Zweikämpfe (Quelle: Opta), 29 Ballaktionen, acht Ballverluste und eine Passquote von 78,3 Prozent.

Singh war im Sommer vergangenen Jahres als Perspektivspieler von Wellington Phoenix in die bayrische Landeshauptstadt gewechselt. Unter Trainer Niko Kovac absolvierte der Offensivmann die USA-Tour und wurde vom mittlerweile Ex-Übungsleiter auch für den Audi-Cup in der heimischen Allianz Arena berücksichtigt, bei dem Singh im Finale gegen Tottenham durchaus zu gefallen wusste.

"Er war sicher einmal für die zweite Mannschaft vorgesehen, ich betone das 'war'", zeigte sich Kovac, der Singh in den Kader für den Supercup gegen Borussia Dortmund berief, voll des Lobes für den Youngster und begründete: "Er ist weiter als der eine oder andere in der zweiten Mannschaft. Er wird die Möglichkeiten in der ersten Mannschaft eventuell bekommen."

Auf seine erste und bis dato einzige Chance bei den Profis musste Singh jedoch einige Monate warten: Beim 6:1 über Bremen Mitte Dezember 2019 belohnte Neu-Coach Hansi Flick den sechsmaligen Nationalspieler für dessen gute Leistungen im Dress der Zweitvertretung, für die er in der Hinrunde vier Treffer sowie sieben Vorlagen beigesteuert hatte (mittlerweile sieben Tore bei gleichgebliebener Assist-Anzahl).

Im Winter-Trainingslager in Doha war Singh neben vielen weiteren Jungspielern erneut Teil des FCB-Trosses und sammelte unter der katarischen Sonne weitere Eindrücke und Erfahrungen im inneren Kreis der Stars.

Fazit:

Singh, der Flick einst im Gespräch mit der Bild als "fantastisch" für seine Entwicklung beschrieb, bringt vor allem im technischen Bereich großes Potenzial mit, er wartet zudem mit großer Dynamik, Kreativität und Qualitäten im Abschluss auf.

Sebastian Hoeneß, Trainer der zweiten Mannschaft, hatte schon kurz nach Singhs Ankunft, sprich im vergangenen Sommer, darauf hingewiesen, dass der schmächtige 1,75-Meter-Mann unbedingt an seiner Physis arbeiten müsse. Diese Einschätzung ist nach wie vor aktuell. Möchte sich der Linksfuß also nachhaltig für höhere Aufgaben empfehlen, ist es nahezu obligatorisch, körperlich etwas zuzulegen.

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