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Fussball

Ministerpräsidenten wollen 2G-Regel für Profisportler

SID
Ungeimpfte Profisportler wie Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich sollen nach Willen der Politik bald nicht mehr zum Einsatz kommen dürfen.

Für Profisportler wie Fußballer Joshua Kimmich soll nach dem Willen der Politik bei hohen Corona-Zahlen künftig die 2G-Regel gelten.

Der Druck auf ungeimpfte Profisportler wie Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich wächst: Nach dem Willen der Politik soll künftig bei hohen Corona-Zahlen auch für die Aktiven auf dem Rasen oder in der Halle die 2G-Regel gelten. Ungeimpfte Sportler wie Kimmich wären dann zum Zuschauen verdammt. Allerdings ist noch offen, ob eine solche Regelung rechtlich umsetzbar ist.

"In der Vorbesprechung der Länderchefinnen und -chefs waren wir uns sehr schnell einig, dass wenn Zuschauer im Stadion 2G beachten müssen, das nach unser Auffassung auch für die Profis gelten soll", sagte Nordrhein-Westfalens Landeschef Hendrik Wüst (CDU) nach der Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag angesichts der rasant steigenden Zahlen in Deutschland.

Bis zu einer solch drastischen Maßnahme kann es aber noch dauern. Die Politik werde nun "prüfen, ob wir das umgesetzt kriegen", sagte Wüst und ergänzte: "Aber das war einhellige Auffassung der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten."

Bei strikter Anwendung der 2G-Regel dürften nur noch Geimpfte und Genesene zum Einsatz kommen. Auch in der Fußball-Bundesliga sind einige Profis noch nicht geimpft, das prominenteste Beispiel ist Kimmich von Meister Bayern München.

2G gilt künftig flächendeckend in Ländern, in denen die Hospitalisierungsrate den Grenzwert 3 übersteigt. Aktuell liegen nur die Bundesländer Hamburg, Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein unter dem Wert.

Impfquote in der Bundesliga und 2. Liga bei über 90 Prozent

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war noch unsicher, was künftig für Profisportler gelten soll. "Normalerweise ist es so, dass die Arbeitswelt 3G ist und nicht dort 2G verhängt wird", sagte Merkel über den Profisport und ergänzte: "Jetzt kommt es darauf an, ob das die Arbeitswelt ist oder die Freizeitwelt."

Schon vor den Aussagen von Wüst war die Diskussion um eine Impfpflicht für Fußballprofis neu entfacht. DFL-Chef Christian Seifert hatte dazu am Dienstag gegenüber der Bild erklärt: "Wenn die Politik die rechtlichen Möglichkeiten für eine Impfpflicht in bestimmten Berufsgruppen schafft, wird die DFL selbstverständlich eine solche Option umgehend intensiv diskutieren."

Aktuell liege die Impfquote in der Bundesliga und 2. Liga bereits bei über 90 Prozent "und damit deutlich höher als in allen Bundesländern. DFL und Klubs werden sich in jedem Fall mit vollem Einsatz für eine weitere Steigerung der Impfquote einsetzen - im Fußball und in der Gesellschaft", betonte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga.

Der ehemalige DFL-Chef Andreas Rettig sprach sich am Donnerstag klar für eine Impfpflicht für Profi-Fußballer aus: "Ich habe natürlich großen Respekt davor, dass in einer demokratischen Gesellschaft jeder Mensch selbstbestimmt darüber entscheiden soll, ob er sich impfen lässt oder nicht. Aber wenn man als Fußballer das Privileg genießen will, seinen Job ausüben zu können, muss man dieses Recht auf Selbstbestimmung aufgeben. Deshalb wäre ein selbst auferlegte Impfpflicht für alle Profi-Fußballer ein starkes Zeichen mit entsprechender Signalwirkung", sagte Rettig im Interview mit der Mediengruppe Münchner Merkur/tz (Freitagausgabe).

Für Zuschauer gilt 2G schon jetzt in einigen Stadien der Fußball-Bundesliga - für die regelmäßig getesteten Spieler dagegen nicht. Das könnte sich bald ändern.

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