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VfL Wolfsburg - Nach Trennung von van Bommel: Frontzeck übernimmt vorläufig

SID
Einen Tag nach der Trennung von Chefcoach Mark van Bommel hat beim Bundesligisten VfL Wolfsburg dessen Assistent Michael Frontzeck vorübergehend das Training übernommen.

Einen Tag nach der Trennung von Chefcoach Mark van Bommel hat beim Bundesligisten VfL Wolfsburg dessen Assistent Michael Frontzeck vorübergehend das Training übernommen. Der 57-Jährige leitete am Montagvormittag eine erste Übungseinheit bei den Niedersachsen und wird dies voraussichtlich auch am Dienstag (10.30 Uhr) tun.

Als sein bisheriger Assistent Michael Frontzeck am Montag bei strahlendem Herbstwetter das Training beim VfL Wolfsburg leitete, war Mark van Bommel endgültig nur noch eine Fußnote in der Vereinschronik. Der Niederländer verabschiedete sich noch kurz vom Team und war schnell verschwunden.

Die Gespräche rund um die Nachfolge des am Sonntag beurlaubten Niederländers liefen da bereits auf Hochtouren. Denn Frontzeck ist nur eine Interimslösung, wird aber vermutlich beim Bundesliga-Auswärtsspiel am Samstag (15.30 Uhr) bei Bayer Leverkusen auf der Bank sitzen. Anfang kommender Woche könnte schon feststehen, wer die sportliche Talfahrt beim Bundesliga-Neunten beenden soll.

Edin Terzic, Technischer Direktor bei Borussia Dortmund, und der aktuell joblose Florian Kohfeldt, zuletzt als Trainer bei Werder Bremen tätig, gelten als erste Kandidaten auf den Chefsessel beim VfL. Genannt werden aber auch Domenico Tedesco und Ole Werner.

VfL Wolfsburg: van Bommels Rauswurf "Niederlage" für Schmadtke

Wer auch immer es werden wird: Für Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke fühlt sich die Trennung "wie eine Niederlage für mich" an. "Wir haben mit der Verpflichtung andere Dinge verbunden als die, die wir hinbekommen haben. Es war de facto so, dass die Dinge, die man gemeinschaftlich versucht hat, nicht funktioniert haben", sagte der 57-Jährige am Montag.

Kurios: Van Bommel selbst hat, ohne es seinerzeit ahnen zu können, durch seinen Wechselfehler im DFB-Pokal dafür gesorgt, dass der Klub vom Mittellandkanal bei der kniffligen Entscheidung über seine Nachfolge nicht unter extremem Zeitdruck steht. Der 44-Jährige hatte im Erstrundenspiel gegen Preußen Münster verbotenerweise einen sechsten Spieler eingewechselt.

Die Partie ging nachträglich am Grünen Tisch verloren. Nun verschafft diese eigentlich ärgerliche Pokalpause Schmadtke und auch VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer "Zeit und Gestaltungsmöglichkeiten", wie Schmadtke selbst formulierte.

Dass auch Teile des Wolfsburger Teams offensichtlich bei van Bommel eine klare Richtlinienkompetenz vermissten, deutete Torhüter Koen Casteels bereits nach der 0:2-Heimniederlage am vergangenen Wochenende gegen den SC Freiburg an. "Ich werde im Training mitcoachen", kündigte der Mannschaftskapitän mit Blick auf die kommenden Tage an. Man müsse "die Woche nutzen, um Dinge klar anzusprechen."

Wolfsburg unter van Bommel: Acht Spiele ohne Sieg waren zu viel

Dies wird nun ein anderer Coach tun müssen. Denn unter van Bommel ging es zuletzt sportlich nur noch bergab: Acht Pflichtspiele ohne Sieg, vier Bundesliga-Niederlagen hintereinander. Schmadtke warnend: "Wir müssen aufpassen, dass uns die Saison nicht wie Sand in den Fingern zerrinnt."

Aber: Der neue Mann hat noch alle Chancen, den mittlerweile verpatzten Saisonstart der Wölfe auszubügeln. Noch fehlen den Norddeutschen nur vier Punkte bis zum Champions-League-Platz vier. Und auch in der Königsklasse haben es die Norddeutschen sportlich immer noch selbst in der Hand, aus eigener Kraft in Europas Topliga zu überwintern.

Dennoch ist die Trennung auch ein klarer Beleg dafür, dass Schmadtke diesmal bei der Trainerwahl kein glückliches Händchen hatte. Van Bommels Vorgänger Bruno Labbadia und Oliver Glasner kamen zwar menschlich nicht mit dem 57-Jährigen klar, aber sie retteten die Wölfe vor dem Abstieg (Labbadia) und führten sie in die Champions League (Glasner).

Und auch die nackten Zahlen sind eindeutig: Unter dem vorzeitig zum Ligakonkurrenten Eintracht Frankfurt gewechselten Österreicher sammelten die Wolfsburger 1,67 Punkte pro Partie, mit Labbadia waren es immerhin 1,52. Van Bommel kam nur auf schlappe 1,15 Zähler.

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