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Fussball

BVB hat "ein wenig gezögert": Als Legende Edwin van der Sar beinahe in Dortmund gelandet wäre

Von Stanislav Schupp
Edwin van der Sar wäre beinahe bei Borussia Dortmund gelandet.

Edwin van der Sar prägte eine erfolgreiche Ära bei Manchester United. Zuvor wäre der Ex-Keeper aber beinahe in der Bundesliga beim BVB gelandet. Es scheiterte am Faktor Zeit.
 

Dass der Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist, ist eine gängige Floskel. Doch tatsächlich entscheiden sich Angelegenheiten oftmals innerhalb kürzester Zeit. Zu lange nachgedacht und schon ist die Möglichkeit dahin. Der berühmt-berüchtigte Deadline Day dient hierfür wohl als bestes Beispiel.

Zu lange nachgedacht hat einst auch Borussia Dortmund - und so ging dem BVB womöglich einer der Größten seiner Zunft durch die Lappen. 2001 war es, als die Westfalen sich die Dienste von niemand Geringerem als Edwin van der Sar hätten sichern können.

"Ich hatte zwei Möglichkeiten", verriet der mittlerweile 50-jährige Ex-Keeper später im Gespräch mit t-online.de: "Ich hätte nach Liverpool oder Dortmund wechseln können." Der Niederländer spielte seinerzeit seit zwei Jahren bei Juventus Turin.

Allerdings haben sowohl die Schwarz-Gelben als auch die Reds laut van der Sar "ein wenig gezögert". Die Unentschlossenheit der beiden Spitzenklubs kam sehr zur Freude des FC Fulham, die van der Sar schließlich für knapp zehn Millionen Euro verpflichteten.

BVB holt Weidenfeller - Liverpool holt Dudek

Statt van der Saar verstärkte sich Dortmund im Folgejahr mit Roman Weidenfeller vom 1.FC Kaiserslautern, der mit dem BVB bis zu seinem Karriereende 2018 jeweils zweimal den Supercup, den DFB-Pokal und die Meisterschaft gewann.

Liverpool hingegen zog 2001 Jerzy Dudek von Feyenoord Rotterdam an Land. Dieser führte die Engländer 2005 in einem fulminanten Finale gegen die AC Milan nach 0:3-Halbzeitrückstand im Elfmeterschießen mit zwei parierten Schüssen zum Champions-League-Triumph.

Van der Sar: "Goldene Generation" bei Ajax, Legendenstatus bei United

Unterdessen zog van der Sar vier Jahre später weiter zu Manchester United - und erlangte bei den Red Devils unter Sir Alex Ferguson Legendenstatus. Insgesamt kam der 130-fache niederländische Nationalspieler auf wettbewerbsübergreifend 266 Einsätze, gewann viermal die Premier League, einmal die Königsklasse, viermal den englischen Supercup und wurde Klub-Weltmeister.

Eine erfolgreiche und trophäenreiche Zeit hatte der Schlussmann auch zuvor bei Ajax Amsterdam, wo er von 1990 bis 1999 zwischen den Pfosten stand. Am Ende seiner Zeit in der niederländischen Metropole standen vier Ligatitel, je eine Champions-League- und UEFA-Cup-Trophäe, ein Weltpokal sowie drei nationale Supercups in der Vitrine.

Bei Ajax zählte van der Sar gemeinsam mit Größen wie Patrick Kluivert, Edgar Davids, Frank Rijkaard oder Clarence Seedorf zur "Goldenen Generation" 1995. Trainiert wurde das Starensemble von Louis van Gaal.

Amsterdam ist auch aktuell van der Sars Arbeitsplatz. Beim niederländischen Rekordmeister fungiert der 1,99-Meter-Riese, der 2011 bei United seine aktive Karriere beendet hatte, derzeit als Geschäftsführer. Zuvor war er bereits als Marketingleiter und Sportvorstand tätig.

Van der Sar: "... damit war ich einfach auch zu alt"

Trotz des nicht zustande gekommenen Wechsels nach Deutschland schwärmte van der Sar von der Bundesliga. "Es ist eigentlich eine tolle Liga", betonte er: "Klar fließt in England mehr Geld, aber in Deutschland sind die Stadien immer voll, die Fans sind wahnsinnig enthusiastisch." Die deutsche Beletage sei "eine Liga, in der es Spaß macht, zu spielen."

Dass er selbst auch nach dem BVB-Interesse nie in den Genuss kam, sieht van der Sar ohne große Reue. "Zum Ende meiner Zeit bei Manchester United war ich 40 Jahre alt", resümierte van der Sar: "Ich glaube, damit war ich einfach auch zu alt für die Bundesliga."

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