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Fussball

Mit Kolasinac-Power, aber ohne Tönnies-Millionen: Schalke kämpft um Trendwende

SID
Sead Kolasinac kehrt zu Schalke zurück.

Mit Mentalitätsmonster Sead Kolasinac, aber ohne eine Finanzhilfe von Clemens Tönnies kämpft Schalke 04 um den Anschluss. Am Samstag ist das leidige Tasmania-Thema beendet - so oder so.

Mitleid von Kevin Großkreutz - das hat Schalke 04 gerade noch gefehlt. Selbst der frühere Dortmunder, der aus seiner gewaltigen Abneigung für Königsblau nie einen Hehl gemacht hat, findet keinen Spaß mehr am Schalke-Bashing. "Ich bin kein Typ, der immer weiter draufhaut, wenn jemand auf dem Boden liegt", sagte der Rio-Weltmeister der Sport Bild: "Die haben 2020 ein einziges Ligaspiel gewonnen, das auch noch im Januar. Das ist echt schon hart."

Seit einem Jahr stürzt Schalke von einem Tiefpunkt zum nächsten ab - der nächste könnte am Samstag (15.30 Uhr) folgen: Gewinnt der einstige Champions-League-Dauergast zu Hause gegen die TSG Hoffenheim nicht, wäre der Negativ-Rekord von Tasmania Berlin von 31 sieglosen Spielen in Folge eingestellt. Und der Abstieg käme ein weiteres Stück näher.

S04: Kolasinac-Debüt gegen TSG Hoffenheim

Nachdem der neue Trainer Christian Gross zumindest beim Debüt bei Hertha BSC (3:0) keine Aufbruchstimmung erzeugen konnte, ruhen die Hoffnungen nun auf Rückkehrer Sead Kolasinac. Das Mentalitäts-Monster soll die verunsicherten Teamkollegen aus ihrer Lethargie reißen. "Keiner darf Angst haben vor dieser Herausforderung", forderte Kolasinac, "weil Angst nie gut im Sport und im Leben allgemein ist."

Die Leihgabe vom FC Arsenal dürfte auf der linken Seite von Beginn an spielen und mit seiner Dynamik und seinen Flankenläufen für mehr Gefahr sorgen. Doch der alleinige Heilsbringer ist er nicht. "Ich habe zwar einen starken Rücken, aber die ganze Last kann ich nicht alleine tragen", sagte Kolasinac: "Wir müssen alle zusammenhalten. Wir brauchen die Fans, den ganzen Verein, den Aufsichtsrat."

Schalke 04 lehnt Millionen-Angebot von Clemens Tönnies wohl ab

Auch Clemens Tönnies? Zumindest verzichtet der hochverschuldete Klub laut übereinstimmenden Medienberichten darauf, das Hilfsangebot des einstigen Aufsichtsratschefs anzunehmen. Im Kontrollgremium sollen sich zwei von elf Mitgliedern gegen eine Finanzspritze (etwa zehn Millionen Euro) des bei großen Teilen der Fans umstrittenen Fleischfabrikanten ausgesprochen haben. Laut Bild soll Tönnies ("Wir dürfen Schalke nicht untergehen lassen") seine Hilfe an einen einstimmigen Beschluss geknüpft haben.

Sportvorstand Jochen Schneider hatte Tönnies zuletzt verbal den Roten Teppich für einen Auftritt als Retter in der Not ausgerollt. Nun muss er ohne frische Millionen des Ex-Bosses auf dem Transfermarkt nach Verstärkungen suchen. Der als Rechtsverteidiger gehandelte Mitchell Weiser (Bayer Leverkusen) kann nach der Diagnose Oberschenkel-Verletzung von der Liste gestrichen werden. Angesichts von lediglich acht Toren in 14 Spielen und des langen Ausfalls von Goncalo Paciencia (Knieverletzung) wird zudem ein neuer Stoßstürmer gesucht.

Der bevorstehende Abgang von Rabbi Matondo auf Leihbasis zum englischen Zweitligisten Stoke City bringt Schalke kaum Geld für neue Transfers ein. Ein Verkauf von Abwehrtalent Ozan Kabak würde den finanziellen Spielraum deutlicher erhöhen. Doch auch der Türke spielte zuletzt wie ein Absteiger, was seinen Marktwert schmälerte.

Schalke braucht Geld für Verstärkungen und eine Aufbruchstimmung. Nur das Mitleid vom Erzrivalen gibt es zurzeit gratis.

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