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Fussball

Eintracht Frankfurt - Büffelherde mit Straßenkickern: Drei Gründe für den Aufschwung der SGE

Die Eintracht überzeugt - vor allem ihre Offensive.

Eintracht Frankfurt hat fünf der letzten sieben Spiele in der Bundesliga gewonnen, mit dem 5:1 bei Arminia Bielefeld legte die Mannschaft einen Traumstart in die Rückrunde hin. Besonders die Offensive macht Hoffnung auf den Einzug ins europäische Geschäft. Die Gründe für den Aufschwung des Teams der Stunde.

Auf Rechenspiele wollte sich Martin Hinteregger nicht einlassen. "Da vorne ist es eng", sagte der Verteidiger von Eintracht Frankfurt nach dem furiosen 5:1 auf der Bielefelder Alm am 18. Spieltag der Bundesliga. "Qualität? Haben wir. Wo es hingeht? Mal sehen."

Der fünfte Sieg aus den letzten sieben Spielen hat die SGE auf Platz sechs katapultiert. 30 Punkte stehen auf der Haben-Seite, der erste Champions-League-Rang ist nur zwei entfernt. Und bevor es am 20. Februar in der heimischen Arena gegen Spitzenreiter Bayern München geht, kommen mit Hertha BSC (H), der TSG Hoffenheim (A) und dem 1. FC Köln drei alles andere als unlösbare Aufgaben auf das Team von Adi Hütter zu.

Träumen? Erlaubt. Vielleicht ist man am Main aber besser beraten, es wie Hinteregger zu handhaben und sich nicht zu sehr mit Eventualitäten auseinanderzusetzen. Sondern zu genießen, was die Mannschaft von Adi Hütter gerade leistet. "Wenn ich sehe, was die Jungs auf den Platz bringen, ist das richtig stark. Es macht Riesenspaß", erklärte Hinteregger nach dem Auftritt gegen die Arminia.

Ein Auftritt, der als vorläufige Höhepunkt einer positiven Entwicklung durchgeht, die nach einer nervenzehrenden Negativ-Serie von neun Spielen ohne Sieg am 19. Dezember mit dem 2:0 in Augsburg begann. Die Gründe dafür sind mannigfaltig.

Eintracht Frankfurt: Drei Gründe für den Aufschwung

1. Die Abwehr kompensiert Abrahams Abschied gemeinschaftlich

Die Dreier-Abwehrkette funktioniert auch ohne den nach Argentinien zurückgekehrten "Capitano" David Abraham. Das liegt einerseits daran, dass die SGE mit Hinteregger (27) einen der abgeklärtesten und routiniertesten Verteidiger der Liga in ihren Reihen hat, der den Laden gemeinsam mit Torhüter Kevin Trapp (30) zusammenhält.

Andererseits an den jungen Wilden: Evan N'Dicka (21), der immer stärker und sicherer wird, aber auch an Tuta (21), Abrahams Nachfolger aus Brasilien, der bereits in seinen wenigen Einsätzen angedeutet hat, wie viel Potenzial in ihm schlummert.

"Die Abwehrarbeit hat mir sehr gut gefallen", sagte Hütter nach dem Spiel in Bielefeld. "Wir waren immer hungrig, hatten die Gier und den Spaß, geschlossen zu verteidigen. Das gilt es beizubehalten."

2. Sow und Hasebe ergänzen sich im Mittelfeld hervorragend

Das Mittelfeld wird von Woche zu Woche stabiler. Hütters Idee, Makoto Hasebe (37) auf die Sechs vorzuziehen, erwies sich als kluger Schachzug. Der robuste Japaner (allein in Bielefeld gewann er 70 Prozent seiner Zweikämpfe) und der nach eineinhalb Jahren endlich in Frankfurt angekommene Djibril Sow (23), der auch Zug nach vorne mitbringt, ergänzen sich im Zentrum hervorragend.

Mit Sebastian Rode (30) und Stefan Ilsanker (31) stehen der SGE zudem zwei weitere zuverlässige Arbeiter zur Verfügung, die der Offensive den Rücken freihalten können. Und dass die Außenbahnspieler (Filip Kostic links, Erik Durm/Almamy Toure) konsequent nach hinten arbeiten, ist ohnehin nichts Neues.

3. Eine neue Büffelherde - mit Straßenkickern

16 Tore seit dem Augsburg-Spiel - die Offensive der Hessen ist endlich entfesselt. Den Grundstein dafür legte Hütter im Dezember, indem er mit Neuzugang Amin Younes (27) und Rückkehrer Aymen Barkok (22) zwei Akteure der Kategorie "Straßenkicker" häufiger von der Leine ließ und dafür einen Stürmer (Bas Dost) opferte.

Younes und/oder Barkok hoben das Kombinationsspiel der SGE gemeinsam mit Daichi Kamada (24) auf eine völlig neue Stufe, wovon Top-Torjäger Andre Silva (25/in der Bundesliga bei 14 Saisontreffern) bis heute enorm profitiert. Dost (31), der Leidtragende, verabschiedete sich im Winter folgerichtig nach Brügge.

Umso besser aus SGE-Sicht, dass die Kaderplaner um Fredi Bobic das Kunststück vollbrachten, den verlorenen Sohn Luka Jovic (23) als vorübergehenden Ersatz für den Niederländer aus Madrid zurückzuholen. Dass bei dem Serben nach drei Einsätzen bereits drei Tore zu Buche stehen, zeigt nicht nur seine Qualität, sondern auch die seiner Nebenleute wie Kostic, die ihn überragend einzusetzen wissen.

Eintracht Frankfurt: Reicht es für Europa?

Kurzum: Die Eintracht hat sich nach einem holprigen Start in die Saison, in der das Ziel Europa League in weite Ferne zu rücken schien, stabilisiert und eine neue Büffelherde herangezüchtet, die spielerisch noch mehr verspricht als die Originalbesetzung 2018/2019 mit Ante Rebic, Sebastien Haller und eben Jovic.

Der Rückkehrer selbst sagte bereits nach seinem ersten Einsatz: "Die Mannschaft ist nicht schlechter als die, die ich 2019 verlassen habe. Ich erwarte womöglich sogar bessere Resultate als damals."

Bleibt die Defensive so stabil und bleiben die aktuell unverzichtbaren Aktivposten wie Kostic und Silva fit, könnte sich Jovics Prognose bewahrheiten - auch vor dem Hintergrund, dass die SGE im Gegensatz zu einigen Konkurrenten um die europäischen Platz wie Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund oder Bayer Leverkusen keine Doppelbelastung hat und somit ihre ganze Energie in die Liga investieren kann.

SGE auf Platz sechs: Die obere Tabellenhälfte der Bundesliga

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
1.Bayern München1749:252439
2.RB Leipzig1831:171435
3.Bayer Leverkusen1832:181432
4.Wolfsburg1827:19832
5.Borussia M'gladbach1835:28731
6.Eintracht Frankfurt1835:27830
7.Borussia Dortmund1835:26929
8.1. FC Union Berlin1833:231028
9.SC Freiburg1833:29427
10.VfB Stuttgart1833:29422
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