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Gesundheitsökonom Kainzinger kritisiert Verbot von Zuschauern im Sport: "Laufen stur in eine Richtung"

SID
Geisterspiel

Gesundheitsökonom Florian Kainzinger geht das im November geltende vollständige Verbot von Zuschauern im Sport zu weit. "Gerade im Outdoor-Bereich" sei dies nicht notwendig, sagte der 38-Jährige dem Online-Portal nordbayern.de: "5000 Menschen im Berliner Olympiastadion sind weder auf den Rängen noch bei der Abreise ein Problem."

Kainzinger, der das Hygienekonzept für das Finalturnier der Basketball Bundesliga (BBL) in München erarbeitet hatte, kann verstehen, warum die Politik so entschieden hat.

"Man hat die Zahlen, wie sich die Situation in den kommenden Wochen entwickeln wird, und dass man da gegensteuern will, ist richtig", sagte der Experte. Er würde sich aber wünschen, "dass man sich differenzierter damit auseinandersetzt, wo es Ansteckungsketten gibt - und wo nicht".

Das gelte ganz grundsätzlich. "Wir können nicht einem Thema - einem zugegeben wichtigen Thema - alles unterordnen und viele andere hinten runterfallen lassen", so Kainzinger: "Da hängen Existenzen dran, die psychische Gesundheit vieler Menschen. Das blenden wir aus und laufen momentan stur in eine Richtung."

Ein "zu 100 Prozent sicheres Konzept" gebe es nicht, "aber wenn sie in den Supermarkt gehen oder mit der U-Bahn zur Arbeit fahren, gibt es auch ein Risiko, sich anzustecken", sagte Kainzinger. Eine Impfung sei kein Allheilmittel: "Wir wissen nicht, ob sie auf Dauer schützt oder nur eine gewisse Zeit. Wir können nicht mehr wie früher alles unkontrolliert zulassen und so tun, als gäbe es das Virus nicht, aber wir müssen uns anpassen."

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