Fussball

Werder Bremen blickt in den Abgrund: Kaum noch Hoffnung an der Weser

SID
Werder Bremen steht vor dem ersten Abstieg in die 2. Liga seit 40 Jahren.

Werder Bremen steht ganz dicht am Abgrund. Es braucht wieder einmal ein Wunder von der Weser - doch nach dem Nackenschlag von Mainz versprühen die Hanseaten kaum noch Hoffnung.

Aus den feuchten Augen von Florian Kohfeldt sprach die pure Leere. Der gesenkte Blick und seine leisen Worte versprühten keinen Mut mehr, nur noch Ratlosigkeit, Enttäuschung und Resignation - es wirkte, als wäre Werder Bremen bereits aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen.

"Ich kann nicht direkt nach dem Spiel Zuversicht verbreiten oder Dinge ansprechen, die mir Hoffnung machen für nächste Woche", sagte der schwer geknickte Trainer der Hanseaten nach dem brutalen Nackenschlag im Abstiegskampf: "Ich bin sehr, sehr enttäuscht, ich bin leer."

Werder Bremen steht vor dem ersten Abstieg seit 40 Jahren

Das Bild des Jammers, das Kohfeldt nach dem 1:3 (0:2) im Keller-Showdown beim FSV Mainz 05 abgab, sprach Bände. "Wir haben nur noch eine geringe Chance, aber es ist eine Chance", sagte der 37-Jährige zwar, es klang aber alles andere als kämpferisch. Der erste Abstieg seit 40 Jahren, das wurde am Samstagabend klar, ist kaum mehr zu verhindern. Alles deutet darauf hin, dass Werders 1900. Bundesligaspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Köln für längere Zeit das letzte gewesen sein wird.

Es bräuchte schon eines dieser "Wunder von der Weser", für die die Norddeutschen im Europapokal berühmt-berüchtigt waren - doch der absolute Glaube daran fehlt augenscheinlich. "Wir sind es jedem - uns selber und vor allen Dingen jedem Mitarbeiter und jedem Fan dieses Vereins - schuldig", sagte Kohfeldt, "nächste Woche alles dafür zu tun, diesen Sieg zu holen." Für ein Wunder ist das aber nur die halbe Miete.

Denn am letzten Spieltag muss Bremen im Fernduell um den Relegationsplatz mit Fortuna Düsseldorf zwei Punkte gutmachen. Kohfeldt und sein Team sind daher auf einen Patzer der Rheinländer bei Union Berlin angewiesen, müssen selber gegen Köln gewinnen - bei einem Düsseldorfer Unentschieden sogar mit vier Toren Differenz. Selbst bei Tor- und Punktgleichheit (Bremen gewinnt 4:0, Düsseldorf spielt 4:4) würde Werder aufgrund des verlorenen direkten Vergleichs (1:3, 1:0) absteigen. Hoffnung auf ein Bremer Schützenfest gibt die bisherige Saison jedoch kaum her. Im heimischen Weserstadion haben die Grün-Weißen erst einen Sieg eingefahren und mickrige neun Tore geschossen.

Der Tabellenkeller vor dem letzten Spieltag

PlatzTeamSp.ToreDiffPkt.
..................
15.FC Augsburg3344:61-1736
16.Fortuna Düsseldorf3336:64-2830
17.Werder Bremen3336:68-3228
18.SC Paderborn 073335:71-3620

Werder Bremen hat "eine Minichance"

Bei allem Frust gab es gegen die nun geretteten Mainzer aber auch Mutmacher, etwa der Biss und der Wille aus den Anfangsphasen beider Halbzeiten, aus denen aber nur der Treffer von Yuya Osako (58.) heraussprang. Die Passivität wie bei den Gegentreffern durch Robin Quaison (25.), Jean-Paul Boetius (30.) und Edimilson Fernandes (85.) gilt es gegen formschwache Kölner hingegen tunlichst zu vermeiden.

Zunächst muss Kohfeldt die Enttäuschung über die verpasste "Riesenchance", die Düsseldorf den Bremern durch das 1:1 gegen den FC Augsburg bot, aus den Köpfen kriegen. "Nichts ist verloren", sagte Kapitän Niklas Moisander bei Sky: "Wir haben noch ein Spiel und glauben noch immer dran." Und auch der frühere Erfolgsmanager Willi Lemke will seine Bremer noch nicht abschreiben. "Ich werde jetzt nicht erzählen, dass wir schon abgestiegen sind", sagte der 73-Jährige im Aktuellen Sportstudio und betonte: "Wir haben noch eine Minichance." Mehr aber auch nicht.

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