Fussball

U17-Nationaltrainer Christian Wück über Leverkusen-Youngster Florian Wirtz: "Lasst den Jungen einfach kicken!"

Von Dennis Melzer
Florian Wirtz gilt als Top-Talent bei Bayer Leverkusen.

Christian Wück, Trainer der deutschen U17-Nationalmannschaft, hat lobende Worte für die Entwicklung von Leverkusens Top-Talent Florian Wirtz gefunden. Ein Vergleich mit dessen Teamkollegen Kai Havertz sei jedoch verfrüht.

"Ob man ihn jetzt schon mit Kai, also einem momentanen Top-Spieler in Deutschland, vergleichen sollte, weiß ich nicht", sagt Wück im exklusiven Gespräch mit SPOX und Goal vor der Partie zwischen dem SC Freiburg und Bayer Leverkusen (20.30 Uhr in Deutschland und der Schweiz live bei DAZN). Er schob nach: "Mein Tipp: Lasst den Jungen einfach kicken!"

Wirtz war Ende Januar dieses Jahres von der U17 des 1.FC Köln nicht ganz geräuschlos zur Werkself gewechselt und hatte kürzlich gegen Werder Bremen sein Bundesliga-Debüt gefeiert. Dabei avancierte er zum jüngsten Bayer-Profi der Klubgeschichte. "Er ist sehr klar im Kopf, weiß ganz genau, wo er hinmöchte und wie er diese Ziele erreichen kann. Flo ist geerdet. Deshalb hat er es auch schon so früh in die Bundesliga geschafft", erklärt Wück.

Christian Wück: "Leverkusen hat einen genauen Plan" mit Florian Wirtz

Negativ beeinflusst habe der Wechsel-Wirbel den Youngster nicht: "Dass ein Wechsel von Köln nach Leverkusen nicht ohne Störungen vonstatten geht, liegt in der Natur der Sache", sagt Wück. "Aber das hat ihn nicht belastet. Peter Bosz baut ihn ganz behutsam auf - im ersten Spiel durfte er von Beginn an ran, im zweiten blieb er 90 Minuten auf der Bank und gegen Wolfsburg stand dann wieder eine Halbzeit zu Buche. Leverkusen hat also einen genauen Plan, wie sie den Jungen an die Bundesliga heranführen möchten."

Mit Blick auf Wirtz' Qualitäten sagt Wück: "Flo ist unheimlich spielintelligent. Er erkennt Situationen auf dem Fußballplatz innerhalb kürzester Zeit und zieht die richtigen Schlüsse. Was ihn so besonders macht und von vielen anderen Jugendspielern abhebt, ist seine hervorragende Ausbildung im basistechnischen Bereich."

Christian Wück: "Wir haben ihn nie in eine Rolle gedrängt"

Während Wirtz in der Nationalmannschaft die Zehnerposition bekleidet, kam er bei seinen bisherigen beiden Einsätzen für Leverkusen auf dem Flügel zum Einsatz. "Wir haben ihn nie in eine Rolle gedrängt, weil wir das Potenzial der Spieler erkennen und ihre Kreativität fördern wollen", sagt Wück. Er ergänzt: "Aber insgesamt verfügt Flo über eine beeindruckende Flexibilität, sodass er auch auf den Außenbahnen eingesetzt werden kann. Dass ihm auch diese Rolle liegt, hat er zuletzt gegen Wolfsburg bewiesen, als er am einzigen Leverkusener Treffer mittelbar beteiligt war."

Doch in welchen Bereichen hat Wirtz noch Verbesserungspotenzial? "Er hatte körperliche und athletische Probleme, als wir in der U15 mit ihm angefangen", erinnert sich Wück. "Er war relativ häufig verletzt, hatte leider häufig mit muskulären Beschwerden zu kämpfen. Sowohl der 1. FC Köln als auch Bayer Leverkusen haben in diesem Bereich bei ihm angesetzt, um diese Thematik sukzessive zu verbessern."

Christian Wück: Wirtz in der A-Nationalmannschaft? "Wäre eine richtig tolle Sache"

Dementsprechend habe der gebürtige Pulheimer mit Blick auf seine Athletik in der jüngeren Vergangenheit "eine positive Entwicklung genommen." Wück attestiert seinem Schützling weiter: "Flo hat sich stark im Zweikampf verbessert und ist robuster geworden. Ich hoffe, er geht diesen Weg weiter."

Wück ist überzeugt, dass ebenjener Weg für Wirtz weit nach oben führen kann: "Wir beim DFB sind der Meinung, dass er im Jahrgang 2003 ein herausragender Spieler ist. Ich durfte den Jahrgang in den vergangenen Jahren begleiten und denke, dass einige interessante Personalien dabei sind. Flo gehört aber sicherlich zu den Top-Drei. Er kann es sehr weit bringen, wenn er so weitermacht. Und wenn der Weg bis in die A-Nationalmannschaft führt, dann wäre das eine richtig tolle Geschichte."

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