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Fussball

"Traurig, nicht Bayern-Jäger zu sein"

Klaus Allofs ist optimistisch, im kommenden Jahr wieder um Europa zu spielen
© imago

SPOX: Sie haben vor gut einem Jahr im SPOX-Interview gesagt, dass es nicht ewig der Fall sein muss, dass der VfL hinter den Möglichkeiten des FC Bayern zurückliegt. Heute heißt es: "Bayern ist uns einfach um Lichtjahre voraus. Wir kämpfen nicht mit den gleichen Waffen." Hat in einem Jahr so ein großes Umdenken stattgefunden?

Allofs: Nein, ich kann mit großer Bestimmtheit sagen, dass ich in dieser Sache immer eine klare Sichtweise hatte. Wir haben allen, die uns als Bayern-Jäger bezeichnet haben, versucht klarzumachen, dass das falsch ist. Wir sind nicht der Bayern-Jäger und können es beim Blick auf die Tatsachen auch gar nicht sein. Die finanziellen Verhältnisse lassen das gar nicht zu.

SPOX: Trotzdem wären Sie gerne näher dran.

Allofs: Das ist doch selbstverständlich. Natürlich wollen wir den Abstand zu Bayern verringern. Von daher bin ich etwas traurig darüber, dass es sich bewahrheitet hat, dass wir nicht Bayern-Jäger sind. Im Endeffekt zeigt das aber, dass unsere Einschätzung im letzten Jahr einfach realistisch war. Deswegen bin ich auch froh, dass wir uns so klar positioniert haben. Diese Schadenfreude, die es sonst gegeben hätte, ist uns so zum Glück erspart geblieben.

SPOX: Wo sehen Sie den VfL dann in den kommenden Jahren?

Allofs: Wir können eine der besten vier Mannschaften in Deutschland werden. Wenn man uns eingebettet in den finanziellen Verhältnissen in Deutschland sieht, ist das realistisch. Volkswagen ist einhundertprozentiger Eigner des VfL Wolfsburg. Von daher ist der Rahmen klar vorgegeben. Darüber hinaus sind wir über das Financial Fair Play sehr stark eingeschränkt, was das Investitionsvolumen angeht. Es ist also nicht realistisch, Bayern München anzugreifen. Es kann im Einzelfall funktionieren, dass man mal Meister oder Pokalsieger wird. Die Normalität aber ist, dass die Bayern uns weit voraus sind.

SPOX: Sie haben gesagt, der VfL werde definitiv nicht mit diesem Kader in die neue Saison gehen. Wie groß wird der Umbruch im Sommer sein?

Allofs: Das kann ich noch nicht sagen. Ich will meine Aussage noch einmal erklären: Mit Daniel Didavi steht bereits ein Neuzugang fest. Allein von daher wird sich die Mannschaft schon verändern. Ich würde unseren Plan für diesen Sommer nicht als Transfer-Offensive bezeichnen, jedoch werden wir uns auf der einen oder anderen Position verstärken. Erfahrungsgemäß werden uns auch einige Spieler verlassen. Zudem gibt es Ausstiegsklauseln in zwei Fällen.

SPOX: Luiz Gustavo und Ricardo Rodriguez.

Allofs: Richtig. Es ist aber nicht gesagt, dass sie uns deshalb verlassen. Die Möglichkeit ist jedoch da. Darauf aufbauend werden wir sehen, inwiefern wir reagieren müssen und das letztlich auch wieder auffangen können. Vieles ist von diesen beiden Personalien abhängig. Es wird weitere Veränderungen geben, allerdings keinen radikalen Neuaufbau. Dafür gibt es auch keinen Grund. Generell eröffnet uns aber jede Änderung auch die Chance, neue Schwerpunkte zu setzen.

SPOX: Gerade Rodriguez und Gustavo sind absolute Leistungsträger. Wie zuversichtlich sind Sie, dass die beiden in Wolfsburg bleiben?

Allofs: Ich kann es aktuell nicht beurteilen. Die Verträge wurden bewusst so gemacht. Ohne diese Klauseln hätten wir damals keine Chance gehabt, uns mit den Spielern zu einigen. Andererseits würden uns die vereinbarten Konditionen auch ermöglichen, entsprechenden Ersatz zu verpflichten. Natürlich würden wir beide Spieler in guter Form aber sehr gerne behalten.

SPOX: Gab es schon Signale vom einen oder anderen Spieler, den Verein im Sommer verlassen zu wollen?

Allofs: Nein. Bislang hat keiner einen Wechselwunsch geäußert.

SPOX: Gerade die Nationalspieler haben sicher den Anspruch, auch auf Vereinsebene international zu spielen. Dieses Argument würde bei Ihnen in diesem Sommer sicher nicht ziehen, sollte einer damit auf Sie zukommen, oder? Schließlich hat die Mannschaft den internationalen Wettbewerb selbst verspielt.

Allofs: Es ist schön, dass Sie es sagen. So kann man das sehen. Europa reicht als Argument nicht aus. Es gibt Beweggründe, mit denen man sich auseinandersetzen muss - wie zum Beispiel bei Kevin De Bruyne. Das gilt aber natürlich nicht grundsätzlich. Dafür gibt es ja Verträge. Wer keine Klausel hat, unterliegt daher der Entscheidung des Vereins.

SPOX: Wie oft fiel beim VfL in den letzten Tagen eigentlich schon der Name Mario Gomez?

Allofs: Wenn ein Spieler so eine erfolgreiche Saison spielt, ist es klar, dass man sich damit beschäftigt. Ich werde es aber nicht weiter kommentieren. Wir werden täglich mit den unterschiedlichsten Spielern in Verbindung gebracht. Wir haben klare Vorstellungen, wo wir uns verstärken wollen. Sobald es etwas zu vermelden gibt, tun wir das auch.

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