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Fussball

Bendtner schießt Wolfsburg zum Titel

Kevin De Bruyne und Nicklas Bendtner feiern den späten Ausgleich des VfL Wolfsburg
© getty

Der VfL Wolfsburg hat den ersten Titel der Saison 2015/16 gewonnen. Im Finale des Supercups bezwang der DFB-Pokalsieger den amtierenden Meister FC Bayern München mit 6:5 (1:1, 0:0) nach Elfmeterschießen. Nicklas Bendtner rettete die Wölfe kurz vor Schluss in das Elfmeterschießen und verwandelte den entscheidenden Strafstoß vom Punkt.

Arjen Robben brachte den FC Bayern München vor 30.000 Zuschauern in der Volkswagen Arena mit 1:0 in Führung (49.). Für Robben war es der dritte Treffer im dritten DFL-Supercup-Einsatz.

Kurz vor dem Abpfiff kam Wolfsburg doch noch zum Ausgleich. Nicklas Bendtner verwertete in der 89. Minute eine Hereingabe von Kevin De Bruyne. Im Elfmeterschießen trafen dann alle Wolfsburger, während Xabi Alsono an Coen Casteels scheiterte.

Bayern scheitert damit zum dritten Mal in Folge im Supercup-Finale. In den beiden Jahren zuvor unterlag der Rekordmeister jeweils Borussia Dortmund.

FCB-Neuzugang Arturo Vidal wurde in der 74. Minute eingewechselt und bestritt damit sein erstes Spiel in einem deutschen Vereinswettbewerb seit 1540 Tagen (34. Spieltag 2010/11 in Freiburg).

Die Reaktionen:

Pep Guardiola (Trainer FC Bayern): "Titel sind Titel, die wollen wir gewinnen. Deshalb ist es schade. Für Trainer und Fußballspieler sind Titel immer wichtig. Wir hatten die ersten 25 Minuten gute Chancen und haben gut verteidigt. Wir waren mit Xabi und Boateng aber zu langsam nach hinten. Elfmeter ist Mentalität. Xabi hat das gut gemacht. Doch der Wolfsburger Torhüter hat gut gehalten. Wir haben alles gegeben, um dieses Spiel zu gewinnen. That's it! Weiter, immer weiter! Wolfsburg, Leverkusen, BVB, Schalke und Gladbach haben sehr, sehr gute Mannschaften. Unser großes Ziel ist aber die vierte Meisterschaft. Das hat in der Bundesliga noch nie jemand geschafft."

Jerome Boateng (FC Bayern): "Es kann nicht sein, dass wir kurz vor dem Ende ein solch blödes Tor bekommen. Wir hätten das Spiel schon vorher längst entscheiden müssen. Das ist unglücklich und ärgerlich."

Dieter Hecking (Trainer Wolfsburg): "Nach so einem Tag wie heute weiß man, wofür man arbeitet. Wir wünschen uns natürlich, dass Bendtner in die Rolle reinschlüpft, die wir ihm zugedacht haben. Seit sieben bis zehn Tagen hat er verstanden, was wir von ihm wollen. Wir haben viele interessante Spieler. Was Europa angeht, müssen wir uns erst noch einen Namen schaffen. Kevin hat gesehen, was mit dieser Mannschaft nächste Saison möglich ist. Wir wollen ihn nicht verkaufen, wir wollen ihn halten."

Kevin De Bruyne (Wolfsburg): "Wir haben alles versucht - und auch ein bisschen Glück gehabt."

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Wolfsburg-Trainer Hecking kann auf De Bruyne zurückgreifen, der rechtzeitig fit geworden ist. Auf den Außen erhält Caligiuri den Vorzug vor Schürrle, im Strum darf Dost beginnen, Neuzugang Kruse sitzt zunächst nur auf der Bank. Das Tor der Wölfe hütet Casteels, Benaglio muss mit Rückenprobkemen passen.

Gegenüber Guadiola bringt Robben von Beginn an, Vidal sitzt auf der Bank. Lahm spielt wie angedeutet auf der rechten Seite, Alaba, der sein erstes Pflichtspiel seit März absolviert, links. In Gedenken an Stephan Beckenbauer, den Sohn Franz Beckenbauers, laufen die Spieler des FC Bayern mit Trauerflor auf.

8.: Schöne Eckenvariante der Bayern. Robben flankt von rechts an den Sechzehner, wo Thiago das Leder per Flugkopfball touchiert und so zu Boateng weiterleitet. Der Innenverteidiger setzt das Spielgerät aus acht Metern linker Position an die Latte.

13.: Jetzt die Wölfe, die vor dem Strafraum der Bayern flüssig kombinieren. Am Schluss hält der aufgerückte Vierinha aus knapp 18 Metern drauf und verfehlt den linken Knick nur um wenige Zentimeter.

24.: Rodriguez dreht eine Ecke von links mit viel Schnitt vom Tor weg. Im Zentrum verschätzt sich Boateng und ermöglich Perisic die Chance zum Kopfball - knapp einen Meter links vorbei.

26.: Lewandowski setzt sich über rechst durch und legt zum mitgelaufenen Douglas Costa quer. Statt selber zu schießen, sucht dieser erneut den Polen. Naldo kann klären.

32.: Benatia befördert eine Perisc-Flanke aus kurzer Distanz unglücklich Richtung eigener Kasten. Neuer reagiert blitzschnell und verhindert den Rückstand.

42.: Das muss die Führung sein. Naldos langer Ball auf De Bruyne hebelt die Bayern-Abwehr aus. Neuer kommt zu spät raus und wird vom Belgier überlupft. Aus 15 Metern trifft der Fußballer des Jahres dann aber das leere Tor nicht.

49., 0:1, Robben: Boateng erreicht Douglas Costa diagonal. Die scharfe Hereingabe des Brasilianers lässt Casteels nach vorne klatschen, wo Robben am schnellsten reagiert und die Kugel über die Linie spitzelt.

58.: Riesen-Pass von De Bruyne in die Schnittstelle der Bayern-Abwehr, wo Boateng Dost im Rücken verloren hat. Der Niederländer läuft noch ein paar Meter, hämmert die Kugel aber genau auf Neuer, der lange stehen geblieben war.

80.: Vieirinha ist an der Strafraumkante komplett ungedeckt und packt aus 18 Metern den Hammer aus. Neuer ist unten und fischt das Leder aus der rechten Ecke.

89., 1:1, Bendtner: Doch noch der Ausgleich. De Bruyne ist über rechts durch und bringt den Ball flach ins Zentrum. Dort ist Bendtner Boateng enteilt und knallt die Kugel trocken ins kurze Eck.

Elfmeterschießen:

1:2 Vidal

2:2Rodriguez

Casteels hält gegen Xabi Alonso

3:2 De Bruyne

3:3 Robben

4:3 Schürrle

4:4 Lahm

5:4 Kruse

5:5 Douglas Costa

6:5 Bendtner

Fazit: Die reguläre Spielzeit endete mit einem gerechten Unentschieden. Beide Teams hatten gute Torchancen, nach 90 Minuten hätte locker auch ein 3:3 auf der Anzeigetafel stehen können. Im Elfmeterschießen hatte Wolfsburg dann die besseren Nerven.

Der Star des Spiels: Nicklas Bendtner. Der Matchwinner des Abends. Musste 70 Minuten lang zusehen, war dann aber voll da. Rettete sein Team erst in das Elfmeterschießen und versenkte dort dann auch noch den letzten und entscheidenden Strafstoß. Ebenfalls stark: Douglas Costa und Kevin De Bruyne.

Der Flop des Spiels: Daniel Caligiuri. Durfte statt Schürrle starten und konnte keine Eigenwerbung betreiben. War offensiv kein Faktor und in der Rückwärtsbewegung zu behäbig. Nach 63 Minuten, 29 Ballaktionen und nur fünf von fünfzehn gewonnenen Zweikämpfen war Schluss für den Ex-Freiburger.

Der Schiedsrichter: Solide Partie von Marco Fritz, der bei allen wichtigen Entscheidungen richtig lag. Hatte das Spielgeschehen jederzeit unter Kontrolle und ließ sich von den Akteuren nicht auf der Nase tanzen. In der Vergabe der Gelben Karten nicht immer konsequent.

Das fiel auf:

  • Pep schickte sein Team in einem 4-1-4-1 mit Xabi Alonso als alleinige Sechs auf das Feld. Davor agierten Thiago und Müller auf den Halbpositionen. Müller interpretierte diese Position sehr frei und war auf dem ganzen Platz zu finden.
  • Nach der anfänglichen Druckphase der Bayern kam Wolfsburg immer besser ins Spiel, kreierte Chancen und hielt die Bayern vom eigenen Strafraum fern - zwischen der 20. und 45. Minute schoss der Rekordmeister kein einziges Mal auf das Tor. Die Gäste hatten zwar mehr Ballbesitz, fanden aber keinen Weg durch das Zentrum Wolfsburgs.
  • Gleichzeitig gelang es dem FCB weitestgehend, die Konter der Wölfe zu unterbinden. Guardiola beorderte Lahm und Alaba auf den Außenpositionen sehr weit in die Hälfte des Gegners. Caligiuri und Perisic waren so gezwungen, ihren Gegenspielern zu folgen. Wenn sich Wolfsburg Chancen zum Tempo-Gegenstoß boten, waren beide meist zu tief in der eigenen Hälfte, um sich einschalten zu können.
  • Dafür offenbarte Bayern einige Abstimmungsschwierigkeiten in der Innenverteidigung. Dost, De Bruyne und Bendtner gelang es mehrfach, Boateng und Benatia zu enteilen.
  • Vieirinha hatten einen schweren Stand gegen Douglas Costa. Der pfeilschnelle Brasilianer nahm seinem Gegenspieler mit seinem explosiven Antritt regelmäßig die ersten Meter ab und konnte frei flanken. Auf diese Weise entstand auch der Treffer zum 1:0.

VfL Wolfsburg - Bayern München: Alle Daten zum Spiel

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