Wölfe-Coach McClaren setzt auf Meistertaktik

SID
Für Wolfsburg-Trainer Steve McClaren gab es zuletzt ein 0:2 in Dortmund
© Getty

Zurück in die Zukunft beim VfL Wolfsburg: Nach dem desaströsen Saisonstart mit null Punkten aus drei Spielen will Trainer Steve McClaren zur Meistertaktik von 2009 zurückkehren.

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Drei Spiele, null Punkte, acht Gegentore: Nach dem Katastrophenstart mit dem Bundesligisten VfL Wolfsburg bewegt sich Trainer Steve McClaren taktisch zurück in die Zukunft.

Bei englischem Wetter studierte der Brite drei Tage vor dem richtungweisenden Derby gegen das Überraschungs-Team aus Hannover am Samstag (15.15Uhr im LIVE-TICKER) wieder das alte System mit zwei Stürmern ein. Wie im Meisterjahr 2009 sollen Star-Stürmer Edin Dzeko und der Brasilianer Grafite die Wölfe aus der Krise schießen.

"Man muss etwas anders machen, wenn es nicht läuft"

"Wenn man wie wir ein Problem hat, dann muss man versuchen, dafür eine Lösung zu finden. Man muss etwas anders machen, wenn es nicht läuft", sagte der frühere englische Nationaltrainer, der die Fans trotz der massiven Investitionen in Höhe von knapp 40 Millionen Euro vor Saisonbeginn um Geduld bat.

"Wir haben drei Spiele bestritten und dreimal verloren. Darüber sind wir alles andere als glücklich. Aber wir haben neue Spieler, ein neues System und einen neuen Trainer. Das braucht Zeit", so McClaren weiter

Das neue 4-2-3-1-System scheinen die Wolfsburger Profis jedoch nur sehr schwer anzunehmen, deshalb stellt McClaren jetzt um. Erstes Opfer des System-Wechsels könnte ein teurer Neuzugang werden.

Der 12-Millionen-Däne Simon Kjaer muss in der Viererkette wohl Alexander Madlung weichen. Auch Mario Mandzukic war im Training nur in der B-Elf zu finden. Und auch der Brasilianer Diego hat noch reichlich Luft nach oben.

"Haben viel investiert"

"Wir haben viel investiert. Der eine oder andere Spieler ist offenbar dem Erwartungsdruck nicht gewachsen. Viele Spieler agieren weit unter ihren Möglichkeiten. Es gibt Handlungsweisen einiger Spieler, die wir so nicht kennen", sagte VfL-Manager Dieter Hoeneß, der seine Augen vor dem Fehlstart nicht verschließt.

"Es ist eine kritische Situation. Doch manchmal ist es besser, die Krise am Saisonanfang zu haben, dann hat man noch genügend Zeit, das zu klären. Nach drei Spielen ohne Punkt gibt es aber auch nichts zu beschönigen", verkündete Hoeneß.

Die Mannschaft wirkt nach den drei Auftaktpleiten verunsichert, dennoch zählt für McClaren gegen Hannover nur ein Sieg.

"Den Druck zu gewinnen, hat man immer. Aber klar: Dieses Spiel hat eine große Bedeutung. Und wir arbeiten hart darauf hin", sagte der Engländer, der insbesondere die 3:4-Heimpleite nach 3:0-Führung gegen den FSV Mainz 05 noch nicht verarbeitet hat: "Die größte Enttäuschung war ganz klar das Heimspiel gegen Mainz, das hätten wir niemals noch aus der Hand geben dürfen."

Defensive wackelt

Probleme bereiten dem Coach vor allem die noch immer extrem wackelige Defensive.

Der derzeit noch verletzte Nationalspieler Arne Friedrich, der noch knapp zwei Monate aussetzen muss, fehlt auch als Führungsspieler in der Abwehr an allen Ecken und Enden. Dass der misslungene Start der Wolfsburger nicht spurlos an der Mannschaft vorbeigegangen ist, bestätigte Friedrich.

"Es ist ja klar, dass es nicht an der Qualität liegt. Die Mannschaft ist verunsichert, das ist deutlich zu sehen. Wir haben einige neue Spieler, spielen ein neues System und haben auch einen neuen Trainer.

Da ist es normal, dass sich einiges erst einspielen muss", sagte der ehemalige Berliner. Zumindest das neue System ist nun erstmal Geschichte.

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