Cookie-Einstellungen
Formel 1

Regen-Drama! Hamilton schnappt Vettel Pole weg

Von Alexander Maack
Während Lewis Hamilton (v.) von Platz eins startet, steht Mark Webber am Sonntag hinter ihm
© getty

Lewis Hamilton hat sich im Regen-Qualifying zum Großen Preis von Belgien (alle Sessions im LIVE-TICKER) im letzten Moment seine vierte Pole-Position in Folge gesichert. Der Mercedes-Pilot ging als letzter Fahrer auf seine schnellste Runde in Spa-Francorchamps, brauchte 2:01,012 Minuten und verwies damit Formel-1-Weltmeister Sebastian Vettel auf Platz zwei.

"Es waren heute schwierige Bedingungen", sagte Vettel anschließend: "Alles in allem können wir sehr zufrieden sein mit dem Ergebnis. Natürlich habe ich mich am Ende ein bisschen geärgert. Ich war eigentlich recht glücklich mit meiner letzten Runde."

Das Klassement des Qualifyings in der Übersicht

Dritter wurde Mark Webber im zweiten Red Bull. Die drei Erstplatzierten profitierten dabei davon, dass sich das Wetter in den Ardennen schnell veränderte. Bei Ablauf der Uhr war Nico Rosberg noch auf Platz eins. Da die Strecke danach allerdings trockener wurde, setzten Webber, Vettel und Hamilton anschließend jeweils neue Bestzeiten.

Nico Rosberg trauert verpasster Pole-Position nach

"Ich hab das gesehen: Die Strecke war auf einmal trocken - von einer Runde zur anderen", erklärte Rosberg, der am Ende Vierter wurde: "Am Ende war es einfach Pech. Es hätte genauso gut weiterregnen können. Dann wäre ich vorne gewesen."

Im Gegensatz zu Mercedes hatte Red Bull den entscheidenden letzten Umlauf bewusst nach hinten verlegt. "Es war draufgängerisch, auf der vorletzten Runde bewusst Reifen zu sparen, wenn man noch nicht mal weiß, ob sich die Strecke verbessert", gab Webber zu: "Am Ende hat aber alles geklappt."

Hamilton vollkommen überrascht

Auch bei Rosbergs Silberpfeil-Teamkollegen funktionierte alles perfekt. "Ich war sowas von überrascht, als ich die Linie überquert habe", freute sich Hamilton über die 31. Pole seiner Karriere: "Ich hatte auf meiner Boxentafel gelesen, dass ich nur Siebter oder Achter bin. Ich dachte: 'Oh mein Gott!'"

Der kurzzeitig zunehmende Regen hatte Hamilton Probleme bereitet. "Ich kam in Turn 1 weit raus und mein Display ging hoch und runter. Es zeigte an, dass ich drei Sekunden zurücklag, dann fünf oder sechs", so Hamilton: "Ich habe überhaupt nicht verstanden, was in der Runde abging. Ich hab einfach weitergepusht."

Paul di Resta verpasst Sensation

Beinahe hätte jedoch Paul di Resta für die Sensation schlechthin gesorgt. Alle Top-Ten-Fahrer außer dem Force-India-Piloten gingen in Q3 erst auf Trockenreifen auf die Strecke. Allerdings regnete es im letzten Streckenabschnitt schon. "Das war ziemlich unterhaltsam, weil es heftig angefangen hat zu regnen", scherzte Sebastian Vettel.

BLOG Der Belgien-GP 2008: Ein Co-Pilot namens Petrus

Der Schotte war deshalb der einzige Pilot aufgrund der Intermediates, der nicht direkt zum Reifenwechsel an die Box kam, eine Zeit setzte und bei zunehmender Nässe bis kurz vor Ende in Führung lag. Seine Zeit reichte noch zu Startplatz fünf.

Damit blieb di Resta nicht nur vor Jenson Button (McLaren/6.) und Romain Grosjean (Lotus/7.), er ließ auch Vettels härteste WM-Konkurrenten Kimi Räikkönen und Fernando Alonso hinter sich. Der Finne war im zweiten Lotus Achtschnellster, während der spanische Ferrari-Pilot vor seinem Teamkollegen Felipe Massa Neunter wurde.

Alonso gibt Sieg weiter als Ziel aus

"Die Bedingungen haben uns geschadet. Bei nassen Bedingungen in Q1 waren wir Erster", stellte Alonso später fest. Sein Ziel für den Sonntag: "Das Rennen gewinnen. Ich denke, das können wir schaffen, hier kann alles passieren. Vettel startete letztes Jahr als Elfter und kam als Zweiter ins Ziel."

Für Adrian Sutil und Nico Hülkenberg war dagegen nach dem zweiten Teil der Qualifikation Schluss. Auf trockener Strecke wurde Sauber-Pilot Hülkenberg Elfter. Sutil kam mit seinem Force-India über Platz zwölf nicht hinaus.

"In meiner schnellen Runde waren leider drei Autos vor mir, die mich sowas von aufgehalten haben, das war nicht in Ordnung", erklärte der Gräfelfinger Sutil und forderte eine Untersuchung durch die Rennkommissare: "Hülkenberg hat geschlafen, Rosberg hat geschlafen und Grosjean hat mich auf seiner Einführungsrunde gar nicht mehr vorbeigelassen. War nicht in Ordnung."

Drei Hinterbänkler schaffen es in Q2

Einen Erfolg erzielten dagegen Marussia und Caterham. Wenige Minuten vor Q1 setzte in den Ardennen erstmals Regen ein. Die Strecke trocknete während des ersten Qualifying-Teils jedoch wieder ab. Die Hinterbänklerteams reagierten und zogen in den Schlussminuten Trockenreifen auf, während der Rest des Feldes weiter auf Intermediates fuhr. Das Risiko wurde belohnt: Giedo van der Garde schaffte es im Caterham auf den dritten Platz in Q1 und startet von Position 14.

Ebenso qualifizierten sich beide Marussia für die zweite Session. Jules Bianchi wurde im Nassen Elfter und startet von Platz 15, Max Chilton rutschte gerade so in Q2 und geht von Rang 16 ins Rennen. Van der Gardes Teamkollege Charles Pic verpasste dagegen die Qualifikation. Sein Auto wurde nach dem ersten Run gewogen, wodurch er eine schnelle Runde auf Trockenreifen verpasste.

Quali-Duelle: So steht es im teaminternen Wettkampf

Werbung
Werbung
Werbung
Werbung