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Formel 1

Rosberg: Webber-Crash "sucks"

Von Alexander Mey
Mark Webbers Auto war nach dem Crash mit Nico Rosberg stark mitgenommen
© Getty

SPOX hat vor dem Südkorea-GP die Leistungen der sieben deutschen Fahrer Sebastian Vettel, Nico Rosberg, Michael Schumacher, Adrian Sutil, Nico Hülkenberg, Nick Heidfeld und Timo Glock prognostiziert. Jetzt geht es an die Einzelkritik. Wer hat am meisten überzeugt, wer war eine Enttäuschung?

Sebastian Vettel

Prognose: Sieg - 25 WM-Punkte

Ergebnis: Ausfall - keine WM-Punkte

Der tragische Held des Wochenendes. Seine Aussage nach dem Qualifying, man habe das Auto im Training geschont, konnte man schon als Unkenruf verstehen. Im Rennen hat der sich dann zehn Runden vor Schluss auf dramatische Weise bewahrheitet. Wieder mal war der Red Bull nicht zuverlässig genug. Nichts Neues in dieser Saison.

Bitter für Vettel, weil er durch den Ausfall die fast schon sichere WM-Führung aus der Hand geben musste und nun mit 25 Zählern Rückstand auf Fernando Alonso nur noch theoretische Chancen auf den Titel hat.

Dabei hat er sich selbst überhaupt nichts vorzuwerfen. Nach wenig Fahrpraxis im Training hat er die Nerven behalten und ist auf die Pole-Position gefahren. Die hat er in eine komfortable Führung umgemünzt, die selbst bei den zahlreichen Restarts nie in Gefahr war.

Immerhin machte es die Tatsache, dass er alles richtig gemacht hatte, für ihn etwas erträglicher. "Man sieht es mir an: Ganz so tragisch ist es nicht. Es ist sehr gravierend für die Meisterschaftssituation, aber ich kann mir nichts auf die Kappe schreiben", sagte Vettel.

Michael Schumacher

Prognose: Platz 8 - 4 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 4 - 12 WM-Punkte

Seht her, ich kann es noch! Schon im zweiten Rennen in Folge hat Schumacher genau das seinen Kritikern zugerufen. Im Regen von Südkorea setzte er mit der Abstimmung seines Autos genau auf diese Bedingungen schon mal auf das richtige Pferd. Daraus machte er im Rennen aber auch etwas.

Starke Überholmanöver gegen Kubica gleich nach dem Start und gegen Button im eigentlich überlegenen McLaren konnten sich sehen lassen. Platz vier am Ende schmeichelt ihm aber dann doch ein wenig, immerhin profitierte er von den Ausfällen von Vettel, Webber und Rosberg.

"Ich bin zufrieden, mehr war von uns nicht drin", sagte Schumacher. "Ein bisschen habe ich noch gehofft, aber Hut ab für die Jungs vor mir, die perfekt gefahren sind. Ich hatte Felipe Massa vor mir, der die ganze Zeit der schnellste Mann im Feld war, und habe mir an ihm die Zähne ausgebissen."

Nico Rosberg

Prognose: Platz 10 - 1 WM-Punkt

Ergebnis: Ausfall - keine WM-Punkte

Wäre Webber nicht gewesen, Rosberg hätte höchstwahrscheinlich auf dem Podium gestanden. Es war eine Menge Pech dabei, dass Webber nach seinem Crash so unglücklich auf die Strecke zurückgerollt ist, dass Rosberg nicht mehr ausweichen konnte und aus dem Rennen gerissen wurde.

Rosberg lag zu dem Zeitpunkt vor Hamilton und Massa im Rennen und hätte dementsprechend sogar Zweiter werden können.

"Das suckt", kommentierte Rosberg den Unfall via Twitter und kritisierte Webber. "Ich verstehe immer noch nicht, warum Webber nicht auf die Bremsen gestiegen ist. Es war verrückt, quer auf die Strecke zurückzurollen."

Ruhig Blut, Herr Rosberg, in dieser Saison geht es ohnehin in der WM um nichts mehr. Und die starke Leistung im Qualifying und das starke Überholmanöver gegen Hamilton im Regen nimmt ihm keiner mehr.

Nico Hülkenberg

Prognose: Platz 9 - 2 WM-Punkte

Ergebnis: Platz 10 - 1 WM-Punkt

Ein tolles Rennen von ihm, bis ihn kurz vor dem Ziel ein Plattfuß einen fast schon sicheren fünften oder sechsten Platz gekostet hat. Das ändert aber nichts daran, dass er mit den schwierigen Bedingungen genauso gut zurechtgekommen ist wie der erfahrene Barrichello. Es wird nicht an seinem fahrerischen Können liegen, sollte Hülkenberg sein Williams-Cockpit verlieren.

"Ich war prima unterwegs, aber vier Runden vor dem Ziel sagte mir mein Ingenieur, dass wir einen Plattfuß hinten links hätten. Deswegen bin ich von der Strecke gerutscht und schließlich auch noch einmal zum Boxenstopp gekommen. Sehr schade, denn wir hätten ein gutes Ergebnis einfahren können", sagte Hülkenberg.

Timo Glock

Prognose: keine WM-Punkte

Ergebnis: Ausfall - keine WM-Punkte

Noch ein deutscher Fahrer, der sich unglaublich über einen Konkurrenten geärgert hat. Glock fuhr wie in Singapur ein grandioses Rennen und war von Startplatz 19 aus schon bis auf Rang zehn nach vorne gekommen. In einem Virgin wohlgemerkt! Den hielt er so lange bravourös, bis Toro-Rosso-Pilot Sebastien Buemi hinter ihm die Nerven verlor und ihn von der Strecke rammte.

"Wir hatten im ersten Teil des Rennens eine gute Pace, waren klar das schnellste neue Team. Es ist einfach schade, dass wir nicht ins Ziel kamen. Und das alles nur wegen eines Fehlers von Buemi", schimpfte Glock. Immerhin hat er mal wieder gezeigt, was er kann.

Nick Heidfeld

Prognose: keine WM-Punkte

Ergebnis: Platz 9 - 2 WM-Punkte

Wieder ein gutes Rennen von ihm, wieder wurde er aber von Sauber-Kollege Kamui Kobayashi geschlagen. Heidfeld wechselte ziemlich früh von Regenreifen auf Intermediates und hatte deshalb gegen Rennende große Probleme mit der Haftung. Dank des späten Reifenschadens von Hülkenberg hat er noch Platz neun geerbt.

"Ich bin sehr zufrieden damit, zweimal in Folge in die Punkte gefahren zu sein. Man darf nicht vergessen, dass ich erst vor drei Rennen wieder ins Cockpit gestiegen bin", sagte Heidfeld und fügte in Sachen Cockpitsuche für 2011 hinzu: "Es sieht gut aus - und das nicht nur bei einem Team."

Adrian Sutil

Prognose: keine WM-Punkte

Ergebnis: Ausfall - keine WM-Punkte

Ein Rückfall in alte Zeiten bei Sutil. Er fuhr ein wildes Rennen, übermotiviert und mit einigen Fehlern, unter denen nicht nur er selbst litt. Er drängte Button von der Piste und knallte in Kobayashi rein. Das bedeutete nicht nur sein Aus mit kaputter Radaufhängung, er muss dafür in Brasilien auch fünf Startplätze zurück. Gegen Teamkollege Vitantonio Liuzzi, der unauffällig auf Platz sechs fuhr, sah er ausnahmsweise mal ganz alt aus.

"Ich hatte ziemlich viele Bremsprobleme", erklärte Sutil. "Es war ein ständiges Auf und Ab. Ich gewann Positionen und verlor sie wieder. Damit bin ich nicht zufrieden."

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