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Formel 1

FIA-Vize: Keine weitere Strafe gegen Ferrari

SID
Fernando Alonso (r.) fuhr vor Ferrari-Kollege Felipe Massa in Hockenheim auf Platz eins
© Getty

Laut einem der Vizepräsidenten des Automobil-Weltverbandes FIA wird Ferrari nach dem Stallorder-Skandal von Hockenheim nicht durch den Motorsport-Weltrat bestraft werden.

Ferrari hat nach dem Teamorder-Skandal vom Hockenheimring möglicherweise keine weitere Strafe zu befürchten.

"Man hat entschieden, den Fall an den Motorsport-Weltrat zu geben. Aber dort wird nichts passieren", sagte Carlos Gracia, einer der sieben Vizepräsidenten des Automobil-Weltverbandes FIA, der spanischen Sporttageszeitung "As".

Gracia weiter: "Das Vergehen wurde bereits geahndet, Ferrari hat die Strafe akzeptiert und die Sache ist damit vom Tisch. Man kann nicht zweifach für ein Vergehen bestraft werden."

Die Rennkommissare hatten Ferrari am Sonntag mit einer Strafe von 100.000 Dollar belegt.

Stallorder-Verbot soll abgeschafft werden

Der Präsident des spanischen Motorsportverbandes will sich für eine Abschaffung des Teamorder-Verbots einsetzen.

"Ich werde das vorantreiben", versprach Gracia, schränkte aber ein: "Das ist etwas kompliziert, denn die Formel-1-Kommission muss erst einmal eine Einigung erzielen, bevor es dann dem Weltrat vorgeschlagen werden kann."

Daran, dass es sich bei dem Überholmanöver von Fernando Alonso und Felipe Massa am Sonntag um Teamorder gehandelt habe, besteht für Gracia aber "gar kein Zweifel".

Umfrage: Teamchefs bei Teamorder unentschieden

Unterdessen gehen die Haltungen der Teamchefs im Streit um eine Abschaffung des Teamorder-Verbotes auseinander.

In einer Umfrage der "Bild"-Zeitung sprachen sich Ferrari, das am Sonntag auf dem Hockenheimring durch das Überholmanöver von Fernando Alonso und Felipe Massa für einen Eklat gesorgt hatte, und Sauber für eine Abschaffung des Verbots aus. Mercedes, Force India und Red Bull waren unentschlossen, Toro Rosso und Hispania dagegen.

"Formel 1 ist ein Teamsport", argumentierte Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali und lag damit auf einer ähnlichen Wellenlänge wie tags zuvor Formel-1-Boss Bernie Ecclestone.

"Teamorder sollte in Zukunft erlaubt sein, weil in der Formel 1 letztlich die Interessen des Teams im Vordergrund stehen", meinte Peter Sauber.

Horner: "Völlig egal, ob richtig oder falsch"

Ross Brawn, Teamchef von Michael Schumacher und Nico Rosberg bei Mercedes, sagte: "Im Moment geht das Verbot der Teamorder in vielerlei Hinsicht an der Realität vorbei. Teams und Fia müssen gemeinsam eine Lösung erarbeiten, die den Wettbewerb genauso berücksichtigt wie die Interessen des Teams. Unsere Fahrer sollen gegeneinander fahren, aber letztlich auch an das gesamte Team denken."

Sebastian Vettels Red-Bull-Boss Christian Horner wich ein bisschen aus: "Es ist völlig egal, ob Stallorder richtig oder falsch ist. Sie ist durch die Regeln verboten. Das ist der Stand."

Stevenson: "Regel eher falsch"

Force-India-Teammanager Andy Stevenson meinte, dass "eher die Regel falsch ist, als dass Ferrari etwas falsch gemacht" habe.

Allerdings wollte der Teamchef von Adrian Sutil die Thematik nicht abschließend beurteilen: "Wir waren noch nie in einer solchen Situation."

Klar gegen eine Abschaffung des Verbots sprechen sich Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost ("Um dem Zuschauer fairen Sport zu bieten, muss Teamorder verboten bleiben") und Hispania-Boss Colin Kolles aus: "Stallorder muss verboten bleiben. Sonst würde der Sport zu sehr beschädigt."

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