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Basketball

Bamberg kämpft sich ins Top 16

Janis Strelnieks und die Bamberger fighteten in Istanbul vorbildlich
© getty

Die Brose Baskets Bamberg (5-2) haben am siebten Spieltag der Turkish Airlines Euroleague den Einzug in die Zwischenrunde mit einem Sieg gegen Darussafaka Dogus (3-4) perfekt gemacht. Der Schlüssel zum 65:54-Erfolg (BOXSCORE) in fremder Halle war die intensive Defense. In der zerfahrenen Partie machte einmal mehr der Frontcourt den Unterschied.

Das hätte vor der Saison wohl kaum ein Bamberg-Fan gedacht: Nach nur sieben Spielen haben die Brose Baskets die Qualifikation für die Zwischenrunde perfekt gemacht. Mit fünf Siegen liegt Freak City in Vorrundengruppe D auf Platz drei und kann nicht mehr von einem Top-16-Rang verdrängt werden.

In einem zerfahrenen Spiel hatten beide Teams Schwierigkeiten in der Offense, aber Bamberg legte nach der Pause noch einmal in der Verteidigung zu, an der sich Darussafaka immer wieder die Zähne ausbiss.

Topscorer der Gäste war Daniel Theis mit 13 Punkten und 6 Rebounds, sein Nebenmann im Frontcourt, Nicolo Melli, kam auf 7 Punkte, 12 Rebounds und 4 Blocks. Auf Seiten der Türken war der Ex-Bamberger Marcus Slaughter mit 12 Zählern und 4 Rebounds am auffälligsten.

Die Reaktionen:

Andrea Trinchieri (Coach Bamberg): "Ich glaube, dass wir richtig gute Defense gespielt haben. Wir waren stabil und solide. Wir haben zwar Fehler gemacht, aber wir haben sie immer wieder ausgebügelt. In der Offensive stach kein Spieler heraus, keiner hat 20 Punkte erzielt. Aber Daniel Theis hat einen wirklich guten Job gemacht. Gerade das Spacing in seiner ersten Euroleague-Saison gefällt mir außerordentlich gut."

Nicolo Melli (Bamberg): "Wir sind als Team aufgetreten. Es war kein schönes Spiel aber wir haben es mit großem Einsatz gewinnen können. Kein Team hat viel gepunktet, aber wir sind hierher gefahren, um ins Top 16 gekommen. Das haben wir geschafft, daher sind wir sehr, sehr glücklich."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Andrea Trinchieri schickt Nikos Zisis, Brad Wanamaker, Elias Harris, Darius Miller und Nicolo Melli als erstes raus, für Darussafaka stehen Reggie Redding, Jamon Gordon, Milko Bjelica, Manuchar Markoishvili und Semih Erden auf dem Parkett.

4.: So geht Auftakt! Bamberg kommt mit Feuer aus der Kabine und ist deutlich wacher als Darussafaka. Harris mit 4 schnellen Punkten, dann aber eine Schrecksekunde: Redding rutscht aus und verdreht sich den Fuß, er muss erstmal runter. 8:3 Brose Baskets.

9.: Zerfahrene Phase mit vielen Fouls und Freiwürfen, fast alle Punkte der Gastgeber kommen von Bjelica und dem Ex-Bamberger Marcus Slaughter. Heckmann räumt Preldzic im Fastbreak ab - starke Aktion des jungen Flügelspielers. 15:14 Freak City.

13.: Jetzt drehen die Big Men auf. Erst Theis mit einem Monsterblock gegen Slaughter, dann pflückt Melli Gordon weg. Offensiv die gleiche Reihenfolge: Alley-Oop-Dunk Theis nach Pass von Miller, dann der Dreier von Melli. Bamberg führt 24:20.

20.: Beide Teams sind von der Rolle. Überhastete Abschlüsse folgen auf Fehlpässe und Schrittfehler. Gut, dass die Pause naht. 32:29 Baskets.

25.: Bamberg findet ein wenig Sicherheit. Erst trifft Heckmann den Dreier aus der Ecke, dann punktet Harris in der Zone. In der Defense glänzt Melli mit Block Nummer vier. So einfach geht's nicht, Mr. Wilbekin! 39:33 für die Gäste.

29.: Patrick Heckmann macht derzeit den Unterschied und geht mit eiserner Mentalität voran. Während sich Wilbekin immer wieder gegen die langen Kerls unter dem Korb festrennt, vollendet Theis erst nach Offensivrebound, dann nach einem Touch-Pass von - ja, genau - Heckmann! 50:39 Freak City.

34.: Eieiei, nun muss Bamberg aufpassen, dass Darussafaka nicht mehr zurückkommt. Zwei Ballverluste und ein Dreier von Gordon verkürzen den Rückstand auf 7 Zähler. Und nach langer Zeit ist auch das Publikum wieder zu hören. Nur noch 54:47 Baskets.

40.: Da ist das Top 16! Bamberg übersteht auch den letzten Ansturm der Hausherren - vor allem Janis Strelnieks, der zuvor überhaupt nicht in Erscheinung getreten war, sorgt für ein Anwachsen des Polsters. 65:54 lautet der Endstand.

Bamberg vs. Malaga: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Daniel Theis. In der ersten Hälfte war es eher Nicolo Melli, der in der Zone glänzte, doch nach der Pause übernahm Theis das Ruder. Spielte starke Defense - auch nach dem Switch gegen Guards - und nutzte seine Durchschlagskraft offensiv für viele Punkte in der Zone. Er beendete das Spiel mit 13 Punkten und 6 Rebounds. Ebenfalls stark: Patrick Heckmann.

Der Flop des Spiels: Jamon Gordon. Der Star der Türken fand überhaupt nicht ins Spiel. Weder war sein Wurf konstant, noch gelang es ihm, die Offensive seines Teams zu ordnen. Dadurch kam Hektik ins Setplay von Darussafaka und da auch Scottie Wilbekin (1/9 FG) nichts auf die Kette bekam, hingen die Spieler ohne Ball oftmals in der Luft. Die späten Punkte von Gordon (13 Zähler) halfen da auch nicht mehr.

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Das fiel auf:

  • Der Flow des Spiels wurde durch viele Fouls unterbrochen, schon im ersten Viertel holten sich Miller, Erden und Markoishvili je zwei Pfiffe ab. Zisis stand schon zur Pause bei vier Fouls und musste in Hälfte zwei erstmal draußen bleiben.
  • Auf der Bank fanden sich zu Beginn des dritten Viertels auch Miller und Harris wieder, Trinchieri setzte neben Strelnieks auf Heckmann und Radosevic - und das zahlte sich aus.
  • Die Bamberger Anfangs-Intensität verflog schnell, als Darussfaka im zweiten Abschnitt auf eine enge 3-2 Zone umstellte. Bamberg war von draußen eiskalt und konnte vom zusätzlichen Platz am Perimeter nicht profitieren. Am Ende kamen die Baskets noch auf 29 Prozent von draußen.
  • In der zweiten Hälfte fiel auch bei den Türken nichts mehr von Downtown. Sie kamen lediglich auf eine Trefferquote von 17 Prozent. Allerdings war auch die Wurfauswahl katastrophal.
  • Bamberg gewann das Duell unter den Brettern (47:37) und ließ den Ball auch deutlich besser laufen als Darussafaka, die es oftmals mit überhasteten Einzelaktionen probierten (15:10 Assists).
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