WWE SummerSlam 2018, die Analyse: Zwischen "Asshole" und "You both suck!"

Von Maurice Kneisel
Montag, 20.08.2018 | 08:15 Uhr
Roman Reigns und Brock Lesnar trafen 2018 bereits bei WrestleMania 34 und dem Greatest Royal Rumble aufeinander.
© WWE

Beim SummerSlam im Barclays Center von Brooklyn, New York standen sich im Main Event einmal mehr Brock Lesnar und Roman Reigns im Kampf um die Universal Championship gegenüber. Die Stimmung fiel erwartungsgemäß schlecht aus. Zuvor traf Ronda Rousey auf Raw Women's Champion Alexa Bliss und AJ Styles setzte seine WWE Championship gegen seinen langjährigen Rivalen Samoa Joe aufs Spiel.

Rusev & Lana vs. Andrade "Cien" Almas & Zelina Vega (Kickoff Match)

Sieger: Andrade "Cien" Almas & Zelina Vega, nachdem Vega Lana aufrollte und mit den Füßen auf den Seilen pinnte. Statt einer unfreiwilligen Ablenkung durch Aiden English war es hier Cien, der Lanas Fokus weg von ihrer Gegnerin lenkte und sie somit das Match kostete. Der Sieg für Almas und seine Geschäftspartnerin ist sinnvoll, um ihn weiter zu pushen, auch wenn dieses Match dazu nur unwesentlich beiträgt.

Im Fokus sollte der Mexikaner stehen, doch stattdessen werden das, woran man sich in ein paar Wochen noch erinnert, wohl die hieraus resultierenden Differenzen zwischen Lana und Rusev sein. Eine längere Fehde ist entsprechend nicht zu erwarten, doch ggf. kommt es noch zu Einzel-Matches zwischen den Beteiligten.

WWE Cruiserweight Champion Cedric Alexander vs. Drew Gulak (Kickoff Match)

Sieger und weiterhin Cruiserweight Champion: Cedric Alexander per Rollup. Es wurde erwartungsgemäß das wrestlerisch stärkste Match des Kickoffs und die Fehde dürfte nach der glücklichen Titelverteidigung durch Alexander noch nicht vorüber sein. Gulak hat im vergangenen Jahr eine starke Entwicklung hingelegt und hätte sich einen Run mit dem Gürtel durchaus verdient.

Raw Tag Team Champions The B-Team vs. The Revival (Kickoff Match)

Sieger und weiterhin Raw Tag Team Champions: The B-Team per Rollup von Axel an Dawson, nachdem Dallas in einen Pinversuch von Dawson an Axel stolperte und so das Cover umdrehte. Drei Matches im Kickoff, drei Rollup-Entscheidungen - die pure Booking-Einfallslosigkeit! In diesem Match machte es sogar Sinn, um das B-Team als tollpatschige und glückliche Sieger darzustellen.

Gleichzeitig wirken Dawson & Wilder aber einmal mehr wie die Deppen vom Dienst und sind weit weg von dem Standing als eines der besten Tag Teams der Welt, den sie bei NXT innehatten. Verdammt weit weg. Die Fehde sollte aus Mangel an Alternativen fortgeführt werden, da man das andere Ex-NXT-Top-Team, die Authors of Pain, parallel in einer Fehde gegen Titus Worldwide lächerlich macht.

Intercontinental Champion Dolph Ziggler vs. Seth Rollins

Sieger und neuer Intercontinental Champion: Seth Rollins per Stomp nach einem Superkick. Zuvor war am Ring Chaos ausgebrochen, als Drew McIntyre und Dean Ambrose einmal mehr involviert wurden. Der Schotte stieg auf den Apron, um Rollins abzulenken, doch Ambrose zerrte ihn zurück auf den Boden und verpasste ihm Dirty Deeds. Die Ablenkung nutzte sein früherer Shield-Bruder zum Superkick sowie seinem Finisher.

Nach dem fantastischen Main Event bei Extreme Rules erhielten Rollins und Ziggler auch im SummerSlam Opener erneut reichlich Zeit und zeigten ein Top Match, in dem aber erwartungsgemäß ihre Begleiter stärker in den Fokus gerückt wurden. Der zweite IC-Titelgewinn für Rollins ist mehr als verdient und stellt sicher, dass die Fehde - zukünftig als 2 vs. 2 - weitergeht.

SmackDown Tag Team Champions The Bludgeon Brothers vs. The New Day

Sieger per DQ: The New Day, nachdem Rowan sich seinen Hammer schnappte und damit Xavier Woods attackierte. Zuvor schienen Woods und Big E nach Midnight Hour die Titel im Sack zu haben, doch stattdessen setzte es eine gewaltige Abreibung durch die Champs. Die Fehde wird offensichtlich fortgeführt und die Bludgeon Brothers wirken durch das Finish zwar gewohnt irre, aber nicht unbedingt wie starke, überzeugende Champions. Highlight des Matches war ein spektakulärer Flying Elbow von Woods vom Top Rope nach draußen gegen Harper.

Braun Strowman vs. Kevin Owens

Sieger: Braun Strowman per Running Powerslam. Ein klarer Squash-Sieg für den Money in the Bank-Sieger, bei dem Owens komplett zerstört wurde. Keine Überraschung, Owens wurde einmal mehr gedemütigt, mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

SmackDown Women's Champion Carmella vs. Charlotte Flair vs. Becky Lynch (Triple Threat Match)

Siegerin und neue SmackDown Women's Champion: Charlotte Flair per Natural Selection gegen Becky Lynch, während diese Carmella im Dis-Arm-Her hatte. Nach dem Match wurde Charlotte lautstark ausgebuht und umarmte Becky, bevor diese gegen ihre langjährige Freundin turnte und ihr mächtig zusetzte. Die Halle feierte Lynch dafür mit einem "You deserve it"-Chant. Endlich ist die Irin geturnt! Seit ihrem Titelgewinn und -verlust nach dem Roster Split wurde Lynch durchgängig grauenhaft gebookt und hat sich - wie die Fans deutlich machten - diesen Moment mehr als verdient.

Charlotte avanciert parallel immer mehr zum weiblichen Pendant von Roman Reigns und erhielt dafür im Barclays Center entsprechende Reaktionen. Durch den Turn ging leider das Ende einer starken Titelregentschaft Carmellas unter, die sich einen längeren Run verdient hätte.

Offensichtlich wird sie ihr Re-Match erhalten und es bleibt zu hoffen, dass sie danach nicht einfach fallen gelassen wird, denn die Princess of Staten Island hat mehr als bewiesen, dass Mella in der Tat Money ist. Entweder wird Charlotte sie nun schnell aus dem Weg räumen und anschließend mit Lynch fehden, oder aber Mella holt sich den Titel in feinster Alexa Bliss-Manier schnell wieder - dann natürlich dank Unterstützung von Lynch.

WWE Champion AJ Styles vs. Samoa Joe

Sieger per DQ: Samoa Joe, nachdem er Styles mehrfach verbal provoziert und schließlich in Richtung von dessen Frau und Tochter erklärt hatte: "Daddy AJ won't be home, but Joe will and he'll be your new daddy", woraufhin Styles sich einen Stuhl schnappte und ihn Joe überzog. Nach dem Match prügelte ein blutender Styles weiter mit dem Stuhl auf die Samoan Submission Machine ein, während die Halle "Who's your daddy?" skandierte, bevor seine Frau ihn zur Besinnung brachte.

Es ist einerseits schade um ein starkes Match, das auf diese Weise enden musste, bringt gleichzeitig aber die nötige Härte in eine Fehde, die enormes Potential besitzt. Offensichtlich werden die beiden sich mindestens noch einen weiteren Monat lang bekämpfen, wenn nicht noch länger und ein Titelgewinn Joes, der offenkundig Styles mit seiner Masche zusetzt, ist weiterhin vorstellbar.

Anschließend kam Elias für sein großes Konzert in die Halle. Nachdem er das Publikum gewohnt eloquent beleidigt hatte, setzte er zum Spielen an - doch seine Gitarre zerbrach. Während die Fans "You fucked up" skandierten, flippte Elias leicht aus und zog anschließend beleidigt von dannen. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei Raw Bobby Lashley als derjenige, der die Gitarre manipuliert hat, herausgestellt wird, dürfte lächerlich hoch sein. Gleichzeitig sagt der Nicht-Auftritt beim Slam aber auch eine Menge über Lashleys Standing aus.

Seite 1: Cedric Alexander bleibt Cruiserweight Champion

Seite 2: Nächste Auflage von Lesnar vs. Reigns

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