Die ehemalige Paris-Finalistin Sara Errani über Kritik an ihrem Aufschlag und ihr neues Ranking

"Akzeptieren, dass ich eine andere Spielerin bin"

Donnerstag, 25.05.2017 | 09:48 Uhr
Sara Errani: Aktuell nur noch die Nummer 91 der Welt
© getty
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Sie war 2012 Finalistin und stand 2013 erneut im Halbfinale von Roland Garros. Nach einem Absturz in der Weltrangliste muss Sara Errani in diesem Jahr durch die Qualifikation.

Blickt man durch das Damen-Draw der French-Open-Qualifikation, ist der oberste Name dann doch eine Überraschung. Sara Errani ist topgesetzt im Vorturnier, sie hat dort am Dienstag ihr erstes Match gegen Sara Cakarevic mit 6:1, 6:0 gewonnen. Dennoch: Was ist passiert, dass die Finalistin im Jahr 2012 (gegen Maria Sharapova) und Halbfinalistin 2013 durch die Quali muss?

Von Rang 5 auf 121

Erranis Abrutschen in der Weltranliste begann langsam. Ihr höchstes Ranking mit Platz fünf hatte sie vor den French Open 2013 inne, Anfang 2014 fiel sie erstmals nach zwei Jahren aus den Top 10, hielt sich bis Ende 2015 unter den ersten 20 der Welt. 2016, in einem Jahr der Auf und Abs, holte Errani den größten ihrer neun Einzeltitel in Dubai. 2017 startete sie von Platz 49 aus, nachdem sie verletzungsbedingt ihre Titelverteidigung in Dubai absagen musste, fiel sie kurzzeitig aus den Top 100, im April sackte sie auf Platz 121 ab. Ein Termin, der genau in den Cut-off fürs French-Open-Hauptfeld fiel. Aktuell ist Errani auf Rang 91 notiert, sie stand Anfang Mai im Halbfinale von Rabat, es war ihr erstes seit einem Jahr.

"Natürlich kommen manchmal Erinnerungen hoch, wenn ich auf den Platz gehe, aber diese Zeiten sind vorbei. Je schneller ich akzeptiere, dass ich eine andere Spielerin bin, umso schneller wird es wieder aufwärts gehen", sagt Errani zu ihrer aktuellen Situation. "Ich muss mich dem stellen. Ich hinterfrage mich natürlich. Ich muss die Vergangenheit ruhen lassen und alles neu aufbauen."

"Bin mit meinem Aufschlag auch nach oben gekommen"

Errani - ehemalige Nummer eins im Doppel mit fünf Grand-Slam-Titeln - musste auch zu ihren Glanzzeiten einiges einstecken. Ihr Aufschlag wurde von vielen belächelt, speziell in ihrer Heimat Italien. "Ich habe mich daran gewöhnt", sagt sie mittlerweile. "In Spanien hat man mehr auf meine Stärken geachtet, nicht auf meine Schwächen. In Italien ist das eben anders. Jemanden zu bewerten und zu kritisieren, das ist dort der Hauptsport. Ich weiß, dass der Aufschlag keine Stärke von mir ist, dennoch bin ich mit ihm nach oben gekommen."

Mit 1,64 Meter Körpergröße muss sich Errani ohnehin auf andere Stärken verlassen als andere - etwas, das sie gerne tut. "Jeder darf seinen eigenen Geschmack haben. Die einen mögen Gewinnschläge und Asse, andere lieben es, wenn Tennis zu einem Schachspiel wird. Ich bin nun mal nicht so kräftig, ich muss eher mit Köpfchen arbeiten."

Trennung von Trainerteam nach 12 Jahren

Für Errani endete im Vorjahr auch die 12-jährige Partnerschaft mit Pablo Lozano und David Andes, mit denen sie seit ihrer Zeit in Valencia zusammenarbeitete - und die enge Freunde wurden. "Wir haben gemerkt, dass ihr ein wenig Wettkampfgeist abhanden kam, und das ist das Schlimmste, was einer Spielerin wie ihr passieren kann", sagte Lozano nach der Trennung. Nun an ihrer Seite ist Michele Montalbini, und mit ihm will Errani wieder angreifen. "Die Dinge verbessern sich. Ich war ziemlich verletzt zu Beginn des Jahres, jetzt kann ich wieder richtig an meiner Fitness und am Tennis arbeiten. Ich habe mich die vergangenen Wochen besser gefühlt, auch wenn mein Selbstvertrauen noch nicht komplett wieder da ist."

Weiteres Selbstvertrauen holen kann sich Errani heute holen: In Quali-Runde zwei trifft sie auf Veronika Kudermoetova.

Sara Errani im Steckbrief

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