Brian Vahaly bekennt sich zu seiner Homosexualität

Erstes Outing eines Top-100-Spielers

Sonntag, 14.05.2017 | 19:25 Uhr
Brian Vahaly
© getty
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Brian Vahaly, ehemals Nummer 64 im ATP-Ranking, hat sich zu seiner Homosexualität bekannt. Es ist das erste öffentliche Outing eines Top-100-Spielers.

Das öffentliche Bekenntnis zur Homosexualität ist in Männersportarten immer noch ein Tabuthema, auch im Tennis. Während es im Damentennis völlig normal ist, dass Spielerinnen aus ihrer Homosexualität keinen Hehl machen, darunter Martina Navratilova, Amélie Mauresmo, Casey Dellacqua und Lisa Raymond, gab es im Herrentennis bis vor kurzem nur einen Spieler, der mit einem öffentlichen Outing auf sich aufmerksam machte, Francisco Rodriguez im Jahr 2008. Der Paraguayer war die Nummer 373 der Welt.

Nun hat sich ein ehemaliger Top-100-Spieler zu seiner Homosexualität bekannt. Der US-Amerikaner Brian Vahaly sprach im Podcast mit der Sports Illustrated über sein Outing. "Es geschah nicht, bis ich das Spiel verlassen habe und mir klar wurde, welche Person ich bin, wohin ich gehe, ob ich glücklich bin. Ich musste mit meiner Sexualität zurechtkommen, das war nicht einfach, vor allem, wenn man einen sportlichen Hintergrund hat. Es war eine lange Lernkurve, bei der ich glücklich bin, dass ich nun auf der anderen Seite bin. Das neue Normal ist aufregend und schön, aber es war schwer, das durchzumachen."

Mann und zwei Kinder

Vahaly war 2003 die Nummer 64 im ATP-Ranking und musste 2007 seine Karriere wegen diverser Verletzungen beenden. Der 37-Jährige ist nun als Risikofinanzier tätig und lebt mit seinem Mann Jones und den zehn Monate alten Zwillingssöhnen Bennett und Parker in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland. Vahaly glaubt, dass es in der heutigen Zeit für einen homosexuellen Spieler weitaus einfacher wäre, sich zu outen.

"Ich denke, dass die Gegebenheiten viel freundlicher sind als in den frühen 2000er-Jahren. Damals war es so wie ein Spiegelbild für dich und deine Sexualität, auch wenn du nur befreundet warst mit homosexuellen Menschen. Sie wurden stigmatisiert. Heutzutage hört man einige der besten Athleten sagen: ‚Ich denke, dass es toll ist. Ich unterstütze diese Sache.' Diese Einstellung existierte damals nicht."

Das ATP-Ranking im Überblick

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