Gelingt Kerber der nächste Befreiungsschlag?

Montag, 10.07.2017 | 07:40 Uhr
Angelique Kerber
© GEPA

Auf diese heutigen drei Damenmatches im Achtelfinale am "Manic Monday" in Wimbledon lohnt sich ein Blick.

Von Christian Albrecht Barschel aus Wimbledon

Angelique Kerber (Deutschland/1) - Garbine Muguruza (Spanien/14)

(1. Match Court 2)

Es könnte der Wendepunkt in dem bislang sehr durchwachsenen Jahr von Angelique Kerber gewesen sein. In der dritten Runde gegen Shelby Rogers lag die Weltranglisten-Erste mit Satz und 2:4 zurück und hatte Breakpunkt gegen sich. Kerber kam schließlich noch durch, zeigte zwar spielerisch nicht die Klasse des Vorjahres, aber immerhin den Kampfgeist, der sie an die Weltranglistenspitze gebracht hat. Die Deutsche wäre bei einer Niederlage in der dritten Runde die Führung in der Weltrangliste losgewesen, das gilt nun auch fürs Achtelfinale. Dort wartet ein harter Brocken auf Kerber. Garbine Muguruza präsentiert sich in Wimbledon in Topform und gab in ihren drei Matches höchstens sechs Spiele ab. Die Spanierin stand vor zwei Jahren im Finale und setzte sich auf dem Weg dorthin gegen Kerber durch. Nachdem die Deutsche die ersten drei Partien für sich entscheiden konnte, gingen die letzten Duelle an Muguruza. Die Gewinnerin dieser Partie dürfte mit breiter Brust ins Viertelfinale gehen. Sollte Kerber den Negativtrend gegen Muguruza stoppen, könnte sich ihre Saison doch noch zum Guten wenden - mit einem ganz großen Befreiungsschlag in Wimbledon.

Prognose: Muguruza gewinnt in drei Sätzen.

Simona Halep (Rumänien/2) - Victoria Azarenka (Weißrussland)

(2. Match Court 2)

Die Niederlage im Endspiel der French Open quält Simona Halep noch immer. Der erste Grand-Slam-Titel und damit der Sprung auf Platz eins in der Weltrangliste waren zum Greifen nah. In Eastbourne vergab Halep mit dem Aus im Viertelfinale die nächste Chance auf die Besteigung des Tennisthrons. Sind nun aller guten Dringe drei? Nach dem Zweitrunden-Aus von Karolina Pliskova braucht die 25-jährige Rumänin in Wimbledon den Einzug ins Halbfinale, um Angelique Kerber als Nummer eins abzulösen, vorausgesetzt die Deutsche scheitert vor dem Finale. Halep hat sich nach bitteren Niederlage gegen Jelena Ostapenko vorgenommen, in entscheidenden Situationen mutiger zu werden. Ihre bisherigen drei Matches hat sie ohne Satzverlust gewonnen, wenn teilweise auch mit leichten Schwierigkeiten. Nun wartet ein ganz anderes Kaliber, die ehemalige Weltranglisten-Erste Victoria Azarenka. Die 27-jährige ist eine der besten Wettkämpferinnen auf der Tour und kann, wenn es Spitz auf Knopf steht, immer noch zulegen. Für Azarenka wird das Match gegen Halep zur Standortbestimmung. Sie trifft bei ihrem Comeback nach der Schwangerschaftspause erstmals auf eine Top-Ten-Spielerin, und vielleicht auch die zukünftige Nummer eins der Welt. Setzt sich Azarenka gegen Halep durch, dann ist der erste Wimbledontitel gar nicht mal abwegig.

Prognose: Halep gewinnt in drei Sätzen.

Elina Svitolina (Ukraine/4) - Jelena Ostapenko (Lettland/13)

(1. Match Court 12)

An diese Partie wird Elina Svitolina wohl noch oft zurückdenken. Im French-Open-Viertelfinale gegen Simona Halep führte die Ukrainerin mit 6:1, 5:2, konnte jedoch den Vorsprung nicht ins Ziel bringen. Nach einem vergebenen Matchball im Tiebreak brach Svitolina ein. Nach dem Achtelfinalaus in Birmingham zweifelte die Weltranglisten-Fünfte, die noch ohne große Erfolge auf Rasen ist, wegen einer Verletzung an der Ferse an ihrem Start in Wimbledon. Doch davon ist nichts zu spüren. Svitolina präsentiert sich auch auf Rasen in Topform. Vor allem mit dem ersten Satz in der dritten Runde gegen Carina Witthöft war die Ukrainerin hochzufrieden. Für Svitolina fühlt sich England mittlerweile wie die Heimat an, seitdem sie mit dem englischen Cricketspieler Reece Topley liiert ist. Jelena Ostapenko strotzt nach dem French-Open-Titel nur so vor Selbstvertrauen. In der dritten Runde ging ihre Serie mit acht Dreisatzmatches in Folge zu Ende. Dass die 20-jährige Lettin die spielerischen Fähigkeiten hat, um in Wimbledon zu siegen, zeigte sie bereits vor drei Jahren mit dem Triumph in der Juniorinnenkonkurrenz. Amélie Mauresmo war die bislang letzte Spielerin, die Wimbledon bei den Juniorinnen und den Profis gewinnen konnte. Das erste Duell zwischen Ostapenko gegen Svitolina verspricht interessantes Tennis, weil ihr Spielstil sehr unterschiedlich ist. Die Lettin gab zu Protokoll, dass aus ihrer Sicht die Bedingungen in Wimbledon langsamer sind als bei den French Open. Vielleicht ein Vorteil für Svitolina?

Prognose: Svitolina gewinnt in drei Sätzen.

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