Freitag, 07.05.2010

NHL-Playoffs, 2. Runde

Sharks kassieren Ohrfeige

Was für eine Playoff-Nacht: Die Detroit Red Wings tauchen aus der Versenkung auf und watschen die siegessicheren Sharks ab. Und zwischen Montreal und Pittsburgh ist der Ausgang der Serie nun wieder völlig offen.

Joe Franzen (r.) erzielte vier Tore und lieferte zwei Vorlagen
© Getty
Joe Franzen (r.) erzielte vier Tore und lieferte zwei Vorlagen

Detroit Red Wings (5) - San Jose Sharks (1) 7:1

Was für eine Ohrfeige für die San Jose Sharks, die siegessicher nach Detroit gereist waren, um den Einzug ins Conference-Finale klarzumachen. Doch daraus wurde nichts, schwangen sich die Red Wings doch plötzlich zu einer wahren Übermacht. Die Serie steht nun 1-3.

Und das alles innerhalb von 19 Minuten: Nach dem ersten Drittel führte Detroit bereits 5:0. In Worten: Fünf zu Null! Überragender Mann des Spiels: Johan Franzen, der im Anfangsdrittel nicht weniger als drei Treffer erzielte und auch im Schlussdrittel nicht die Finger davon lassen konnte - und für den 7:1-Endstand sorgte.

Zudem lieferte der Schwede zwei Vorlagen. Überragend!

Franzen erzielte nun in jedem Postseason-Spiel mindestens einen Scorer-Punkt. Und seine sechs Punkte in Spiel 4 bedeuten einen neuen Franchise-Playoff-Rekord für die Red Wings.

Todd Bertuzzi nutzte in der sechsten Minute die Überzahl-Situation aus und eröffnete mit seinem Treffer eine wahre Torflut.

Dann übernahm Franzen, der bereits den Assist zu Bertuzzis Tor geleistet hatte und den Puck daraufhin gleich dreimal hintereinander ins Tor schob - alles innerhalb von lediglich vier Minuten. Unfassbar!

Für das fünfte Tor sorgte Valtteri Filppula, der 70 Sekunden vor Schluss den Puck ins Netz beförderte. Der Leidtragende: Goalie Jewgeni Nabokow, der nach Ende des ersten Drittels völlig entnervt das Eis verließ und Platz machte für Thomas Greiss. Dem gelangen zwar 26 Saves, doch sauber konnte auch er den Sharks-Kasten nicht halten.

Das Mitteldrittel begann wie das erste aufgehört hatte: Mit einem weiteren Tor für die Red Wings.

Brian Rafalski nutzte eine Powerplay-Chance und traf zum 6:0. 49 Sekunden vor Schluss des zweiten Drittels gelang den völlig geschockten Sharks der Ehrentreffer. Dany Heatley traf. Doch es läutete keine wundersame Aufholjagd ein, sondern war das einzige Aufbäumen der Haie.

Franzens vier Treffer sorgten bei den Red Wings für Riesenjubel. Er selbst blieb aber bescheiden: "Ich hoffe, ich und vielleicht auch das Team kriegen dadurch etwas Selbstvertrauen."

Montreal Canadiens (8) - Pittsburgh Penguins (4) 3:2

Nicht so eindeutig war die Partie in Montreal: Die Canadiens und die Penguins lieferten sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen und liegen nach dem Sieg der Kanadier nun auch in der Serie gleichauf.

Vor allem in den ersten sechs Minuten ging es ordentlich zur Sache: In der dritten Spielminute erzielte Tom Pyatt die frühe Führung für Montreal.

Doch nur 53 Sekunden später gelang Maxime Talbot der Ausgleich zum 1:1. Chris Kunitz (6.) nutzte eine Powerplay-Chance anschließend zum Führungstreffer aus. Den Assist leistete Sidney Crosby, der in der Postseason nun fünf Tore und zwölf Assists auf dem Konto hat. Nach der heißen Startphase kühlten die Gemüter beider Teams etwas ab.

Der Rest des Anfangsdrittels und der komplette zweite Abschnitt verliefen torlos. Erst im Schlussdrittel entschied sich die Partie: Maxime Lapierre erzielte nach 127 gespielten Sekunden den Ausgleich für Montreal.

Brian Gionta machte eineinhalb Minuten später den Sieg für die Canadiens mit dem Treffer zum 3:2-Endstand klar. Rückhalt fanden die Kanadier erneut in Goalie Jaroslav Halak, der mit 33 Saves einen guten Job machte.

Mit der Niederlage der Penguins erfuhr ihre Serie von fünf Auswärtssiegen in Folge ein jähes Ende. In der Serie ist nun wieder alles offen - und die Penguins wären nicht das erste Top-Team, das an Favoritenschreck Montreal scheitert.

NHL: Ergebnisse der Playoffs im Überblick

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