Donnerstag, 04.02.2010

NHL

Jackets ziehen die Reißleine - Hitchcock gefeuert

Nach einer bislang enttäuschenden Saison hat Columbus die Nase voll von seinem Coach, die Senators dagegen können nicht mehr verlieren. Anaheim ist ebenfalls auf Rekordkurs.

Ken Hitchcock war seit November 2006 Trainer bei den Columbus Blue Jackets
© Getty
Ken Hitchcock war seit November 2006 Trainer bei den Columbus Blue Jackets

Blue Jackets feuern Ken Hitchcock

Bevor die Saison losging, waren alle in Columbus guter Dinge. Dem ersten Playoff-Auftritt in der jungen Teamgeschichte sollte gleich der nächste folgen. Alle glaubten, das Personal dafür sei vorhanden, es würde schon weiter bergauf gehen. Starspieler Rick Nash sagte im Oktober im SPOX-Interview: "Wir wollen uns einfach gegenüber dem Vorjahr verbessern. Das bedeutet natürlich, dass wir wieder die Playoffs erreichen wollen. Und dort wollen wir dann für die eine oder andere Überraschung sorgen."

Das mit den Playoffs ist schon jetzt praktisch unmöglich, Columbus liegt in der Western Conference auf dem vorletzten Platz. Jetzt zog die Klubführung die Reißleine und entließ Coach Ken Hitchcock. "Es funktionierte einfach nicht mehr", so Manager Scott Howson. "Das Team hat seine Ansagen nicht mehr umgesetzt." Auf Interimsbasis soll nun der bisherige Assistent Claude Noel für den Umschwung sorgen. Der sagte zwar: "Dies ist ein trauriger Tag. Ich habe viel von Hitchcock gelernt und betrachte ihn als echten Freund." Gleichzeitig ist er sich seiner Verantwortung bewusst: "Ich werde das Spiel nicht neu erfinden, aber selbstverständlich werde ich einiges anders machen."

Genau das erwarten die Jackets wohl auch. "Noch ist die Saison nicht verloren", so Howson. "Wir spielen einfach weiter und sehen, was passiert." Für Hitchcock gibt es aber noch einen Trost: Der 58-Jährige wird in diesem Monat in Vancouver als Assistent für die kanadische Nationalmannschaft zuständig sein - und hat dort die große Chance auf eine olympische Medaille.

Buffalo Sabres (32-16-7, 71 Punkte) - Ottawa Senators (32-21-4, 68 Punkte) 2:4

Die Senators spielen weiterhin alles in Grund und Boden. Nach Chicago, Pittsburgh und New Jersey musste mit den Sabres nun ein weiteres Spitzenteam dran glauben. Ottawa feiert den zehnten Sieg in Folge und baut die beste Serie der Teamgeschichte fleißig aus.

Obwohl: Knapp war es irgendwie schon. Als Tim Connolly nach Assist von Jochen Hecht im dritten Viertel traf, stand es nur 2:2. Erst ein Doppelpack von Daniel Alfredsson in der letzten Minute stellte den Endstand her. Zuvor hatte Jason Spezza ebenfalls zwei Treffer erzielt. "Beeindruckend", findet Alfredsson selbst die Serie der Senators mittlerweile. "Das konnten wir nicht erwarten."

Anaheim Ducks (27-23-7, 61 Punkte) - Detroit Red Wings (27-20-10, 64 Punkte) 3:1

Es ist ein ständiges Auf und Ab mit den Red Wings in diesem Jahr. Auf den schönen Sieg gegen San Jose folgt nun gegen Anaheim der nächste Rückschlag. Die Ducks sind aber auch heimstark. Neun Siege in Folge im Honda Center stehen jetzt zu Buche.

Einer mehr, und der Teamrekord ist eingestellt. "Wir sind im Moment ganz gut drauf", wollte Goalie Jonas Hiller (46 Saves) aber nicht euphorisch werden. Für Anaheims Tore sorgten Ryan Whitney, Kyle Chipchura und Bobby Ryan. Detroits Pavel Datsyuk konnte im zweiten Drittel nur den Ehrentreffer markieren.

Edmonton Oilers (18-31-6, 42 Punkte) - Philadelphia Flyers (28-24-3, 59 Punkte) 1:0

Philadelphia ist die Lachnummer des Tages. Die Flyers wollen in die Playoffs, verlieren aber gegen das aktuell schlechteste Team der Liga. Die Oilers, die gerade eine ellenlange Pleitenserie beendet hatten, feiern nun schon ihren zweiten Sieg in Folge.

Und haben sogar das Glück, das wochenlang wie weggeblasen schien. "Wir haben uns die ganze Zeit reingehängt, deshalb haben wir uns das verdient", gab Torschütze Ryan Potulny zu bedenken. Oilers-Goalie Jeff Deslauriers musste 33 Schüsse entschärfen, bevor der Sieg endlich feststand.

Calgary Flames (28-21-8, 64 Punkte) - Carolina Hurricanes (19-30-7, 45 Punkte) 4:1

Die Flames haben einen ganzen Haufen neuer Leute im Kader. Aber der entscheidende Mann gegen die Canes war einer, der schon länger da ist. Curtis Glencross erzielte den ersten Hattrick seiner Karriere und sorgte so nahezu im Alleingang für den 28. Saisonsieg.

"Das werde ich niemals vergessen", freute sich der Leftwinger. Carolinas Star Eric Staal hatte im zweiten Drittel noch ausgeglichen, ehe dann doch ein Neuzugang für den Game-Winner sorgte: Matt Stajan lief in einer Line mit Kapitän Jarome Iginla und Niklas Hagman auf und traf zum 2:1.

Chicago Blackhawks (37-15-4, 78 Punkte) - St. Louis Blues (25-22-9, 59 Punkte) 2:3

Manchmal macht ein Drittel den Unterschied aus. Im United Center war das am Mittwochabend definitiv der Fall. Chicago war im ersten Abschnitt in Führung gegangen - Patrick Kane hatte getroffen - und kam beschwingt aus der ersten Pause, da bekamen sie ab der zwölften Minute einen Nackenschlag nach dem anderen.

Zweimal David Backes und Jay McClement trafen für die Blues und sorgten im ersten Heimspiel der Hawks nach einem langen Roadtrip für lange Gesichter in den Rängen. Daran konnte auch Marian Hossas Anschlusstreffer im dritten Drittel nichts mehr ändern. "St. Louis ist offensiv durchaus stark", erklärte Chicagos Coach Joel Quenneville anschließend. "Und es ist ja schon fast Tradition, dass das erste Heimspiel immer das schwerste ist."

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Philipp Dornhegge

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