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Titans: Marcus Mariota unter Druck - letzter Flug für den Flying Hawaiian?

Marcus Mariota muss 2019 beweisen, dass er ein Star-Quarterback in der NFL sein kann.

Die Tennessee Titans warten seit nunmehr vier Jahren auf den Durchbruch von Quarterback Marcus Mariota. 2019 gilt nun als wohl letzte Chance für den einstigen 2. Pick im Draft, sich zu beweisen. Das Feld ist dank einiger Moves bestellt, doch die Leine des Teams wohl auch so kurz wie nie.

Einst als große Zukunftshoffnung gefeiert, verliefen die ersten vier Jahre in der NFL-Karriere von Quarterback Marcus Mariota nicht unbedingt spektakulär. Der zweite Pick insgesamt im Draft 2015 hat bislang noch nicht nachgewiesen, die langfristige Antwort bei den Tennessee Titans - oder überhaupt einer NFL-Franchise - sein zu können.

Freilich gab es mehrere Faktoren, die hier mit reinspielten und den großen Durchbruch des Hawaiianers erschwerten. Aus sportlicher Sicht ist da in erster Linie die Tatsache zu nennen, dass Mariota seit seiner Ankunft in Nashville sage und schreibe drei verschiedene Offensive Coordinator in vier Jahren gehabt hat. Und mit Arthur Smith kommt in Jahr 5 der vierte dazu.

Einen Hauch von Konstanz bot sich Mariota lediglich von 2016 bis 2017, als jeweils Terry Robiskie der OC war. Konstanz, die ihm aber nicht unbedingt zu helfen schien: Nachdem Mariota 2016 seine wohl beste Saison hinlegte, ging seine Leistung 2017 deutlich zurück - seine Touchdown-Zahl halbierte sich (von 26 auf 13), während er sechs Interceptions mehr warf (von 9 auf 15).

Im Vorjahr dann gingen Mariotas Zahlen deutlich zurück, allerdings auch seine Fehlerquote. Geschuldet war dies dem System von Matt LaFleur, der mittlerweile die Green Bay Packers als Head Coach übernommen hat.

Tennessee Titans: Laufspiel als Grundlage der Offense

LaFleurs System basiert auf dem Laufspiel, das den Pass einleiten soll. Die Titans versuchten lediglich 437 Pässe - die zweitwenigsten in der NFL. Die 454-Laufversuche wiederum waren immerhin die neuntmeisten in der Liga. Eine Folge dessen war, dass die Passquote Mariotas mit 68,9 Prozent die mit Abstand beste seiner Karriere war.

Die gute Nachricht nun ist, dass mit Arthur Smith einer übernimmt, der schon länger da ist und dementsprechend die Vorlieben von Mariota kennen dürfte. "Wenn Sie mich fragen, wird es ziemlich gut sein, hierher zurückzukommen und zu wissen, was los ist", sagte Mariota am Ende der Vorsaison mit Blick auf die kommende Spielzeit. "Jeder wird in der Lage sein, rauszugehen und bereit sein zu spielen und nicht versuchen, ein neues System auf die Schnelle zu verschlingen."

Marcus Mariota: Statistiken in der NFL

JahrSpielePassquote (Prozent)YardsTouchdownsInterceptionsTotal QBR
20151262,22818191053,3
20161561,2342626959,4
20171562,03232131558,8
20181468,9252811853,1

Smith arbeitete schon in diversen Rollen bei den Titans seit 2011, seit 2016 als Tight Ends Coach. Smiths System wird im Grunde das Gleiche sein, das bereits von LaFleur eingeführt wurde. Mit ein paar neuen Details, versteht sich.

Problematisch war zuletzt aber auch das Personal um Mariota herum. Speziell die Offensive Line sorgte für Probleme und wurde namhaft verstärkt. Sie ließ 2018 eine Adjusted Sack Rate von 10,2 Prozent zu - Platz 29 in der NFL. Mariota kassierte konkret 42 Sacks, die meisten seiner Karriere.

Titans: Rodger Saffold verstärkt Offensive Line

Mit Rodger Saffold übernimmt nun ein teurer wie zuverlässiger Guard, der dabei helfen kann, Mariotas eher gemächliche Passgeschwindigkeit zu kompensieren - er benötigt im Schnitt 2,68 Sekunden, um den Ball zu werfen, was ein Durchschnittswert in der Liga ist. Saffold wiederum war der neuntbeste Guard 2018 mit einem PFF-Grade von 72,8.

Eine Wohltat für Mariota dürften ebenso die neuen Anspielstationen sein. Allen voran ist hier Adam Humphries zu nennen, der heiß begehrte Slot-Receiver, der das Gesamtniveau dieser Offense erhöhen dürfte. Gerade die Underneath- und In-Breaking-Routes, auf die er spezialisiert ist, gab es mit der Dynamik so eigentlich noch nicht in Tennessee.

Ebenfalls sehr interessant ist Zweitrundenpick A.J. Brown, der mit seiner physischen Präsenz (1,85 m, 102 kg) eine zuverlässige wie dynamische Option bieten wird. Er spielte im College sowohl im Slot als auch als Outside-Receiver und bringt damit noch mehr Variabilität in ein Receiving Corps, in dem sich Corey Davis als Nummer-1-Target etabliert hat.

Das Laufspiel um Derrick Henry und Dion Lewis funktionierte ohnehin schon auf hohem Niveau, weshalb hier keine großen Änderungen zu erwarten waren - oder scheme-technisch zu erwarten sind.

Marcus Mariota geht in letztes Vertragsjahr in Tennessee

Unterm Strich also wurde alles getan, um Marcus Mariota in eine Position zu bringen, um Erfolg zu haben. Targets wie Protection wurden verbessert, zudem wurde auch noch die Defensive mit ein paar Schlüssel-Moves gestärkt, was der Offense und dem QB indirekt auch helfen wird.

Das Feld ist bestellt für den Flying Hawaiian, doch wenn er nicht so langsam zum lang ersehnten Höhenflug ansetzt, dann könnte es sehr schnell sehr eng werden für Mariota. 2019 spielt er mit der Fifth-Year-Option, die ihm rund 20 Millionen Dollar einbringt. Doch darüber hinaus haben die Titans keinerlei Zwänge.

Mehr noch: Sollte es Mariota erneut nicht gelingen, für Furore zu sorgen, dann haben die Titans mit Ryan Tannehill wohl erstmals in der Amtszeit Mariotas einen fähigen Backup im Wartestand. Wackelt der Starter - oder verletzt er sich erneut - und gibt dem Team das Gefühl, dass das Ende der Fahnenstange erreicht ist, dann könnte seine Zeit in Tennessee ein jähes Ende finden.

Für Mariota steht wohl eine Alles-oder-Nichts-Saison an. Zumindest was seine Zeit in Tennessee angeht.

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