NFL-Playoffs: Wildcard-Weekend

Die Gurkentruppe eliminiert den Champion

Von SPOX
Sonntag, 09.01.2011 | 07:48 Uhr
Freude bei John Carlson, Ekstase auf den Rängen: Underdog Seattle bezwingt New Orleans
© Getty
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Mit einer famosen Offensivleistung haben die Seattle Seahawks das Unmögliche möglich gemacht und als krasser Außenseiter den amtierenden Champion New Orleans Saints aus den Playoffs geworfen. Im zweiten Spiel der Nacht gewann die New York Jets hauchdünn bei den Indianapolis Colts.

Seattle Seahawks - New Orleans Saints 41:36 (7:10, 17:10, 10:0, 7:16)

Die erste Sensation der Playoffs ist perfekt. Und es ist nicht irgendeine Sensation, sondern ohne Frage eine der größten der NFL-Geschichte. Seattle ist das schlechteste Team, das es jemals in die Playoffs geschafft hat. New Orleans ist der noch immer amtierende Champion und galt auch dieses Jahr als Titelkandidat. Weniger zwar, nachdem praktisch das ganze Running Game Verletzungen zum Opfer fiel. Aber mit einer starken Defense, die das ganze Jahr nur 13 Touchdowns zugelassen hatte, und einer Offense um Quarterback Drew Brees sollte zumindest mal der erste Gegner keinen Stolperstein darstellen. Von wegen.

Ausgerechnet im bisher wichtigsten Spiel der Saison zeigte der Gast seine schwächste Vorstellung, machte defensiv Fehler über Fehler und war in der Offensive Line mehrfach einen Schritt zu langsam. Ganz anders die Seahawks: Quarterback Matt Hasselbeck (22/35, 272 YDS, 4 TD, 1 INT) spielte drei Viertel lang wie von einem anderen Stern, John Carlson (2 TDs), Brandon Stokley und Mike Williams waren die Abnehmer bei seinen Pässen in die Endzone. Trotzdem hatte man im letzten Abschnitt das Gefühl, dass Brees (39/60, 404 YDS, 2 TD, 0 INT) eins seiner Comebacks würde hinlegen können.

In der Tat waren die Saints nach Julius Jones' (59 YDS, 2 TD) Score auf sieben Punkte dran und holten sich sehr schnell den Ballbesitz zurück. Hasselbeck wirkte plötzlich nervös, unzufrieden und unsicher. Aber kurz bevor der Ausgleich fallen konnte, hielt die Defense der Seahawks bei einer Third-Down-and-3-Situation in der Red Zone stand, New Orleans musste sich auf ein Field Goal beschränken und im folgenden Angriff zeigte die Offense der Hausherren einen Spielzug, der die Partie perfekt zusammenfasste: Ein Laufspielzug für Marshawn Lynch (131 YDS, 1 TD) wurde ausgerufen, der Running Back schien schon an der Line of Scrimmage gestoppt zu werden.

Doch Lynch durchbrach etliche Tackles, hatte plötzlich viel Platz und wurde von der kompletten Mannschaft bis zur Endzone begleitet. Da sprintete selbst Hasselbeck bis zum Ende des Spielfeldes, um seinen Kollegen zu schützen und für die Entscheidung zu sorgen. Der 67-Yard-Lauf und der entscheidende Touchdown wurden natürlich Lynch gut geschrieben, aber wenn man könnte, sollte man sie der ganzen Offense zurechnen. Das war absolut beeindruckend und zeigte, dass die Seahawks den Sieg einfach mehr wollten. "Ich glaube, dass wir in dieser Saison zum Teil wie eine Meistermannschaft gespielt haben", sagte Brees nach Spielende. "Aber heute waren wir nicht gut genug."

Indianapolis Colts - New York Jets 16:17 (0:0, 7:0, 3:7, 6:10)

Seien wir ehrlich: Bis tief in die zweite Hälfte fragte man sich, wie die Jets dieses Spiel eigentlich gewinnen wollen. Mit einem Quarterback Mark Sanchez (18/31, 189 YDS, 0 TD, 1 INT), der so schlecht und unpräzise warf, wie es nur irgendwie ging. Das Laufspiel funktionierte zwar exzellent (Shonn Greene: 70 YDS, LaDainian Tomlinson: 82 YDS, 2 TD), aber es war klar: Irgendwann muss ein Big Play her. Und so kam es dann auch.

Nachdem die Jets in einer hart umkämpften Partie, in der beide Teams offensiv kaum mal Feuer fangen konnten, die Führung übernommen hatten, zog Peyton Manning (18/26, 225, 1 TD, 0 INT) einen seiner berühmten finalen Drives auf. Der Superstar der Colts führte seine Mannschaft das Feld herunter, wurde aber mit einer Minute auf der Uhr bei einer Third-Down-Situation gestoppt, sodass Indy früher als erhofft ein Field Goal kicken musste. Und das war nicht einmal ein sicheres. Aber Routinier Adam Vinatieri ließ sich trotz der Entfernung von 50 Yards nicht zweimal bitten und traf mühelos.

Die Hausherren lagen wieder mit 16:14 vorn, aber eine Chance bekamen die Jets noch. Ausgerechnet Cornerback Antonio Cromartie, der Manning und Pierre Garcon (5 REC, 112 YDS,1 TD) mit einem Stellungsfehler den einzigen Touchdown der Colts ermöglichte, trug den Kickoff bis kurz vor die Mittellinie zurück und brachte die Gäste gleich in eine günstige Position.

Zwei kurze Pässe und ein Lauf brachten die Jets in die gegnerische Hälfte, aber gut 20 Sekunden vor Schluss wollte Coach Rex Ryan seinen Kicker noch näher an der Endzone postieren.

Was also tun: laufen oder passen? Ryan ging Risiko und verließ sich auf Sanchez, der unter höchster nervlicher Belastung seinen besten Pass des Tages warf, Braylon Edwards fand und 18 Yards gut machte. Nick Folk konnte zu einem relativ einfachen 32-Yards-Field-Goal ansetzen und das Spiel nach Hause fahren. Die Jets stehen in der zweiten Runde, und treffen dort auf die New England Patriots, bei denen sie vor wenigen Wochen eine kräftige Abreibung bekamen. Zeit für eine Revanche?

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