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NBA Playoffs: Golden State Warriors besiegen Houston Rockets erneut - James Harden verletzt sich am Auge

Von Philipp Schmidt
Die Golden State Warriors haben sich auch in Spiel zwei gegen die Houston Rockets durchgesetzt.

Die Golden State Warriors haben auch Spiel zwei der Western Conference Semifinals gegen die Houston Rockets für sich entschieden. Die Warriors wurden von Kevin Durant angeführt, ein trotz Verletzung starker James Harden war für die Rockets nicht genug.

Nach dem insbesondere in der Schlussphase turbulenten Spiel eins, das von mehreren strittigen Schiedsrichterentscheidungen überschattet wurde, sprach vieles für einen weiteren Krimi. Hinzu kam, dass mit Referee Scott Foster ein Unparteiischer die Spielleitung übernahm, der seit Februar kein Spiel der Rockets mehr geleitet hatte, nachdem er von James Harden massiv kritisiert wurde. Beide Coaches schickten die gleichen Startformationen aufs Feld, somit begann für die Warriors erneut Andre Iguodala.

Dieser postete Harden für die ersten Punkte des Spiels auf, auf der anderen Seite kassierte der Bärtige das Offensivfoul. Die Verteidigung des Champions war ab der ersten Sekunde zur Stelle, aus vier Turnovern resultierten bereits nach zwei Minuten 8 Punkte. Stephen Curry musste dann aufgrund einer Verletzung an der linken Hand in die Katakomben, für ihn kam Jonas Jerebko, der sich mit einem Putback-Dunk anmeldete.

Wenige Minuten später ging Harden zu Boden, nachdem ein Finger von Draymond Green unabsichtlich in seinem Auge landete. Curry kam mit Finger-Tape zurück, in der Kabine wurde zuvor sein Mittelfinger eingerenkt. Golden State blieb am Drücker und führte nach sieben Minuten schon zweistellig. 9 Punkten von Chris Paul und einem unpräzisen Curry (1/5 3FG) hatten es die Rockets zu verdanken, dass der Rückstand nach einem Viertel nur 9 Zähler betrug.

Die Warriors ließen in der Folge Souveränität vermissen, ein Dreier von Austin Rivers verkürzte auf 27:31, Harden kehrte mit einer Verletzung am linken Augenlid aufs Feld zurück und erzielte kurze Zeit später seine ersten Punkte der Partie. Kevin Durant traf mehrere schwere Würfe, Houston gelang es nicht, die unerzwungenen Ballverluste abzustellen. Ein 12:4-Lauf brachte Golden State wieder komfortabel in Front (46:35), ein sichtlich beeinträchtigter Harden hielt seine Farben mit 12 Punkten im zweiten Viertel im Spiel: 49:58.

Harden angeschlagen - Warriors spielen starke Schlussphase

Durant eröffnete Halbzeit zwei mit 8 Punkten in zwei Minuten, der zuvor blasse Eric Gordon traf anschließend drei Dreier, der Abstand pendelte sich bei 10 Punkten ein. Curry holte sich sein viertes Foul ab und obwohl Houston 50 Prozent seiner Distanzwürfe traf, kamen die Gäste nicht näher. Thompson lief von Downtown heiß und erhöhte auf +15. Kurz vor Ende des Viertels wurde Harden beim Dreier gefoult und schloss an der Freiwurflinie einen 8:0-Lauf ab: 75:82.

Als es nach Punkten von Rivers zum 84:88 kurzzeitig so aussah, als ob die Rockets das Spiel in ihre Richtung kippen könnten, versenkte Shaun Livingston seinen patentierten Midrange-Jumper und legte nach Ballgewinn einen Dunk nach. Doch Houston gab sich nicht geschlagen: Harden stellte per Stepback auf -3, dann aber legten die Warriors in der Defensive einen Zahn zu. Harden wurde mit zwei oder gar drei Verteidigern unter Druck gesetzt, die Passwege geschickt zugestellt und die Offense der Rockets kam zum Erliegen. Im Angriff spielte Golden State variabel, Ballstaffetten und einige Isos von Durant brachten den Sieg der Warriors letztlich souverän ins Ziel, auch wenn sie es in einer chaotischen Schlussphase knapper als notwendig machten: 115:109 Warriors.

Die Warriors verteilten die Scoring-Last auf mehrere Schultern. Durant ging mit 29 Punkten bei 22 Würfen voran, auch Curry (20) und Thompson (21) knackten die 20-Punkte-Marke. Green lieferte wie gewohnt etwas von allem (15 Punkte, 12 Rebounds und 7 Assists).

Houston erhielt zu wenig Produktion von seinen Stars: Harden legte trotz deutlicher Behinderung immerhin noch 29 Punkte (9/19) und 7 Rebounds auf, Paul konnte dem Spiel in der zweiten Halbzeit nicht mehr seinen Stempel aufdrücken (18, 7 und 6). Die Rollenspieler der Rockets sorgten dafür, dass Houston trotz der Begleitumstände lange in Schlagdistanz war. Clint Capela (14 und 10), Austin Rivers (14) und P.J. Tucker (13 und 10) vervielfachten ihre Punkteausbeute aus dem ersten Spiel. Isaiah Hartenstein kam dabei erneut nicht zum Einsatz.

Die wichtigsten Statistiken

Golden State Warriors vs. Houston Rockets 115:109 (BOXSCORE), Serie: 2:0

  • In Spiel eins erzielten die Rockets 20 Punkte nach Ballgewinnen, die Warriors nur 10. Die Zwischenbilanz diesmal nach 24 Minuten: 18:0 Punkte für Golden State. Im weiteren Spielverlauf wurde es aus Sicht der Rockets etwas besser, der Vorteil der Warriors schrumpfte auf 24:15.
  • Zwei Faktoren sorgten dafür, dass Houston trotz schwacher erster Halbzeit noch in Reichweite blieb: Das Bench-Scoring von Rivers (11, 3/4 3FG), der in Spiel 1 noch gefehlt hatte, sowie die schwache Dreierquote der Warriors (25 Prozent), die in Person von Curry und Thompson mehrere weit offene Versuche ausließen.
  • Unter den Körben lieferten sich die beiden Teams eine echte Schlacht: Die Rockets erlaubten den Warriors ganze 18 Offensivrebounds. Somit warf Golden State am Ende 14 Mal häufiger auf den Korb und siegte trotz schlechterer Quoten, sowohl aus dem Feld (46,2 vs. 46,8 Prozent) als auch aus der Distanz (30,6 vs. 42,5 Prozent).
  • Auch wenn Clint Capela mit -19 den schlechtesten Plus-Minus-Wert aller Spieler vorzuweisen hatte, machte der Schweizer seine Sache nach der unterirdischen Vorstellung im ersten Spiel deutlich besser. Er brachte die gewohnte Energie auf das Spielfeld, rollte aggressiv zum Korb ab und stand auch in der Defensive seinen Mann - auch wenn er sich in 33 Minuten sechs Fouls abholte.

Golden State Warriors vs. Houston Rockets: Die Stimmen zum Spiel

Klay Thompson (Warriors): "Wir haben heute nie nachgelassen. Die Würfe sind nicht gefallen wie sonst, aber das ist egal, so lange wir so stark verteidigen. Wenn man gegen einen Spieler wie Harden spielt, ist das immer ein Teamjob. Wir freuen uns jetzt auf die feindliche Atmosphäre in Houston und werden eine Show zeigen."

Kevin Durant (Warriors): "Ich finde, dass beide Teams und beide Coaches die Refs einfach ihre Arbeit machen gelassen haben. Sie haben ihren Job hervorragend gemacht, genauso wie wir."

James Harden (Rockets) über seine Verletzung: "Ich konnte kaum sehen. Gerade ist alles ziemlich verschwommen. Ich hoffe, dass es von Tag zu Tag besser wird."

Der Star des Spiels

Draymond Green. Natürlich hat Durant einige wichtige Würfe getroffen und auch Thompson war stets zur Stelle, aber was Green mal wieder an beiden Enden des Courts gezeigt hat, war unglaublich. Am Ende machte er nach Switches in der Defensive auch gegen Harden eine gute Figur, während er in der Offensive aufs Tempo drückte und fast immer die richtige Entscheidung traf.

Der Flop des Spiels

Die Bank der Rockets. Hiermit ist nicht Rivers gemeint, der seine Sache richtig gut machte, sondern alle anderen Reservisten. Abgesehen von ihm und Gerald Green stand kein Bankspieler mehr als fünf Minuten auf dem Platz. Iman Shumpert verballerte in dieser kurzen Zeit vier Dreier, Danuel House Jr. stand bei -11. So mussten Tucker und Paul mehr als 40 Minuten abreißen und zahlten in den Schlussminuten Tribut.

Coaching Move des Spiels

Über weite Teile der Partie verzichtete Warriors-Coach Steve Kerr darauf, Double-Teams gegen Harden und Paul zu schicken, da ersterer angeschlagen war und zweiterer im Laufe des Spiels abtauchte. Als es dann aber in die Crunch Time ging, wurde The Beard aggressiv getrappt und dazu gezwungen, den Ball abzugeben oder schwere Würfe zu nehmen. Dieses Rezept ging auf: Capela patzte wie gewohnt an der Freiwurflinie, Tucker traf offene Dreier nicht und Harden spielte teils unsaubere Pässe.

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