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NBA Spielbericht: Starker Tobias Harris! Sixers schlagen OKC knapp

Von Lennart Gens
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Die Philadelphia 76ers haben das Prestige-Duell gegen die Oklahoma City Thunder für sich entschieden. Zwar kam es in Abwesenheit von Joel Embiid nicht zum Privat-Duell zwischen ihm und Russell Westbrook, dafür übernahm jedoch ein anderer Spieler die Rolle als Spielverderber.

Embiid setzte wie schon in den vorigen Spielen nach dem All-Star-Game aus und soll erst am Samstag gegen die Warriors wieder auf das Parkett zurückkehren. OKC musste seinerseits ebenfalls eine schwere Hypothek auf sich nehmen und auf Paul George verzichten, der mit Schulterproblemen draußen saß. So erhielt Markieff Morris sein Start-Debüt.

Den besseren Start in die Partie erwischten die Sixers. Neun der ersten elf Versuche aus dem Feld fanden ihr Ziel, weshalb Oklahoma City schon nach fünf Minuten mit 11:21 zurück lag und das erste Timeout benötigte. Doch auch anschließend konnte Billy Donovan nicht wirklich zufrieden mit dem Auftritt seiner Jungs sein. Tobias Harris führte Philly mit 10 Punkten zur 37:26-Führung nach dem ersten Viertel.

Bei Oklahoma versuchte Westbrook in Abwesenheit von PG wie immer eine Menge, wobei ihm zunächst jedoch nicht allzu viel gelang. Dafür konnten die Thunder im zweiten Abschnitt die offensive Power der Sixers ein wenig eindämmen und ihrerseits in Fastbreak-Situationen kommen. So schnupperten sie kurzzeitig am Ausgleich, nach einem krachenden Simmons-Dunk betrug der Rückstand allerdings erneut 14 Punkte (44:58). In die Kabine ging es mit einem 49:60.

Tobias Harris und 76ers bringen Sieg nach Hause

Die zweite Hälfte begann mit zwei schnellen Dreiern und einem schönen Assist von Dennis Schröder, der in den ersten 24 Minuten noch sehr blass geblieben war. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner wusste: Es sollte der Start einer starken Aufholjagd werden. Mit einem 12:0-Lauf verkürzte OKC auf 2 Punkte Rückstand, nachdem sie mit bis zu 16 Zählern hinten gelegen hatten (71:73).

Ab diesem Moment nahm die Intensität des Spiels rapide zu. Tobias Harris antwortete mit 7 Punkten in Folge, während Westbrook einen Backstein nach dem anderen schmiss (1/7 3FG). Kurzzeitig sah es so aus, als könnte Philly wieder davon ziehen, ehe Schröder und die Thunder erneut bis auf 84:86 verkürzen konnten.

Fünf Minuten vor Schluss konnten die Thunder in Person von Westbrook tatsächlich zum ersten Mal seit dem ersten Viertel ausgleichen (93:93), für eine spannende Crunchtime war also eigentlich alles angerichtet - eigentlich. Ein Mann hatte etwas dagegen: Tobias Harris. Der Forward schmiss zwei Dreier und einen Midrange-Jumper durch die Reuse und führte die Sixers innerhalb von weniger als zwei Minuten zu einem 10:0-Lauf, der das Spiel schließlich entscheiden sollte.

Harris beendete die Partie mit 32 Punkten und traf 11 seiner 19 Würfe. Ben Simmons (11 Punkte, 13 Rebounds, 11 Assists) erzielte ebenso wie Russell Westbrook (23, 11, 11) ein Triple-Double, wobei Letzterer dennoch keinen guten Abend erwischte und nur 33 Prozent seiner Würfe traf (8/24 FG).

Bester Mann bei OKC war Jerami Grant mit 23 Zählern (10/17 FG) und 6 Rebounds. Schröder beendete das Spiel mit 14 Punkten (4/15 FG) und 7 Assists.

Die wichtigsten Statistiken

Oklahoma City Thunder (38-23) vs. Philadelphia 76ers (40-22) 104:108 (BOXSCORE)

  • Philadelphia startete im ersten Abschnitt wie die Feuerwehr. Schnell erspielten sie sich eine zweistellige Führung, wobei 'erspielen' genau das richtige Stichwort ist. Insgesamt 13 der ersten 16 Körbe gingen Assists voraus, zur Halbzeit waren es sogar 21 von 25.
  • Auch die Wurfauswahl im ersten Abschnitt stimmte bei den 76ers. 25 der 51 Würfe fanden in Halbzeit Eins ihr Ziel, was starken 49 Prozent entspricht
  • Steven Adams bereitete den Sixers in Abwesenheit von Joel Embiid einige Kopfschmerzen unterm Korb. Insgesamt 14 Rebounds griff sich der Neuseeländer, wobei alleine acht davon am offensiven Brett zustande kamen. Übrigens: Kein anderer OKC-Spieler konnte sonst überhaupt einen verbuchen.

Oklahoma City Thunder vs. Philadelphia 76ers: Stimmen zum Spiel

Billy Donovan (Headcoach Oklahoma City Thunder): "Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben hart gekämpft und uns trotz des Rückstandes nicht entmutigen lassen. Am Ende hat uns dann ein wenig die Kraft gefehlt."

Tobias Harris (Philadelphia 76ers): "Wir wissen, dass wir viele Jungs haben, die sich Würfe selber kreieren können. Aber das wichtigste war, dass wir uns in der Offensive gegenseitig vertrauen. Das hat den Ausschlag gegeben."

Der Star des Spiels

Tobias Harris scheint einfach ein unglaublich guter Fit für die Sixers zu sein. In Abwesenheit von Joel Embiid übernahm der Forward in der Offensive die Kontrolle und sorgte zum richtigen Zeitpunkt für den entscheidenden Push.

Der Flop des Spiels

Terrance Ferguson. Kein guter Abend für den sonst so stark aufspielenden Swingman. In der Offensive wurde er weitestgehend von der guten Philly-Defense abgemeldet, in der Defensive hatte er des Öfteren Probleme mit Butler und Harris. Mit -7 hatte er zudem den schlechtesten Plus/Minus-Wert seines Teams.

Coaching Move des Spiels

Auch wenn Westbrook erneut ein Triple-Double auflegte, war es vor allem was das Scoring betraf nicht unbedingt sein Abend. Das erkannte auch Brett Brown und wies sein Team an, den All-Star an der Dreierlinie offen zu lassen. Diese Einladung ließ sich RW0 natürlich nicht entgehen und schmiss besonders im dritten Viertel einen Dreier nach dem anderen auf den Ring (insgesamt 1/9 3FG).

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