Legenden-Serie: David Robinson

Der Begründer des Spurs-Kults

Donnerstag, 06.08.2015 | 16:26 Uhr
Gregg Popovich, David Robinson, Tim Duncan - die Väter des Erfolgs in San Antonio
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Der Admiral wird 52 Jahre alt. David Robinson war einer der besten Basketballspieler der 90er und bereitete das Fundament für die erfolgreichste Franchise dieses Jahrhunderts. Sein Erbe geht aber weit über den Sport hinaus - nur wenige Sportler übten einen ähnlichen Einfluss auf ihre Gemeinde aus wie der MVP von 1995.

Dieser Artikel erschien ursprünglich am 6. August 2015.

"Magic, Bird, Jordan - sie alle sind MVPs. Dieser Typ ist mehr als das. Er ist der wichtigste Spieler, den die NBA seit Kareem gesehen hat."

Die Worte vom damaligen Suns-Trainer Cotton Fitzsimmons aus dem Jahr 1991 erscheinen aus heutiger Sicht relativ absurd. Kaum ein NBA-Fan würde "diesen Typen" David Robinson in seinem persönlichen All-Time-Ranking vor Magic oder Bird einordnen, vor MJ ohnehin nicht.

Sie verdeutlichen allerdings, was für einen Hype Robinson in seinen bis dahin erst zwei Jahren in der Liga bereits entfacht hatte. Angeblich gab es noch im Jahr 1993 interne Diskussionen bei den Bulls, ob sie Michael Jordan 1 zu 1 für Robinson anbieten sollten.

Sein Potenzial erschien grenzenlos - Superlativ erschien unangemessen. "Er ist das Ebenbild von Bill Russell, nur ist er ein besserer Athlet", sagte im selben Jahr kein Geringerer als Pat Riley. Gewissermaßen verständlich, wenn man sich die Palette von Fähigkeiten und körperlichen Voraussetzungen des Centers vor Augen führte.

Ein Alleskönner ohne Schwächen

Robinson war 2,16 m groß und hatte kein Gramm Fett an seinem unglaublich durchtrainierten Körper. Er bewegte sich mit einer Grazie, die Spieler seiner Größe sonst schlichtweg nicht innehatten, und war dazu auch noch schnell wie kein Center vor ihm. "Einigen Menschen ist es einfach vorbestimmt, Basketball zu spielen", schrieb Bill Simmons in seinem Book of Basketball voller Staunen über den Admiral.

Zumal seine Fähigkeiten den körperlichen Voraussetzungen in Nichts nachstanden. Robinson brachte überragende defensive Instinkte mit, die ihn 1992 zum Defensive Player of the Year machten. Schon in seiner Rookie-Saison schaffte er es ins All-Defensive Team, in seiner dritten Saison führte er die Liga mit 4,5 Blocks pro Spiel an.

Außerdem konnte er im Post, im Fastbreak oder aus der Mitteldistanz punkten und war 1994 Topscorer der Liga - seine legendären 71 Punkte am letzten Tag der Saison wurden in der Geschichte nur von Wilt Chamberlain, Kobe Bryant und David Thompson übertroffen. Ein herausragender Passer war er obendrein.

Es gab schlichtweg nichts, was Robinson auf dem Basketball-Court nicht tun konnte. Den besten Beweis lieferte wohl der 17. Februar 1994: Als einer von nur vier Spielern der Geschichte legte Robinson gegen die Pistons ein Quadruple-Double auf (34 Punkte, 10 Rebounds, 10 Assists, 10 Blocks).

Basketball: Mehr Hobby als Beruf

Dabei war Basketball Zeit seines Lebens für den streng gläubigen Christen nicht mehr als ein geliebtes Hobby. Er hatte keine Karriere als Profi im Sinn, als er sich 1983 an der United States Naval Academy einschrieb und sich darüber hinaus noch für zwei weitere Navy-Jahre verpflichtete.

Damals war er noch 1,95 m groß und hatte nur wenig organisierten Basketball gespielt - erst ein enormer Wachstumsschub während der College-Zeit brachte ihn auf den Radar der Scouts und ließ ihn innerhalb weniger Jahre zum meistbegehrten Talent der gesamten Basketballwelt aufsteigen.

Es zeigte sich dabei früh, dass er wenig gemein hatte mit dem geldgeilen und selbstverliebten Profisportler der alten Klischees. Er war vielmehr das genaue Gegenteil. Auch mit der Aussicht auf Millionen im Hinterkopf ließ er sich nicht davon abbringen, seinen Abschluss in Mathematik zu machen - und auch seine zwei Jahre bei der Navy zog er völlig unbeirrt durch, obwohl er 1987 an erster Stelle von den Spurs gedraftet wurde.

"Ich bin von meinen Eltern so erzogen worden. Meine Mutter hat mir schon früh eingeimpft, dass man immer zuerst an andere denken soll", erklärte Robinson später einmal seine Mentalität- "Es spielte nie eine Rolle, wie viel Geld man verdient - das war nie eine Priorität in unserem Haus. Mein Vater war bei der Navy, meine Mutter eine Krankenschwester. Es ging immer darum, die bestmögliche Ausbildung zu genießen und die beste Person zu werden, die man sein kann."

Philanthrop und Vorbild

Auch als aktiver NBA-Profi lebte Robinson stets nach dieser Maxime. Er war einer der ersten großen Philanthropen der Liga, unterstützte etliche soziale Projekte und eröffnete 2001 auch seine eigene Schule, die Carver Academy in San Antonio. Bis heute hat er gemeinsam mit seiner Ehefrau Valerie mehr als 11 Millionen Dollar in dieses Projekt investiert.

Bereits 2003 wurde ihm daher eine große Ehre zuteil: Gewinner des jährlichen NBA Community Assist Award erhalten seither die "David-Robinson-Plakette". "Für das Fortsetzen des Standards, den NBA-Legende David Robinson mit seiner Unterstützung der Gemeinde etabliert hat ", wie Commissioner David Stern damals erklärte.

Ganz anders als Jordan

Er versuchte diese positive Mentalität auch stets als Sportler umzusetzen und etablierte damit auch bei den Spurs einen Standard, dem Tim Duncan, Gregg Popovich und Co. bis heute folgen. Ein Führungsstil der positiven Bestärkung, der familiären Atmosphäre. Es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, seine Mitspieler zu tyrannisieren, wie es beispielsweise Jordan tat.

Ironischerweise war genau diese eigentlich positive Eigenschaft, dieser "Nice Guy"-Charakter aber lange Zeit der große Kritikpunkt an Robinson. Er sei zu nett, um ein Team zur Meisterschaft zu führen, habe nicht die Alphatier-Mentalität und den unbedingten Siegeswillen, welche die ganz großen Superstars ihrer Zunft auszeichnen, hieß es.

Durch die Saison 1995 sahen sich viele in dieser Ansicht bestätigt: Robinson wurde MVP und führte sein Team mit 62 Siegen zur besten Bilanz der Liga. Als es dann aber in den Playoffs gegen den (extra motivierten) Vorjahres-MVP Hakeem Olajuwon und dessen Rockets ging, zeigte sich Robinsons "wahres" Gesicht: Er verlor das Duell gegen Hakeem deutlich und verpasste wieder einmal den Einzug in die Finals.

Der Titel ist nicht alles

Die darauffolgende Kritik nagte an Robinson, auch wenn sie ihn nicht kaputt machte - seinem früheren Mitspieler Steve Kerr zufolge predigte er stets folgendes Mantra: "Es macht dich nicht zu einem besseren Menschen, wenn du eine Meisterschaft gewinnst. Es ist keine Bestätigung."

Als "soft" oder als Verlierer wollte Robinson dennoch nicht gelten. Zumal die deutliche Niederlage gegen Olajuwon ihn auch persönlich wurmte: "Zum ersten Mal in meinem Leben hatte ich das Gefühl, meine Mitspieler im Stich gelassen zu haben."

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Seite 2: Duncans Ankunft und die erfüllte Bestimmung

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