John Walls Aufstieg in die Elite

Point God

Dienstag, 16.12.2014 | 17:24 Uhr
John Wall gehört mittlerweile zu den absolut besten Point Guards der NBA
© getty
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Die Washington Wizards sind mit einer Bilanz von 19-7 in die Saison gestartet und eine der wenigen Erfolgsgeschichten der abermals schwachen Eastern Conference. Dabei haben einige Leistungsträger entweder Zeit verpasst oder das Team im Sommer verlassen. Gut, dass John Wall den nächsten Schritt gemacht hat - und mittlerweile wie ein legitimer MVP-Kandidat auftritt.

Jeder kennt es mittlerweile. Das Interview, in dem John Wall zusammenbricht. Soeben hat er eins der besten Spiele seiner Karriere gemacht. 26 Punkte, 17 Assists, ein heroischer Auftritt beim Sieg gegen die Boston Celtics in Double Overtime. Nun soll er die üblichen Fragen beantworten, die der beste Spieler nach einem Sieg eben gestellt bekommt. Stattdessen beginnt er zu weinen.

Einige Stunden vor dem Spiel war ihm mitgeteilt worden, dass Miyah-Telemaque Nelson ihren Kampf gegen die Leukämie verloren hatte. Wall hatte die 6-Jährige im Vorjahr kennen gelernt und den Kontakt gehalten. Zwischen beiden hatte sich eine Freundschaft gebildet.

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"Dieser Sieg ist ihr gewidmet", erklärte Wall unter Tränen. Die Bilder gingen um die Welt und rührten die gesamte Basketball-Gemeinde. Das Interview rückte die menschliche Seite Walls in den Vordergrund, der sich in der Gemeinde Washingtons engagiert wie nur wenige Profisportler. Doch das war nicht der einzige Effekt.

Denn das Interview, kombiniert mit der Leistung zuvor, rückte auch den Spieler Wall endlich mehr ins Rampenlicht. Und dafür hätte es keinen besseren Moment geben können.

Player of the Week

Während in den ersten Saisonwochen (zu Recht) Stephen Curry und die Warriors, Anthony Davis, die Cavaliers oder (zu Unrecht) die Lakers Schlagzeilen machten, wurde das Team aus der US-Hauptstadt mitsamt seinem Franchise Player gerne mal übersehen. Viele scheinen noch nicht einmal realisiert zu haben, dass die Wizards im Osten derzeit Platz zwei belegen.

"Einige Leute loben uns, andere sind glaube ich immer noch geschockt, dass wir so weit oben stehen", sagte Wall kürzlich, nachdem seine Wizards die Clippers mit einer Pleite nach Hause geschickt hatten.

Das Interview hat Wall nun mehr in den Fokus gerückt. Am 15. Dezember wurde der Point Guard als "Eastern Conference Player of the Week" geehrt - dank vier Siegen in Folge und Statistiken wie aus einem Videospiel: 18,3 Punkte, 11,8 Assists und 2,5 Steals legte Wall in diesem Zeitraum auf. Die Ehrung dürfte aber nur ein Vorgeschmack sein, wenn der No.1-Pick von 2010 so weitermacht wie bisher.

Auf historischem Kurs

Wall ist momentan auf dem Weg, über die Saison gesehen mindestens 18 Punkte, 10 Assists, 4 Rebounds und 2 Steals im Schnitt zu verzeichnen - das haben bisher nur Chris Paul und Isiah Thomas jemals geschafft. Das würde freilich wenig bedeuten, wenn die Wizards nicht gewinnen würden.

Doch Washington steht bei 19-7, obwohl die Leistungsträger Bradley Beal und Nene einige Spiele verpasst haben und Martell Webster sogar den kompletten Saisonstart im Anzug ansehen musste. Wall musste dadurch noch mehr Verantwortung übernehmen - und hat dabei den Sprung vom talentiertesten Spieler zum unangefochtenen Anführer gemacht.

Seit Jahren spricht Wall davon, dass er der beste Point Guard der Liga sein will. In dieser Saison gehört er erstmals wirklich in die Konversation. Den Einfluss, den er mittlerweile auf ein Spiel ausüben kann, ist vergleichbar mit dem von Paul - obwohl die Spielweisen beider Point Guards kaum unterschiedlicher sein könnten.

Auf den Spuren von CP3

Paul ist ein Floor General im klassischsten Sinn: Er seziert die Defense, kontrolliert den Ball wie ein Diktator und sucht sich methodisch die Spots, wo er hinwill. Außerdem hat er ein perfektes Verständnis dafür, wo seine Mitspieler mit dem Ball am effektivsten sind. Da er zudem auch defensiv zur absoluten Elite gehört, kann man ihn mit Fug und Recht als Goldstandard auf der Eins betrachten. Er spielt Schach.

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Wall operiert anders. Er regelt vieles mit seiner Athletik und einer beispiellosen Schnelligkeit, mit der er an jedem Gegner problemlos vorbeikommt. Er wird in diesem Leben wohl kein echter Distanzschütze mehr (Karriere: 31,1 Prozent 3FG), schließt dafür aber aus der Mitteldistanz hochprozentig ab. Am Korb ist er ohnehin nur durch Fouls zu stoppen.

Das Einzige, was sich neben seinem unterdurchschnittlichen Dreipunktewurf in Sachen Offense noch kritisieren lässt, sind die Turnover (derzeit 4 pro Spiel). Diese sind allerdings der Aggressivität geschuldet, die den Verteidigern wiederum die größten Probleme bereitet, und daher aus Sicht der Wizards zu tolerieren.

Fortschritt in der Defense

Defensiv ist Wall derzeit zudem eine Klasse für sich auf der Eins. Das bekam zuletzt auch Paul zu spüren, als Wall ihn zu völlig uncharakteristischen sechs Ballverlusten zwang.

Clippers-Coach Doc Rivers zeigte sich beeindruckt: "Er war überragend. Er hat CP sehr physisch verteidigt, Würfe geblockt. Er ist ein athletischer Freak. In der Vergangenheit hat er das meiner Meinung nach nur offensiv eingesetzt, aber jetzt ist er ein Two-Way-Player. Und zwar ein sehr guter."

Auch Wizards-Coach Randy Wittman lobte unlängst den Schritt, den sein Point Guard defensiv gemacht hat: "Er ist defensiv bei uns der Kopf der Schlange." Sein Einfluss ist auch quantifizierbar. Laut stats.nba.com fabrizieren die Wizards ein Defensiv-Rating von 96,6, wenn er auf dem Court steht - und eins von 105,0, wenn er pausiert.

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Oder: Mit ihm rangiert Washington in der Top 3, ohne ihn unter den schlechtesten zehn Verteidigungen der Liga. Für einen "kleinen" Spieler ist das eine absolut herausragende Differenz. Dass die Wizards auch nach dem Abgang vom besten Flügelverteidiger Trevor Ariza zu den besten Verteidigungen der Liga gehört, ist nicht zuletzt Walls Verdienst.

Einfluss auch ohne Punkte

Für den Point Guard selbst ist relativ klar, was der Schlüssel zu seiner Verbesserung am eigenen Korb ist: "Früher habe ich mehr auf Steals spekuliert. Jetzt versuche ich, mehr bei den Basics zu bleiben, denn dadurch ergeben sich ohnehin Möglichkeiten zum Ballgewinn. Ich will dadurch vorangehen, dass ich unser defensives System vorlebe."

Dass Wall sich heuer verstärkt auf die Defense konzentriert, dürfte auch mit den vergangenen Playoffs zu tun haben. In der Serie gegen Indiana ging Wall ein wenig die Luft aus - die Defense Indianas nahm ihm die Räume in der Zone, und Wall konnte das Spiel auch anderweitig nicht entscheidend beeinflussen.

Mittlerweile ist er in der Lage, einer Partie auch dann seinen Stempel aufzudrücken, wenn er kaum selbst punktet. Gegen die Clippers etwa machte er selbst nur 10 Punkte, war mit seiner Defense gegen Paul sowie 11 Assists aber trotzdem klar der wichtigste Mann bei Washington.

Pierce als Vorbild

Der Reifeprozess, den der 24-Jährige genommen hat, hängt auch mit der Ankunft von Paul Pierce zusammen. Der Veteran war als Ersatz für Ariza, aber vor allem auch als Anführer geholt worden, der dem jungen Team zeigen sollte, wie man Spiele gewinnt.

Wenngleich "The Truth" seine Rolle selbst gern kleiner redet: "Er ist unser Leader", sagte Pierce unlängst über Wall. "die Leute reden über Paul, den Veteranen, aber wir folgen John."

Wall wiederum gab gegenüber "Weibo" bereitwillig zu, dass er von Pierces Anwesenheit durchaus profitiert: "Er ist jemand, zu dem ich aufschauen kann, der mir sehr dabei hilft, ein Leader zu werden. Er weiß, wie man gewinnt. Er ist bereits ein Champion."

Auf dem richtigen Weg

Bis die Wizards ebenfalls die Larry O'Brien Trophy in den Himmel recken dürfen, ist es wohl noch ein bisschen hin. Das Fundament ist aber gelegt - mit dem starken Frontcourt um Marcin Gortat und Nene sowie vor allem dem Backcourt, der mit Beal und eben Wall schon jetzt zu den Besten der Liga zählt.

Natürlich werden die Wizards letztendlich nur so weit kommen, wie ihr Point Guard sie tragen kann. Wenn John Wall seine Form aus den ersten Saisonwochen halten kann, ist das aber keine allzu schlechte Aussicht.

John Wall im Steckbrief

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