Denver Nuggets - Chicago Bulls 97:87

Bulls-Siegesserie reißt in Denver

Von Philipp Dornhegge
Freitag, 22.11.2013 | 07:35 Uhr
Derrick Rose gewann das Point-Guard-Duell, doch Ty Lawson schnappte sich den Sieg
© getty
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Nach zuletzt fünf Siegen in Folge sind die Chicago Bulls (6-4) hart gelandet. Bei den Denver Nuggets (5-7) gab es eine klare 97:87-Niederlage (BOXSCORE), die deutlicher war, als das Ergebnis vermuten lässt.

Sechs Nuggets-Spieler punkteten zweistellig, allen voran Reservist Jordan Hamilton mit 17 Zählern. Kenneth Faried sammelte ein Double-Double ein (12 Punkte, 11 Rebounds), Ty Lawson (10 Punkte, 7 Assists, 4 Turnover) verlor allerdings das Duell von zwei der explosivsten Point Guards der NBA gegen Derrick Rose.

Der Superstar der Bulls kam auf 19 Punkte, 4 Rebounds und 4 Assists, war aber wie der Rest der Mannschaft machtlos gegen das variable Spiel der Gastgeber.

Nach drei Tagen Pause schienen die Bulls völlig ihren Rhythmus verloren zu haben und schossen nur 39 Prozent aus dem Feld. 22 Offensivrebounds ließen Chicago aber lange Zeit im Glauben, die Partie gewinnen zu können.

Neben Rose punktete Mike Dunleavy Jr. zweistellig (15), Carlos Boozer (15 Punkte, 10 Rebounds) erzielte genauso ein Double-Double wie Joakim Noah (11 Punkte, 12 Rebounds).

Die Reaktionen:

Nate Robinson (Nuggets): "Ich hatte letztes Jahr eine super Zeit in Chicago, das war ein super Team. Deshalb wollte ich den Sieg heute umso mehr. Kaum einer rechnet noch mit uns, aber wir werden immer besser und können im Lauf der Saison noch so manches Team überraschen."

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Der SPOX-Spielfilm:

Vor dem Tip-Off: Die Nuggets starten wie zuletzt immer mit Lawson, Foye, Chandler, Faried und Hickson.

Chicago muss den am Zeh verletzten Jimmy Butler ersetzen und tut das mit Mike Dunleavy. Der Routinier gesellt sich in der Starting Five zu Rose, Deng, Boozer und Noah.

3.: Oha, da geht die Alley-Oop-Show der Nuggets schon los! Lawson spielt einen langen Pass von der Mittellinie, am Korb greift sich Faried die Kugel und stopft. 6:6, interessante Anfangsphase.

7.: Wunderschöner Fastbreak der Bulls. Robinson versemmelt einen Jumper, Noah reboundet und gibt auf Deng ab. Der Flügelspieler zieht zum Korb, zieht die Defense auf sich und legt ab. Boozer bedankt sich und gleicht aus, 18:18.

16.: Ganz entspannter Auftritt bisher von Rose, der nichts erzwingt, aber sehr selbstbewusst wirkt. Im Mismatch gegen Hickson nagelt der MVP von 2011 einen Dreier zum 32:32 rein.

21.: Fournier fängt Feuer und hat keine Angst vor dem Duell mit Rose. Erst zeigt er einen schönen Runner an der Baseline, dann tritt er ohne Zögern zum Dreier an. Und wenig später erhöht er mit einem weiteren Jumper auf 48:40 für die Nuggets.

28: Zerfahrener Beginn der zweiten Hälfte. Nach viereinhalb Minuten steht es 5:3 für Denver, überwiegend sehen wir Schrittfehler und miese Würfe. Rose krönt die Dürre mit einem Backstein gegen das Brett - urgh. 55:51 Nuggets.

34.: Gefühlt hat Denver die Partie längst klar im Griff, aber die Bulls lassen sich nicht abhängen. Gibson erzielt herzliche willkommene Bankpunkte und verkürzt 60:67. Doch Dengs viertes Foul tut weh.

38.: Robinson! Der kleine Nate hatte im letzten Jahr noch für Chicago aufgetrumpft, jetzt schnürt er für Denver die Schuhe. Und versenkt heute sein altes Team? Mit zwei Dreiern in Folge bringt er das Pepsi Center zum Kochen und schraubt die Führung auf 76:62.

40.: Das ist jetzt blitzschnell eine klare Sache geworden. Hamilton legt zwei Dreier nach, Arthur trifft einen Jumper und erhöht auf 85:64. Die Bulls machen nicht den Eindruck, als könnten sie noch mal zurückkommen.

47.: Die Bulls regen sich seit geraumer Zeit nur noch auf, die Schiedsrichter geizen nicht mit technischen Fouls. Gibson wird allerdings zum zweiten Mal erwischt, der Big Man darf vorzeitig duschen gehen. Das Spiel ist eh gelaufen.

Nuggets vs. Bulls: Hier geht's zum BOXSCORE

Der Star des Spiels: Jordan Hamilton. Seine beiden Dreier stellten den vorentscheidenden 21-Punkte-Abstand zu Beginn des vierten Viertels her, mit 17 Punkten (und 6 Rebounds) war er letztlich Topscorer seiner Mannschaft.

Aber vor allem stand Hamilton stellvertretend für die insgesamt starke Bank der Nuggets stehen, die das Duell mit Chicagos Reservisten locker gewann (49:21).

Der Flop des Spiels: Luol Deng. Seinen Einsatz in Ehren - 13 Rebounds sind eine ordentliche Hausnummer -, doch Deng hatte in Denver einen gebrauchten Tag erwischt.

Alle Bewegungen des Briten wirkten unrund, seine Penetrationen schlecht getimt, sein Post-Spiel saft- und kraftlos. Am Ende des Tages traf Deng nur 3 seiner 18 Würfe (6 Punkte), verlor aber 4 Mal den Ball.

Das fiel auf:

  • Während sich vor dem Spiel viel auf das Point-Guard-Duell zwischen Ty Lawson und Derrick Rose fokussierte, waren es in der Anfangsphase vor allem die großen Spieler, die für Punkte sorgten. Für Denver waren das J.J. Hickson und Kenneth Faried, bei Chicago erwischte Carlos Boozer einen überragenden Start. Erst im zweiten Viertel übernahm Rose.
  • Weil Jimmy Butler fehlte, startete Mike Dunleavy. Kirk Hinrich bekam die meisten seiner Minuten als Backup auf der Zwei. Entsprechend durfte Marquis Teague früh ran und spielte seine meisten Minuten der Saison (15). In der Preseason hatte der Bruder von Atlantas Jeff Teague noch überzeugt, in der regulären Saison war Coach Thibodeau aber doch wieder von seinem jungen Spielmacher abgerückt.
  • Dunleavy ist ein abgezockter Veteran, in der Defense gegen Shooting Guards aber gnadenlos überfordert. Randy Foye und Jordan Hamilton zogen problemlos an Dunleavy vorbei und punkteten ohne Gegenwehr in Korbnähe. Eine echte Lösung scheint es auf der Zwei aber nicht zu geben, solange Butler verletzt ist. Was ist eigentlich mit Tony Snell? Der Rookie bekam nicht mehr als eine Garbage-Time-Minute...
  • Während Denver starke Quoten auflegte, kam Chicago vor allem am offensiven Brett zur Entfaltung. Boozer, Noah und Deng gingen jedem Wurf hinterher und überpowerten Hickson und Faried ein ums andere Mal. Schon zur Halbzeit standen die Bulls bei 12 Offensivrebounds (22 insgesamt).
  • Die Offense der Bulls ist ein andauerndes Projekt. Ob mit Rose oder ohne: Es wollte kein rechter Flow entstehen. Das Pick'n'Roll funktioniert nicht, die beste Option scheint derzeit das Low-Post-Spiel über Boozer zu sein. Ohne Boozer gab es abgesehen von Rose-Drives viele Schrittfehler, Offensivfouls und schlecht herausgespielte Würfe.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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