Stephen Curry im Porträt

Der beste Shooter der Liga

Von Max Marbeiter
Dienstag, 30.04.2013 | 20:26 Uhr
Stephen Curry erzielte in Spiel vier gegen Denver in sechs Minuten 22 Punkte
© getty
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Erst bricht Stephen Curry Ray Allens Dreier-Rekord, dann dreht er in den Playoffs richtig auf. Inzwischen gilt der Point Guard als vielleicht bester Shooter der Liga. Neben harter Arbeit sind dafür mit Sicherheit auch die Gene verantwortlich.

Immer und immer wieder wiederholt sich diese eine Szene. Ray Allen geht in die Knie, springt ab, hält die optimale Körperspannung und lässt den Ball schließlich in einem perfekten Bogen Richtung Ring fliegen. Mal hält die Kamera direkt drauf, mal hält sie respektvoll Abstand. Die Halle ist leer, nichts lenkt ab. Es gibt nur Allen, den Ball, den Korb. Immer wieder.

Das Ende seines Films "He got Game" widmet Spike Lee der Kunst des Jumpshots. Blendet man den Handlungsstrang aus, so offenbart sich eine Hommage an diese perfekte Symbiose aus Kraft und Eleganz, aus Technik und Konzentration.

Dass Lee dazu ausgerechnet Allen ausgewählt hat, kommt nicht von ungefähr. Schließlich gilt dessen Wurftechnik vielen als Blaupause für den perfekten Jumpshot. Jahrein, jahraus stellte der Shooting Guard die vielleicht größte Bedrohung von jenseits des Perimeter dar. Niemand verwandelte mehr Dreier, weder insgesamt noch in einer Saison - bis zum letzten Regular-Season-Spiel der Golden State Warriors.

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Curry bricht Allens Dreier-Rekord

Selbiges nutzte Stephen Curry, um Allens alten Rekord auf 272 verwandelte Distanzwürfe in einer Spielzeit auszubauen. Das Bemerkenswerte: Der Aufbau benötigte dazu satte 61 Versuche weniger, als sein Vorgänger aus Miami. Hatte es noch eines Belegs bedurft, dass auch Curry die Kunst des Sprungwurfs außergewöhnlich gut beherrscht, so ist er spätestens damit endgültig erbracht.

Im Grunde genügt jedoch bereits ein Blick auf den Stammbaum, um wenigstens zu erahnen, mit welchem Potential der 25-Jährige gesegnet ist. Schließlich zählt sein Vater Dell Curry zu den besten Dreierschützen der NBA-Geschichte (40,2 Prozent) und ist zudem All-Time-Scoring-Leader der Charlotte Hornets.

Sein Geheimnis: Warf er als Kind noch mit zwei Händen, so musste sich Dell Curry nach einem Handbruch mit neun Jahren bereits den einhändigen Wurf aneignen und perfektionieren. Diesen Erfahrungsschatz hat er offenbar nur allzu gern an seine beiden Söhne weitergegeben - Stephens jüngerer Bruder Seth stand in diesem Jahr mit Duke im Elite Eight der NCAA und gilt, kaum überraschend, als einer der besten Schützen im College-Basketball (43,8 Prozent 3er).

Kein Platz an großen Colleges

Doch Gene hin, Daddys Ratschläge her, Stephen Curry überließ in Sachen Entwicklung nichts dem Zufall. Schon zu Highschool-Zeiten arbeitete er akribisch an seinem Wurf, perfektionierte seine Technik und belohnte sich immer wieder selbst mit herausragenden Leistungen. Der ultimative Lohn in Form eines Stipendiums für eines der großen Colleges blieb jedoch aus. Selbst Virginia Tech, dessen Hall of Fame auch der Name Dell Curry ziert, bot lediglich einen Verpflichtung als Walk-on-Player - sprich, ohne Stipendium.

So entschied sich Curry schlussendlich für das kleine Davidson College, das seit 1969 kein einziges NCAA-Tournament-Spiel mehr gewonnen hatte. Dort konnte man sein ein Glück wohl überhaupt nicht fassen. "Wartet, bis ihr Steph Curry seht. Er ist etwas Besonderes", sagte Coach Bob McKillop noch ehe sein Freshman überhaupt ein Spiel absolviert hatte.

Der wollte seinen Trainer offenbar gar nicht erst in Erklärungsnöte bringen und legte direkt in seinem zweiten College-Spiel gegen Michigan 32 Punkte, 9 Rebounds sowie 4 Assists auf. Im zweiten Jahr führte Curry sein Team sogar bis ins Elite Eight, wo man schließlich dem späteren Champ Kansas unterlag. Immer mit dabei: herausragende Quoten aus dem Feld (46,7 Prozent FG, 41,2 3er in drei Jahren).

Keine Anpassungsschwierigkeiten

Nun hatten andere Shooter schon Probleme mit der Evolution vom College zur NBA - nicht so Stephen Curry. Seit er 2009 von den Golden State Warriors gedraftet wurde, schoss er nie unter 43 Prozent von jenseits des Perimeter. In dieser Saison fällt der Dreier sogar etwas häufiger als jeder andere Wurf (45,3 Prozent zu 45,1). Betrachtet man den Karriereschnitt aus der Distanz, so weist derzeit lediglich Steve Kerr bessere Quoten auf (45,4 Prozent zu 44,6).

Anders als Kerr oder beispielsweise Steve Novak von den Knicks ist Curry jedoch kein Spezialist, der im Besonderen gut werfen kann, ansonsten aber wenig Produktives aufs Parkett bringt. Steht der Einser auf dem Feld, so beginnen die meisten Warriors-Angriffe auch mit ihm. Oft bekommt er gar nicht erst den einfachen, offenen Wurf, Curry muss sich seine Würfe erarbeiten, sie kreieren.

Entsprechend eindrucksvoll kommt die Zahl 105 daher. So oft traf der Point Guard in dieser Saison von Downtown, ohne dass dem Dreier ein Assist vorausgegangen wäre. Zum Vergleich: LeBron James verwandelte 103 Mal aus der Distanz. Insgesamt. Novak bediente sich bei seinen 149 Treffern 146-mal der Vorarbeit eines Teamkollegen.

Curry-Gala im Golden State! Denver vor dem Aus

Der schnellste Schuss der Liga?

Dank seines unglaublich schnellen Releases versteht es Curry, wie kaum ein anderer, jeden Zentimeter Platz zu nutzen, um direkt zum Wurf hochzugehen - und zu treffen. Dieser Release gepaart mit einem nicht minder explosiven ersten Schritt macht den 25-Jährigen zum absoluten Match-up-Albtraum für jede Defense.

So wird sich Nuggets-Coach George Karl in den letzten Tagen mit Sicherheit das eine oder andere Mal gekniffen haben, um endlich aufzuwachen. Denn eigentlich sprach nach David Lees schwerer Hüftverletzung alles für Denver. In der Theorie könnte sich die Defense nun noch deutlicher auf Curry konzentrieren.

In der Praxis hat der allerdings auf jedes Defensivsystem der Nuggets die richtige Antwort parat. Sinkt der Verteidiger ab, bestraft ihn Curry mit dem Dreier, wird er unter Druck gesetzt, zieht er in die Zone, um dort entweder selbst abzuschließen oder noch einmal auf einen Mitspieler abzulegen. So legte Curry in den ersten vier Spielen überragende 27,4 Punkte sowie 10 Assists auf.

Problemzone Sprunggelenke

Dabei bekam er zu Beginn der Serie abermals eine Dosis seines Kryptonits verabreicht. Denn, wenn es eine Schwachstelle am Basketballer Stephen Curry gibt, dann liegt diese unterhalb der Waden. Bereits zwei Mal musste er sich in den vergangenen Jahren am rechten Knöchel operieren lassen, immer wieder verpasste er Spiele wegen kleinerer Verletzungen an den Gelenken.

Nun hat Curry erneut Probleme am linken Knöchel, der, wie er sagt, im Grunde bereits seit einem Jahr verstaucht ist. Es fehlte nicht viel und die Basketball-Welt wäre auf Grund dieses Knöchels um eine der wohl größten Performances der letzten Jahre betrogen worden. Denn eigentlich hatte Warriors-Coach Mark Jackson seinen Einser in Spiel vier bereits zur Halbzeit vom Feld nehmen wollen.

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"Ich hatte ihn in der ersten Hälfte schon einmal runter genommen und überlegt, ihn komplett rauszunehmen", erklärte der Warriors-Coach. "Das habe ich ihm gesagt. Ich habe ihm auch gesagt, dass er jetzt nicht der Held sein muss. Aber er hat den Moment einfach genutzt." Er hat ihn nicht nur genutzt, er hat ihn ausgekostet, ihn zu etwas Besonderem gemacht.

Episches drittes Viertel

Im dritten Viertel - gerade drohte das Spiel zugunsten der Nuggets zu kippen - genügten sechs Minuten, und Curry hatte sein Punktekonto um satte 22 erhöht und Denver damit die Hoffnung auf den Sieg genommen. Egal, ob aus drei Metern hinter der Dreierlinie, mit Hand im Gesicht oder Foul - stieg Curry zum Wurf hoch, fand der Spalding auch seinen Weg durch die Reuse.

Jedes Dezibel-Messgerät wäre ob des Lärms in der Oracle Arena am Anschlag gewesen und so fühlte sich Mark Jackson an einen alten Bekannten erinnert. "Ich habe mit Reggie Miller gespielt und er hat so etwas nicht nur einmal gemacht", erzählte der Coach. "Er hat es so oft gemacht, vor allem wenn die Bühne am größten war. Er ist einer der besten Shooter aller Zeiten. Jedes Mal, wenn der Ball seine Hand verließ, machte es den Anschein, als würde er auch reingehen. Steph hatte ein solches Viertel, eine solche Nacht."

Ray Allens Rekord geknackt, vom Coach mit Reggie Miller, einem der besten Clutch-Player aller Zeiten verglichen - Curry ist im vierten Jahr endgültig in der Riege der absoluten Shooter-Elite angekommen. Käme Spike Lee heute auf die Idee, dem Jumpshot eine Homage zu widmen, vielleicht stünde Stephen Curry Modell.

Ergebnisse und Spielplan im Überblick

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