Donnerstag, 04.11.2010

NBA-Schlaglichter

Paul Pierce schreibt Geschichte

Celtics-Forward Paul Pierce erzielt seinen 20.000. Punkt, Elton Brand findet gegen die Indiana Pacers wieder zu alter Form, Dwight Howard zerstört die Minnesota Timberwolves im Alleingang, Kobe Bryant holt mal wieder ein Triple Double - und Monta Ellis braucht keine Pause.

Forward Paul Pierce steht seit 1998 regelmäßig für die Boston Celtics auf dem Parkett
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Forward Paul Pierce steht seit 1998 regelmäßig für die Boston Celtics auf dem Parkett

Boston Celtics (4-1) - Milwaukee Bucks (1-4) 105:102 OT

Beim knappen Overtime-Sieg der Boston Celtics über die Milwaukee Bucks stand Paul Pierce im Mittelpunkt. Der All-Star Forward erzielte 12 seiner 28 Punkte in der Overtime und knackte ganz nebenbei die 20.000-Punkte-Marke.

Pierce ist nach Larry Bird und John Havlicek erst der dritte Celtics-Spieler, der seine gesamte Karriere bei dem Team aus Massachusetts verbrachte und diesen Wert erreicht. "Das war ein sehr emotionaler Moment für mich", erklärte er nach dem Spiel. "Es passiert nicht oft, dass ein Spieler diesen Wert bei einem Team erreicht."

Neben Pierce konnten vor allem Ray Allen (23 Punkte) und Rajon Rondo (17 Punkte, 15 Assists) überzeugen. Die Entscheidung brachte dann ein Steal von Pierce 27 Sekunden vor Ende der Overtime.

Bei den Bucks ragte Center Andrew Bogut, der früh in der Partie mit Celtics-Power Forward Kevin Garnett aneinander geriet, mit 21 Punkten und 13 Rebounds heraus. Carlos Delfino und Ersan Ilyasova steuerten jeweils 15 Punkte bei.

Philadelphia 76ers (1-4) - Indiana Pacers (2-2) 101:75

Elton Brand is back! Beim ersten Saisonsieg seiner Philadelphia 76ers über die Indiana Pacers sammelte der wuchtige Power Forward 25 Punkte auf und griff sich 12 Rebounds. Dazu traf er perfekt von der Freiwurflinie (7/7). Nicht übel für einen Spieler, den die meisten schon abgeschrieben hatten.

Der einstige Top-Pick, der während seinen ersten beiden Saisons in Philly nichts gerissen hat, scheint unter dem neuen Headcoach Doug Collins zu alter Stärke zurückzufinden. Dabei saß Collins nach der Halbzeit nicht mal mehr auf der Bank, sondern in der Kabine. Grund dafür waren die Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung, die der 59-jährige sich Ende Mai zugezogen hatte. Er wurde durch seinen Assisten Michael Curry vertreten.

Neben Brand zeigte vor allem auch Thaddeus Young eine starke Leistung. Der Forward steuerte von der Bank 16 Punkte bei. Insgesamt punkteten sechs Sixers-Spieler zweistellig.

Bei den Pacers ging im vierten Saisonspiel wenig. Vor allem All-Star Danny Granger hatte einen gebrauchten Tag erwischt und versenkte nur zwei seiner 14 Würfe. Auch der zuletzt starke Center Roy Hibbert brachte es nur auf mittelmäßige 9 Punkte und 8 Rebounds.

Bei einer grottigen Trefferquote von 31,5 Prozent ist es nicht verwunderlich, dass die Truppe aus Indianapolis gerade mal 75 Punkte zustande bekamen. "Das war heute Abend echt erbärmlich", kommentierte Hibbert nach dem Spiel. Zum Vergleich: Philadelphia versenkte 46,9 Prozent.

Orlando Magic (2-1) - Minnesota Timberwolves (1-4) 128:86

Im Spiel gegen die Minnesota Timberwolves fuhren die Orlando Magic einen nie gefährdeten Sieg ein und stellten in der ersten Hälfte ganz nebenbei mit 78 erzielten Punkten einen neuen persönlichen Rekord auf. Großen Anteil daran hatte Center Dwight Howard, der die T-Wolves in der Defense mit 8 (!) Blocks handzahm machte und nebenbei auch noch 18 Punkte sowie 16 Rebounds sammelte.

Magic-Coach Stan van Gundy hatte nach den zuletzt schwachen Leistungen von Rashard Lewis die Startformation umgestellt. Lewis rückte von der Vier auf die Drei, als Power Forward durfte Ryan Anderson ran. Mit Erfolg: Der ehemalige California Golden Bear holte 19 Punkte und versenkte dabei vier seiner acht Würfe von außen. Auch Shooting Guard Vince Carter konnte sich steigern und sammelte 20 Zähler.

Die Timberwolves stellten ebenfalls einen neuen Rekord auf, aber einen weniger erfreulichen: Die 86:128-Niederlage war die höchste in der Franchise-Geschichte. Ordentlichen Anteil daran hatte Howards Gegenspieler und Ex-Kollege Darko Milicic, der gegen den Superstar null Chance hatte und keinen einzigen Punkt erzielen konnte. Positiv fiel bei Minnesota nur Kevin Love (22 Punkte, 9 Rebounds) auf.

Saison 2010/2011: NBA-Players to watch
Danilo Gallinari ist ein exzellenter Scharfschütze. Christian Schwarzer vergleicht ihn schon mit Dirk Nowitzki. Neben Amare Stoudemire könnte er weiter aufblühen
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D.J. Augustin beerbt bei den Charlotte Bobcats Raymond Felton als Starting-Point-Guard. Viele Experten trauen ihm eine Leistungsexplosion zu
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Eric Gordon gewann mit dem Team USA die Weltmeisterschaft. Durch den Einsatz von Blake Griffin könnte der Shooting Guard mehr Platz für seinen exzellenten Wurf bekommen
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Mit 2,4 Blocks und 6,9 Rebounds in durchschnittlich 20 Minuten deutete JaVale McGee (l.) in der Preseason schon an, zu was er in der Lage ist
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Nach dem Abgang von LeBron James suchen die Cleveland Cavaliers einen neuen Superstar. Power Forward J.J. Hickson (r.) hat viel Potenzial
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Das dritte Jahr ist in der Regel das, in dem viele Center einen Leistungssprung vollziehen. Roy Hibbert von den Indiana Pacers hat alle Veranlagungen dafür
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Point Guard Jrue Holiday soll der neue Floor General in Philadelphia werden. Mit 11,6 Punkten, 5,3 Assists und 6,4 Rebounds zeigte er in der Preseason schon sein Können
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Al Jefferson ist weg und Kevin Love damit der unumstrittene Leader im Timberwolves-Frontcourt. Die durchschnittlich 11 Rebounds aus der letzten Saison könnte er toppen
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DeJuan Blair überzeugte schon in seiner Rookie-Saison. Da Tim Duncan viel Schonzeit braucht, könnte Blair die Spielzeit nutzen und weiter auf sich aufmerksam machen
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Linas Kleiza (r.) ist zurück aus Europa und greift bei den Toronto Raptors an. Die suchen nach dem Abgang von Chris Bosh einen neuen Anführer
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Nicolas Batum hatte bisher viel mit Verletzungen zu kämpfen. Nun ist er fit und überragte mit 19 Punkten und 11 Rebounds gleich im ersten Saisonspiel der Trail Blazers
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Der Israeli Omri Casspi überraschte in der letzten Saison schon die NBA-Welt. In seinem zweiten Jahr steht er vor einem weiteren Sprung nach vorne
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Reggie Williams kam in der letzten Saison aus der D-League zu den Warriors und machte gleich mal durchschnittlich 15,2 Punkte in nur 24 Spielen
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Terrence Williams (l.) ist spektakulär und vielseitig. Die Nets werden sicher nicht wieder so schlecht spielen. Eine passende Kombination für gute Leistungen
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Will Bynum verbesserte sich bisher in jedem Jahr. Ein Ende der Entwicklung scheint nicht in Sicht. Der Guard könnte den Pistons noch viel Freude bereiten
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Sacramento Kings (3-2) - L.A. Lakers (5-0) 100:112

Im kalifornischen Duell besiegten die Lakers die Kings und bleiben dadurch weiterhin ungeschlagen. Spieler des Abends war, wie so häufig, Superstar Kobe Bryant, der das 17. Triple-Double (30 Punkte, 10 Rebounds, 12 Assists) seiner Karriere auflegte. Soviel also zu seinem lädierten Knie! "Ich fühle mich einfach besser. Ich fühle mich gut," versichert der Shooting Guard seinen Fans. "Ich bin zu 100 Prozent fit."

In feiner Form zeigten sich auch seine Mitspieler: Pau Gasol kam am Spielende auf 22 Punkte und 11 Rebounds, auch die übrigen Starter scorten zweistellig.

Die Sacramento Kings verloren ihr zweites Spiel in der noch jungen Saison, hatten zuvor mit drei Siegen bei nur einer Niederlage den besten Start seit sieben Jahren hingelegt.

Auch gegen das Topteam der Western Conference zeigte die Mannschaft von Coach Paul Westphal wieder eine überzeugende Leistung und konnte den Gegner am Brett sogar ausstechen (12 Offensiv- und 49 Defensivrebounds im Vergleich zu L.A.s 7 und 43).

Vier Minuten vor Schluss wurde die Partie nach einem Korbleger von Tyreke Evans (21 Punkte insgesamt) sogar noch mal spannend. Aber Lakers-Spielmacher Derek Fisher entschied das Spiel mit einem Dreier sowie einem anschließenden Steal endgültig.

Golden State Warriors (3-1) - Memphis Grizzlies (2-3) 115:109

Als die Golden State Warriors im dritten Viertel mit 18 Punkten führten, wollte Coach Keith Smart seinem Guard Monta Ellis eigentlich eine Pause gönnen. Eigentlich. Denn während der ehemalige Second-Round-Pick auf der Bank saß, konnten die Grizzlies wieder rankommen. Kein Problem für Ellis, der in den letzten sieben Minuten der Partie satte 17 seiner 39 Punkte erzielte und somit sein Team doch noch zum Sieg führte.

Neben dem Most Improved Player der Saison 2006/07 brillierte auch Neuzugang Dorrell Wright, der mit sieben versenkten Dreiern in einem Spiel (25 Punkte insgesamt) eine persönliche Bestmarke aufstellte. Dem lettischen Center Andris Biedrins hingegen war seine Verletzung nach wie vor anzumerken, er schnappte sich in 30 Minuten gerade mal fünf Rebounds und blieb auch ansonsten blass.

Auf der Gegenseite war Small Forward Rudy Gay mit 35 Punkten und 7 Rebounds der herausragende Mann. Zudem konnte Spielmacher Mike Conley (18 Punkte, 13 Assists) beweisen, dass er seinen frisch unterschriebenen Vertrag über fünf Jahre und 40 Millionen Dollar wert ist.

Die weiteren Spiele aus der Nacht:

Phoenix Suns (1-3) - San Antonio Spurs (3-1) 110:112

Top-Scorer: Jason Richardson (21), Steve Nash (19) - Richard Jefferson (28), Tim Duncan (25)

Top-Rebounder: Grant Hill (8), Channing Frye (7) - Tim Duncan (17), DeJuan Blair (7)

Utah Jazz (2-2) - Toronto Raptors (1-3) 125:108

Top-Scorer: Al Jefferson (27), Deron Williams (22) - Andrea Bargnani (26), Sonny Weems (23)

Top-Rebounder: Deron Williams (8), Al Jefferson (6) - Andrea Bargnani (9), Reggie Evans (6)

Houston Rockets (0-4) - New Orleans Hornets (4-0) 99:107

Top-Scorer: Kevin Martin (18), Aaron Brooks (18) - Chris Paul (25), Marco Belinelli (18)

Top-Rebounder: Luis Scola (16), Jordan Hill (9) - David West (9), Jason Smith (9)

L.A. Clippers (1-4) - Oklahoma City Thunder (2-2) 107:92

Top-Scorer: Eric Gordon (27), Blake Griffin (18) - Jeff Green (19), Kevin Durant (16)

Top-Rebounder: Blake Griffin (9), Ryan Gomes (7) - Nenad Krstic (9), Jeff Green (9)

Atlanta Hawks (5-0) - Detroit Pistons (0-5) 94:85

Top-Scorer: Josh Smith (22), Al Horford (18) - Ben Gordon (22), Tayshaun Prince (17)

Top-Rebounder: Josh Smith (11), Al Horford (8) - Greg Monroe (8), Ben Wallace (6)

New Jersey Nets (2-2) - Charlotte Bobcats (1-3) 83:85

Top-Scorer: Devin Harris (19), Brook Lopez (17) - Boris Diaw (24), Gerald Wallace (20)

Top-Rebounder: Derrick Favors (8), Brook Lopez (6) - Gerald Wallace (11), Nazr Mohammed (6)

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