Sonntag, 30.05.2010

Kobe Bryant erneut in Galaform

Lakers machen Traumfinale gegen Celtics perfekt

Mit einem 111:103-Sieg bei den Phoenix Suns haben die Los Angeles Lakers die Finals erreicht. Dort trifft der Titelverteidiger zum zwölften Mal auf Rekordmeister Boston Celtics.

Mit traumwandlerischer Sicherheit verwandelte Kobe Bryant auch schwierigste Würfe für die Lakers
© Getty
Mit traumwandlerischer Sicherheit verwandelte Kobe Bryant auch schwierigste Würfe für die Lakers

Phoenix Suns (3) - L.A. Lakers (1) 103:111

Da haben wir es: das Traumduell, den Klassiker, das vor den Playoffs kaum für möglich gehaltene Endspiel zwischen den beiden erfolgreichsten Franchises der NBA-Historie!

Oscar-Gewinnerin Hilary Swank hatte mächtig Spaß beim Spiel der Suns gegen die Lakers
Oscar-Gewinnerin Hilary Swank hatte mächtig Spaß beim Spiel der Suns gegen die Lakers
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Die Celtics treffen ab Donnerstagnacht, 3. Juni, auf den amtierenden Champion. Es ist bereits das zweite Aufeinandertreffen der beiden jahrzehntelangen Rivalen in den letzten drei Jahren. 2008 gewannen die Celtics die Serie mit 4-2 und sicherten sich den 17. Titel der Vereinsgeschichte.

Damals lief es seit Saisonbeginn darauf hinaus, diesmal ist das Duell eine echte Überraschung. Denn mit Boston spielte sich ein Team in einen wahren Rausch, das die letzten Wochen doch ziemlich enttäuschte und von vielen Experten als zu alt und zerstritten abgestempelt wurde.

Ganz anders dagegen die Lakers. Seit Beginn der regulären Saison waren die Männer von der Westküste das Nonplusultra der Liga und führten das Tableau souverän an. Zwar wurden sie am Ende noch von den Cleveland Cavaliers ein- und überholt, aber LeBron James und Co. sind seit geraumer Zeit nicht mehr dabei.

Die Lakers gehen also mit dem Heimvorteil in die Serie gegen Boston, und das allein ist schon ein wesentlicher Unterschied zu 2008. Der andere ist Kobe Bryant, der sich in der Postseason bislang in überragender Verfassung präsentiert und auch im entscheidenden sechsten Spiel gegen Phoenix nicht zu stoppen war.

Mit 37 Punkten war er der Topscorer der Partie und einmal mehr der Hauptgrund für einen Lakers-Sieg. Auch der Gegner zeigte sich von der Leistung der Black Mamba beeindruckt: "Was er verwandelt, sind nicht die Würfe eines guten Shooters", so Steve Nash (21 Punkte, 9 Rebounds). "Das sind die Würfe eines Scorer, Treffer von der Art, wie sie nur der beste Spieler der Welt macht."

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Lamar Odom fügte bei: "Er lässt das extrem Schwere so einfach aussehen."Vor zwei Jahren dagegen stand Bryant in den Finals neben sich. Ohne ihren besten Spieler in Topform waren die Lakers chancenlos.

Fairerweise muss man betonen, dass Bryant den kaum gefährdeten Sieg nicht allein besorgte. Denn Ron Artest machte zwei Tage nach seinem Game-Winner in Spiel fünf sein bestes Spiel der diesjährigen Playoffs: Der Exzentriker machte 25 Punkte und traf dabei 10 seiner 16 Würfe.

Dank Bryant haben die Lakers übrigens eine überragende Quote in Spielen, in denen sie den Sieg in einer Serie perfekt machen konnten: Von den letzten neun Spielen gewannen sie acht, achtmal in Folge erzielte Bryant dabei 30 oder mehr Punkte - NBA-Rekord.

Für die Suns geht eine durchaus überraschend erfolreiche Saison zu Ende, die allerdings mit einer bitteren Enttäuschung endete. Denn Phoenix scheiterte nicht zum ersten Mal in den Conference Finals, Nash ist mit 118 Playoff-Spielen ohne Finalsteilnahme sogar der alleinige Rekordhalter in dieser traurigen Statistik.

Die Lakers haben nun die Chance, ihrem Coach Phil Jackson den elften Titel seiner Trainerkarriere zu bescheren, sich selbst den 16. und damit auf einen an die Celtics heranzurücken.

Bryant kann seiner ohnehin schon exquisiten Via noch einen weiteren Meilenstein hinzufügen: Denn mit einem Sieg gegen Boston den Titel zu verteidigen, würde den Superstar endgültig unsterblich machen in Kalifornien.

"Wir werden sehen, wie sehr wir seit damals gereift sind", erinnerte sich Bryant an 2008. "Da haben sie uns herumgeschubst. Jetzt bekommen wir die Chance, uns zu revanchieren."

Auf Zeitreise: Celtics vs. Lakers
Die Shirts sind nicht ganz aktuell, aber die Message ist klar. Beide haben jede Menge Titel gesammelt. Die Lakers 15, die Celtics sogar 17
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Die Shirts sind nicht ganz aktuell, aber die Message ist klar. Beide haben jede Menge Titel gesammelt. Die Lakers 15, die Celtics sogar 17
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Der große Red Auerbach (1917 - 2006) zeichnete als Cheftrainer allein für neun Titel verantwortlich. Hier, 1984, war er General Manager bei seinen Celtics
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Los ging's 1959, als Bill Russell (beim Dunking) schon einer der Superstars der Celtics war und die Lakers noch in Minneapolis ansässig waren
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1959 siegte Boston mit 4:0. Ab 1962, als die Lakers dann schon in L.A. waren, traf man sich dann beinahe in jedem Jahr zum Saisonhöhepunkt
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Legenden. Jerry West (l.) von den Lakers und John Havlicek ("Hondo"). Havlicek ist mit über 26.000 Punkten Rekord-Scorer der Celtics
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Noch mal West und Havlicek. 1962, 63, 65, 66, 68 und 69 setzten sich die Celtics in zumeist hart umkämpften Finalserien durch
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Wieder Jerry West in Aktion: Seiner Silhouette wurde das NBA-Logo nachempfunden. 1972 gewann er im siebten Anlauf seinen einzigen Titel
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Elgin Baylor, über lange Jahre kongenialer Partner von Jerry West, ging gänzlich leer aus. Im Meisterjahr 1972 beendete er seine große Karriere
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In den Finals 1969 spielte Wilt Chamberlain bei den Lakers und sie galten gegen Bostons Oldie-Truppe als Favorit, verloren aber dennoch in sieben Spielen
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1969 war vorerst das letzte Finale zwischen Boston und den Lakers, ehe es mit ganz neuen Protagonisten in den 1980er Jahren weitergehen sollte
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Da war zum einen Larry Bird. 1979/80 legte er bei den Celtics los, für die er bis zum Karriereende 1992 spielte. 1981 holte er schon seinen ersten Titel
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Der andere war Earvin "Magic" Johnson, der fünf Titel mit seinen Lakers holte, für die er von 1979 bis 1991 und 1996 spielte
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Bob McAdoo spielte für Celtics und Lakers. Mit letzteren holte er sogar zwei Titel, einen davon gegen Boston, doch davon gleich etwas mehr
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Bob McAdoo spielte für Celtics und Lakers. Mit letzteren holte er sogar zwei Titel, einen davon gegen Boston, doch davon gleich etwas mehr
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Was für eine Ansammlung von Legenden: Robert "The Chief" Parrish (l.), Magic (M.) und Kareem Abdul Jabbar, der Rekordscorer der NBA-Geschichte
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In der Saison 1981/1982 kam ein gewisser Pat Riley wie die Jungfrau zum Kinde zum Posten des Headcoach bei den Lakers
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Riley führte die Lakers gleich auf Anhieb zum Titel, sein erstes Finalduell mit den Celtics 1984 ging aber 3-4 verloren. 0-8 hieß es damit im direkten Duell
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1985 wurde Riley dann Präsident der USA. Stimmt natürlich nicht, aber er führte die Lakers zum ersten Finalsieg über die Celtics
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Finals 1987: Robert Parrish in Aktion. Wieder gewannen die Lakers. 4-2 hieß es damals, und Magic Johnson war Finals-MVP
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Und Riley durfte sich wieder feiern lassen. Auch 1988 wurden die Lakers Meister, doch bis zum nächsten Finale gegen Boston sollte es lange dauern
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Gut 20 Jahre später. Nach langer Durststrecke schafften es die Celtics 2008 wieder in die Finals. Die Fans waren euphorisch
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Die Superstars hießen jetzt Kevin Garnett und Paul Pierce für Boston und Kobe Bryant für die Lakers
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Boston ging mit einer 3-2-Führung in der Serie ins 6. Spiel in eigener Halle und zerlegte die Lakers mit 131:92. Paul Pierce wurde Finals-MVP
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Der Schlüssel zur Celtics-Renaissance war aber die Verpflichtung von Kevin Garnett. Mit 32 Jahren war er am Ziel seiner Träume
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2010. Zum 12. Mal lautet die Paarung in den NBA Finals: Los Angeles Lakers vs. Boston Celtics
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