Montag, 05.04.2010

NBA-Schlaglichter

Ginobili lässt die Lakers bluten

Manu Ginobili schwebt auf Wolke sieben, Grizzlies-Coach Lionel Hollin findet sich in einem Handgemenge wieder und Superstar LeBron James verzockt sich trotz 42 Punkten in der Schlussphase.

Manu Ginobili spielt seit 2002 für die San Antonio Spurs
© Getty
Manu Ginobili spielt seit 2002 für die San Antonio Spurs

L.A. Lakers (55-22) - San Antonio Spurs (47-29) 81:100

Die Spurs tun alles, nur um in der ersten Playoff-Runde nicht auf die Lakers zu treffen. Zum Beispiel, sie im Staples Center einfach mal zu schlagen. Und das nicht nur irgendwie, nein, ziemlich souverän sogar.

"Es war ein unglaublicher Sieg. Vor zwei Monaten glaubten wir nicht einmal in unseren wildesten Träumen, die Lakers zuhause schlagen zu können. Aber wir haben uns verbessert und wir trainieren hart. Unsere Defense hat sich gesteigert und wir versenken die wichtigen Würfe", sagte Manu Ginobili, der für sein Team 32 Punkte machte und damit seit 15 Spielen 20 oder mehr Punkte erzielt.

Mit dem Sieg schieben sich die Spurs auf Platz sieben der Western Conference, knapp vor Portland. Halten sie den siebten Platz, vermeiden sie in der ersten Runde die Lakers. "Die Lakers sind Playoff-erfahren. Wir wollen sie so lange wie möglich umgehen", sagte Tim Duncan (24 Punkte, 11 Rebounds).

Bei den Lakers lief es nicht rund. Zwar rieben sich Pau Gasol (32) und Kobe Bryant (22) für ihr Team auf, doch konnten sie die Niederlage nicht verhindern. Damit endete die Serie von sieben Heimsiegen in Folge. Und die Lakers-Fans ließen das Team ihren Unmut spüren: Laute Buhrufe ertönten von der Tribüne, verpassten die Lakers es doch, sich frühzeitig den Conference-Titel zu sichern.

Indiana Pacers (29-48) - Houston Rockets (38-38) 133:102

Vor allem Josh McRoberts verhalf den Pacers zum neunten Heimsieg in zehn Spielen. 33 Minuten stand er auf dem Feld - so lange wie noch nie in dieser Saison. Und er nutzte das Vertrauen: Mit 18 Punkten und 12 Rebounds stellte er eine persönliche Bestleistung auf.

Pacers-Guard Mike Dunleavy war anschließend voll des Lobes: "Er bekommt mehr Zeit und zeigt, dass er wirklich spielen kann. Er hat die Chance, sich stark zu verbessern. Er tut dem Team gut." Roy Hibbert (20 Punkte, 11 Rebounds) und Danny Granger (18 Punkte) ließen nichts mehr anbrennen und sicherten den Sieg für die Pacers.

Bei den Rockets hingegen klappte erstaunlich wenig. "Es war peinlich, eine peinliche Niederlage. Als die Pacers aufdrehten, konnten wir nichts mehr tun, um sie zu stoppen", gab Houston-Coach Rick Adelman anschließend zu. Topscorer bei den Rockets war Chase Budinger mit 17 Punkten.

Orlando Magic (54-23) - Memphis Grizzlies (39-37) 107:92

Es ging ganz schön zur Sache zwischen den Teams aus Orlando und Memphis: Sechs individuelle technische Fouls gab es während der Partie, und ein Gerangel zwischen Matt Barnes und Hasheem Thabeet artete beinahe in ein Handgemenge von zehn Spielern aus.

Grizzlies-Coach Lionel Hollins versuchte die Streitenden zu trennen: "Ich bin aufs Feld gegangen, um die Jungs vor Verletzungen zu schützen. Aber als ich auf dem Feld stand, musste ich mich selbst schützen."

Die Aggressionen schwelten während des gesamten Spiels, am Ende aber hatten die Magic durch die Punkte von Vince Carter (26) die Nase vorn: Der dritte Division-Titel und der zweite Platz in der Eastern Conference sind damit in greifbarer Nähe.

Für die Grizzlies hingegen war es die vierte Niederlage in den letzten fünf Spielen - eine Teilnahme an den Playoffs ist sehr unwahrscheinlich geworden. Es wäre das vierte Mal in Folge, dass sie die Playoffs verpassen. Die Niederlage konnte auch Topscorer Zach Randolph (24) nicht verhindern.

Oklahoma City Thunder (48-28) - Minnesota Timberwolves (15-62) 116:108

Selbstbewusst muss man sein. Das ist Kevin Durant, keine Frage. Bereits vor der Partie teilte er der grölenden Menge mit, dass die Teilnahme in den Playoffs für Oklahoma erst der Anfang wäre. Dann ließ er den Worten Taten folgen und scorte mit 40 Punkten sein Team zum Sieg.

"In der NBA gibt es zwei Spielzeiten. Die reguläre und die Playoffs, in die es manche Teams nicht schaffen. Die letzten zwei Jahre war es uns nicht vergönnt, aber dieses Mal können wir es schaffen. Und sobald wir drin sind, werden die Karten neu gemischt", erklärte Durant.

Mit dem sechsten Sieg in den letzten sieben Spielen schieben sich die Thunder immer näher an die vier Teams ran, die sich den zweiten Platz in der Western Conference teilen.

Die Timberwolves liegen nach zwei Niederlagen in Folge weiterhin auf dem letzten Platz der Western Conference. Daran konnten auch die beiden Topscorer Jonny Flynn und Ryan Gomes (beide 22 Punkte) nichts ändern.

Boston Celtics (48-28) - Cleveland Cavaliers (60-17) 117:113

Wilder Schlagaustausch zwischen den Celtics und den Cavs: Boston lag zwischenzeitlich bereits mit 22 Punkten in Front, doch ein 20-Punkte-Auftritt von LeBron James (42 Punkte, 7 Rebounds, 9 Assists) im letzten Viertel brachte Cleveland wieder ran und 2:58 Minuten vor Schluss sogar erstmals in Führung (104:103).

In der Schlussphase zeigte James aber, dass auch er nur ein Mensch ist. Zwei verworfene Freiwürfe in den letzten 16 Sekunden und vor allen Dingen ein verpatzter Dreierversuch 3,2 Sekunden vor Schluss besiegelten die Niederlage der Cavs - statt auf einen sicheren Zwei-Punkte-Wurf, der die Verlängerung bedeutet hätte, zu setzen.

Ray Allen war mit seinen 33 Punkten (Saisonbestwert), davon sechs Dreier, Bostons entscheidender Mann. Macht Allen mehr als 30 Punkte, haben die Celtics in der laufenden Saison nur zwei von zehn Spielen verloren.

Ganz nebenbei schaffte Boston etwas, was noch niemandem in dieser Saison gelungen war: Kein Team hatte den Cavs bisher 117 Punkte in der regulären Spielzeit eingeschenkt.

Bostons Rauhbein Rasheed Wallace fiel erneut negativ auf: Nach einem technischen Foul im dritten Viertel  - sein 17. der Saison - schrie er Coach Doc Rivers an, als dieser ihn vom Feld nahm. Wallace kehrte daraufhin nicht mehr auf den Court zurück.

Die weiteren Spiele der Nacht:

Washington Wizards (23-53) - New Jersey Nets (11-66) 109:99

Topscorer: Blatche (20), Miller (17) - Lopez, Harris (beide 22)

Toprebounder: Miller (13), Blatche (9) - Jianlian, Humphries (beide 7)

Toronto Raptors (38-38) - Golden State Warriors (23-53) 112:113

Topscorer: Bosh (42), Jack (19) - Maggette (31), Curry (29), Morrow (25)

Toprebounder: Bosh (12), Bargnani (9) - Morrow (10), Turiaf (9)

L.A. Clippers (27-50) - New York Knicks (27-49) 107:113

Topscorer: Davis (23), Kaman (22) - Lee (29), Harrington (26)

Toprebounder: Kaman (16), Jordan (10) - Lee, Rodriguez (beide 10)

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