Sonntag, 18.04.2010

NBA-Playoff-Schlaglichter

Die Carmelo-Anthony-Show

Die Nuggets gewinnen dank Carmelo Anthony Spiel 1 gegen die Jazz - Utah ist vom Verletzungspech gebeutelt. Zwischen den Celtics und Heat geht es jetzt schon schmutzig zu - und die Cavs spielen wie ein Champion.

Carmelo Anthony erzielte gegen Utah 42 Punkte: Playoff-Karrierebestleistung für den Nuggets-Star
© Getty
Carmelo Anthony erzielte gegen Utah 42 Punkte: Playoff-Karrierebestleistung für den Nuggets-Star

Cleveland Cavaliers - Chicago Bulls 96:83

Einen perfekteren Start in die Playoffs hätten LeBron James und Co kaum erwischen können. Die Cavs dominierten das Spiel von Beginn an und lagen bereits nach dem ersten Viertel deutlich in Führung (32:18).

In der Folge bauten sie den Vorsprung zwischenzeitlich bis auf 22 Punkte aus (68:46), ehe sich die Bulls unter anderem mit einem 12:0-Run noch einmal zurückfighteten und nach einem Korb von Brad Miller bis auf sieben Zähler (75:82) dran waren. Eine echte Chance auf eine Wende hatten sie aber dennoch nicht - dafür war Cleveland einfach zu souverän.

"Wir haben das Aussehen eines Champions", sagte James, der 24 Punkte, 6 Rebounds und 5 Assists lieferte. Die meiste Unterstützung bekam er von einem starken Mo Williams (19 Punkte, 10 Assists) und von Antawn Jamison (15 Punkte, 10 Rebounds). Shaquille O'Neal, der aufgrund seiner Daumenverletzung seit dem 25. Februar nicht mehr gespielt hatte, kehrte rechtzeitig zum Playoff-Start ins Team zurück und verbuchte in 24 Minuten Spielzeit 12 Punkte, 5 Rebounds, 4 Assists und 3 Blocks.

Es war auch O'Neal, der im dritten Viertel für das Play des Spiels sorgte, als er mit einem schnellen Spin-Move zur Baseline Bulls-Center Joakim Noah ganz alt aussehen ließ und mit einem Dunk abschloss.

"Das ist mein patentierter Move, den ich seit Jahren mache. Das ist der Diesel-Truck ohne Bremsen", sagte O'Neal. Derrick Rose war mit 28 Punkten, 7 Rebounds und 10 Assists der überragende Mann bei Chicago - von Luol Deng (12) und Kirk Hinrich (8) kam offensiv dagegen viel zu wenig.

Atlanta Hawks - Milwaukee Bucks 102:92

Jeder, der gedacht hatte, dass die Bucks auch ohne den verletzten Andrew Bogut eine Chance haben würden, die Hawks zu schlagen, traute nach der ersten Halbzeit wohl seinen Augen nicht. Atlanta spielte mit Milwaukee Katz und Maus - zur Pause lagen ganz starke Hawks schon fast uneinholbar in Führung (62:40).

Wie es dann aber häufig so ist, werden Mannschaften, die hoch führen, nachlässig und lassen ihre Gegner wieder aufkommen. So auch hier. Atlanta schlief fast komplett ein, sodass die Bucks angeführt von einem famosen Brandon Jennings (34 Punkte) den Rückstand auf sieben Punkte verkürzen konnten (70:77). Erst ein Dreier von Mike Bibby aus der Ecke brachte wieder Ruhe ins Hawks-Spiel.

Bibby (19 Punkte, 8/9, 3/3) zeigte eine hervorragende Leistung, nur Joe Johnson (22 Punkte) traf bei Atlanta noch besser. Sixth-Man-Star Jamal Crawford erzielte im ersten Playoff-Spiel seiner zehnjährigen Karriere 17 Zähler.

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Boston Celtics - Miami Heat 85:76

Defense, Toughness, Hass - diese Serie ist jetzt schon ein Kracher! Miami schien lange Zeit auf dem Weg zum Auswärtssieg - im dritten Viertel führten die Heat nach einem Layup von Dwyane Wade mit 14 Punkten Vorsprung (61:47). Miami sah wie ein heißes Team aus, das zum Regular-Season-Ende 12 seiner letzten 13 Spiele gewonnen hatte, und Boston sah wie ein Team aus, das nicht mehr viel zu bieten hat.

Doch dann brachte ein 17:5-Lauf die Celtics bis zum Ende des dritten Viertels wieder heran (64:66), mit einem guten Start ins Schlussviertel drehte Boston die Partie dann komplett (73:68). Man könnte auch sagen: Miami schenkte es einfach her. Denn die Heat waren mit ihren unzähligen Ballverlusten hauptverantwortlich dafür, dass Boston als Sieger vom Platz ging.

Paul Pierce war mit 16 Punkten der Topscorer der Celtics, der beste Mann hieß aber Tony Allen, der von der Bank kommend offensiv ein wichtiger Faktor (14 Zähler) war und vor allem in der Defensive einen hervorragenden Job gegen Wade (26 Punkte, 8 Rebounds, 6 Assists) machte.

Kurz vor Schluss wurde es dann noch schmutzig, als Kevin Garnett (15 Punkte, 9 Rebounds) Quentin Richardson mit dem Ellenbogen im Gesicht traf und mit zwei technischen Fouls vom Feld flog - KG droht eine Sperre. Udonis Haslem und Glen Davis gerieten ebenfalls aneinander. Pierce war zuvor vor der Bank der Heat hingefallen und hatte die Tumulte damit ausgelöst.

Denver Nuggets - Utah Jazz 126:113

Das Spiel lief genau so, wie es zu erwarten war. Lange Zeit war es ein emotionales, hochklassiges Spiel, das von der Offensivstärke beider Teams geprägt war.

Anfang des Schlussviertels war es dann Denvers personifizierte Firepower von der Bank, die das Spiel zugunsten der Nuggets entschied. J.R. Smith traf innerhalb kürzester Zeit drei Dreier und machte somit aus einem 90:90 ein 99:93 für Denver.

Später versenkte Smith, der insgesamt 20 Punkte erzielte, noch seinen vierten Dreier des Viertels - Denver führte jetzt mit 111:100, Utah war geschlagen. Ein Monster-Spiel lieferte Carmelo Anthony ab: 42 Punkte (18/25, persönliche Playoff-Bestleistung), 4 Rebounds, 5 Assists.

Ob Melo auch solche Zahlen abgeliefert hätte, wenn die Jazz Andrei Kirilenko dabei gehabt hätten? Fakt ist, dass der Ausfall des Russen Utah unglaublich wehtut. Und die personellen Probleme hören bei Kirilenko noch nicht auf. Mehmet Okur konnte nur ganze elf Minuten spielen, bevor sich seine Achillessehnenverletzung verschlimmerte und er nicht mehr weitermachen konnte.

C.J. Miles fiel nach einem Zusammenstoß mit Chauncey Billups in der zweiten Halbzeit ebenfalls einige Zeit aus. So nützte es Utah auch nichts, dass wenigstens Carlos Boozer (19 Punkte, 8 Rebounds) fit war und Deron Williams (26 Punkte, 11 Assists) gewohnt stark spielte.

NBA: Der Playoff-Spielplan

SPOX

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