NBA-Schlaglichter

LeBron James, wir wollen mehr sehen!

Von Philipp Dornhegge
Donnerstag, 04.03.2010 | 09:14 Uhr
Nicht genug Hangtime: Die Nets-Fans waren schwer enttäuscht von der Vorstellung des Kings
© Getty
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Der King wird von den gegenerischen Fans ausgebuht. Warum? Weil er nicht spektakulär genug spielt. Blake Griffins Bruder läuft derweil bei den Clippers auf, Carl Landry vermöbelt sein Ex-Team.

New Jersey Nets (6-54) - Cleveland Cavaliers (48-14) 92:111

LeBron James ausgebuht? Der King? Majestätsbeleidigung! LeBron ist doch eigentlich überall, außer vielleicht im Staples Center, gern gesehen. Was also war passiert?

Die Geschichte ist denkbar einfach: Weil die Nets-Fans von ihrem eigenen Team nichts geboten bekommen, wollten sie wenigstens vom Messias, der ja womöglich bald in New Jersey anheuern könnte, Spektakuläres sehen. Als der dann zweimal beim Fastbreak auf den Korb zulief, hielten sie den Atem an - und wurden bitter enttäuscht. Fast schon lustlos jagte er die Kugel durch die Maschen.

Da hatten die Zuschauer mehr erwartet und machten ihrem Unmut folgerichtig Luft. James war's egal: Er machte 26 Punkte, 7 Rebounds und 14 Assists und führte sein Team zu einem Sieg, der selbstverständlicher nicht sein könnte.

L.A. Clippers (25-36) - Phoenix Suns (39-24) 101:127

Die Clippers und ihre Fans können es kaum erwarten, bis Blake Griffin endlich sein erstes Spiel bestreiten kann. Nun, sie werden sich noch bis zur nächsten Saison gedulden müssen. Dafür bekamen sie seinen Bruder zu Gesicht.

Taylor Griffin spielt den Bankwärmer bei den Suns, und weil die den Gastgeber nach allen Regeln der Kunst abfertigten, durfte er in der Garbage Time ran. Er erzielte nur zwei Punkte, aber Blake freute sich trotzdem für ihn. Ansonsten gab es für die Clippers aber auch nichts zu jubeln.

Chris Kaman lieferte zwar 24 Punkte und 9 Rebounds ab, dafür bekam weder er noch irgendjemand sonst Amare Stoudemire in den Griff (30 und 14). Channing Frye (23), Jason Richardson (22) und Jared Dudley (17) mischten munter mit, Steve Nash verteilte 13 Assists, und schon war der Kantersieg perfekt.

Houston Rockets (30-30) - Sacramento Kings (21-40) 81:84

Die Mavs haben einen Super-Trade gemacht, und auch die Rockets dachten, dass ihnen ein erstklassiges Geschäft gelungen sei, als sie Kevin Martin aus Sacramento holten und dafür Carl Landry wegschickten. Nun, beim Wiedersehen wurde ihnen klar gemacht, was Landry wert ist.

Der Power Forward spielte wie ein Bessener und war mit 22 Punkten und 10 Rebounds der beste Mann seiner Kings. Schon bei der Spielerintro wurde er mit stehenden Ovationen gefeiert. Als während einer Auszeit nochmal Highlights aus seinen zwei Saisons in Houston gespielt wurden, wurde es erneut laut.

"Ich wusste überhaupt nicht, wie ich dieses Spiel angehen soll", gab Landry hinterher zu. "Bis der Coach sagte, ich solle ganz relaxt bleiben und einfach mein Ding machen. Ich müsste nicht 40 Punkte machen." Martin derweil kam auf solide 14 Zähler und 8 Rebounds, aber seine Quote (3 von 13) war schlicht und ergreifend jämmerlich.

Orlando Magic (42-20) - Golden State Warriors (17-43) 117:90

"Das muss ein Weltrekord sein. Ich hoffe, die Guinness-Leute waren da", witzelte Dwight Howard nach dem lockeren Sieg gegen die Warriors.

Das Spiel war dermaßen einseitig, dass es die Schiedsrichter nicht für nötig hielten, auch nur ein Foul gegen Superman zu pfeifen. Dabei hat er doch regelmäßig Foulprobleme. Gegen die komplett überforderten Kalifornier legte Howard eine saubere Partie aufs Parkett (28 Punkte, 12 Rebounds), und auch ansonsten lief alles nach Plan.

"Wir gehen schon eine Weile am Stock, haben das bisher aber gut kaschieren können", so Warriors-Coach Don Nelson. "Heute haben wir gemerkt, dass eigentlich nichts mehr geht."

New Orleans Hornets (31-31) - Memphis Grizzlies (31-30) 100:104

Big Point für die Grizzlies im Kampf um die Playoffs. Während es zu Hause nur noch Pleiten hagelt, läuft es auswärts einfach rund. Selbst bei den so heimstarken Hornets gab es jetzt einen Erfolg, immerhin den fünften Sieg in der Fremde in Folge.

Alle Starter punkteten zweistellig, allen voran Mike Conley (26 Punkte) und Zach Randolph (23 und 11 Rebounds), die Grizzlies zogen in der Tabelle der Western Conference an den Hornets vorbei und belegen nun Platz neun.

Im Moment scheinen die Top Acht zwar in Stein gemeißelt zu sein - Memphis hat schon fünf Spiele Rückstand auf Portland -, aber wenn sie langsam auch in der heimischen Arena wieder das Siegen lernen, dann könnte vielleicht noch was gehen.

Denver Nuggets (40-21) - Oklahoma City Thunder (36-24) 119:90

Topscorer: Carmelo Anthony (30), Nene (20) - Kevin Durant, James Harden (beide 19)

Toprebounder: Kenyon Martin (13), Carmelo Anthony (8) - Serge Ibaka (13), James Harden (5)

Atlanta Hawks (39-21) - Phildelphia 76ers (22-38) 112:93

Topscorer: Marvin Williams (21), Jamal Crawford (20) - Lou Williams (30), Willie Green (17)

Toprebounder: Marvin Williams, Al Horford, Josh Smith (je 8) - Samuel Dalembert (10), Andre Iguodala (5)

Boston Celtics (38-21) - Charlotte Bobcats (28-31) 104:80

Topscorer: Paul Pierce (27), Nate Robinson (16) - Tyrus Thomas (15), D.J. Augustin (12)

Toprebounder: Kevin Garnett (5), Marquis Daniels (5) - Tyrus Thomas (10), Theo Ratliff (6)

New York Knicks (21-39) - Detroit Pistons (21-40) 128:104

Topscorer: Al Harrington (26), Bill Walker (22) - Tayshaun Prince, Rodney Stuckey (16)

Toprebounder: David Lee (18), Alm Harrington (8) - Jonas Jerebko (13), Jason Maxiell (8)

Milwaukee Bucks (31-29) - Washington Wizards (21-37) 100:87

Topscorer: John Salmons (22), Ersan Ilyasova (19) - Andray Blatche, Randy Foye (beide 18)

Toprebounder: Carlos Delfino (11), Ersan Ilyasova (10) - Andray Blatche (9), James Singleton (8)

Portland Trail Blazers (37-27) - Indiana Pacers (20-41) 102:79

Topscorer: Brandon Roy (22), LaMarcus Aldridge (19) - Danny Granger (30), T.J. Ford (9)

Toprebounder: Dante Cunningham (8), Marcus Camby, LaMarcus Aldridge (beide 7) - Brandon Rush (8), Danny Granger, Troy Murphy, T.J. Ford (je 4)

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