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Voting: SPOX-User wählen das NBA-All-Time-Team

Teil 3: Die besten Small Forwards

Von SPOX
Sonntag, 27.12.2009 | 19:53 Uhr
Scottie Pippen und Dominique Wilkins traten in den 90ern in die Fußstapfen von Larry Bird
© Getty
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NBA
Celtics @ Cavaliers
NBA
Rockets @ Warriors
NBA
Timberwolves @ Spurs
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Knicks @ Thunder
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Cavaliers @ Bucks
NBA
Warriors @ Grizzlies
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Hawks @ Nets
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Warriors @ Mavericks
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Knicks @ Celtics
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Pacers @ Thunder
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Celtics @ Bucks
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Thunder @ Timberwolves
NBA
Cavaliers @ Pelicans

Die NBA hat in ihrer über 60-jährigen Geschichte zahlreiche Stars hervorgebracht. Die Diskussion, wer denn die besten Spieler aller Zeiten seien, sollte 1997 zumindest vorübergehend geklärt werden, als die Liga die 50 besten Spieler aller Zeiten bekannt gab. Seitdem sind einige Jahre vergangen, neue Spieler sind dazugekommen, die Leistungen anderer verblassten.

Jetzt habt Ihr die Chance, erneut eine All-Time-Auswahl zu bestimmen. Für alle fünf Positionen sind eure Stimmen gefragt. Wählt jeweils drei Spieler aus der Kandidatenliste aus, am Ende schaffen es die zwei beliebtesten Point Guards, Shooting Guards, Small Forwards, Power Forwards und Center ins Team, dazu positionsübergreifend die beiden besten Drittplatzierten.

Danach lösen wir auf, wer es in das Team geschafft hat. Und hier sind die zehn Small Forwards, die zur Auswahl stehen:

Julius Erving (76ers): "Dr. J" war der erste echte Highflyer in der Geschichte der Liga und bekannt für seine spektakulären Aktionen am Ring. Erving war in jedem Jahr seiner Karriere All Star, einmal MVP und fünfmal im First Team. 1983 gewann er mit seinen Sixers die Meisterschaft. In den 80er Jahren flammte die alte Rivalität zwischen den Sixers und den Celtics wieder auf, zwischen Erving und Larry Bird gab es reihenweise legendäre Duelle.

Der heute 59-Jährige galt und gilt auch heute noch als eines der wichtigsten Figuren, die die Liga je hervorgebracht hat. "Julius war der erste, dessen Rolle in der Liga über die eines reinen Sportlers hinausging", sagte einst sein Coach Billy Cunningham über ihn. "Er war ein Botschafter des Sports, und er hat diese Aufgabe verstanden und ernst genommen."

Dominique Wilkins (Hawks, Clippers, Celtics, Spurs, Magic): Von der Spielweise war Nique im Prinzip ein direkter Nachfahre Ervings. Ein bisschen weniger filigran, dafür etwas kraftvoller, aber ebenso spektakulär, wurde er einerseits für seine packenden Duelle mit Michael Jordan beim Dunking Contest geliebt (den er zweimal gewann), andererseits war er ein begnadeter Scorer. 1986 war er der Topscorer der Liga. Seine Dunkings brachten Wilkins den Spitznamen "Human Highlight Film" ein.

Der neunmalige All Star gewann nie eine Meisterschaft, dafür aber 1994 WM-Gold mit dem US-Team. Zudem spielte er 1996 für Panathinaikos Athen in Europa und holte den griechischen Pokal sowie die Euroleague für sein Team. In beiden Wettbewerben wurde er zum MVP gekürt. Noch heute wird er in Atlanta wie ein Gott verehrt, er engagiert sich für soziale Projekte und kommentiert für den lokalen Fernsehsender "FSN South" die Spiele seiner Hawks.

Larry Bird (Celtics): Bird war langsam, konnte nicht springen - und trotzdem war er nicht zu stoppen. Das hatte exakt drei Gründe: Zum einen war er einer der härtesten Arbeiter im Business und passte damit perfekt nach Boston, er war ein absolut eiskalter Shooter und der smarteste Spieler der NBA-Geschichte.

Wer sich heute alte Spiele der Celtics anschaut, dem fällt bei vielen Aktionen Birds nur ein Wort ein: Genie. Gleichzeitig wurde er von der Konkurrenz gefürchtet, weil er wie kein Zweiter Trash Talk und Mind Games beherrschte. Es gibt einige Beispiele, in denen Bird vor dem Tipoff zur gegnerischen Bank lief und 40 Punkte ankündigte - und seine Versprechen selbstverständlich hielt.

Legendär auch sein Auftritte bei den Three-Point-Shootouts, die er von 1986 bis 1988 gewann. 1988 betrat er vor dem Wettbewerb die Kabine, schaute sich um und sagte: "Ihr wisst ja, dass ich dieses Ding gewinnen werde. Ich wollte nur mal schauen, wer Zweiter wird." Im gleichen Jahr kam es dann zu einem engen Finale gegen Dale Ellis, dessen 15 Punkte Bird erst mit dem vorletzten Wurf ausglich. Bird ließ darauf den letzten Wurf fliegen, drehte sich um und jubelte mit erhobenem Zeigefinger - lange bevor der Ball durch den Ring fiel.

Detlef Schrempf (Pacers, Supersonics, Trail Blazers): Klar, ein bisschen Patriotismus schwingt bei der Aufstellung von "Det the Threat" mit, aber es gibt durchaus Argumente, warum Schrempf als einer der besten Small Forwards aller Zeiten in Frage kommt.

Zum einen war er der erste Deutsche und einer der ersten Europäer, die sich in der NBA durchsetzen konnten. Er war mehrfacher All Star und der erste Europäer, der über 15.000 Punkte erzielte. 1996, exakt zehn Jahre vor Dirk Nowitzki, erreichte er seine einzigen NBA Finals, mit den Seattle Supersonics gegen die Chicago Bulls. In seiner individuell besten Saison 1992/1993 war Schrempf der einzige Spieler, der in den Kategorien Punkte (19,1), Rebounds (9,5) und Assists (6,0) unter den Top 25 der NBA lag.

Zudem gewann er zweimal die Auszeichnung als bester sechster Mann der Liga. Übrigens: Ursprünglich wurde Schrempf von den Dallas Mavericks gedraftet, absolvierte aber nie ein Spiel für die Texaner. Sein Sohn Alex spielt aktuell für die UCLA Bruins am College.

Paul Pierce (Celtics): Wer von ehemaligen Celtics-Spielern schon vor seinem Karriereende als einer der zehn besten Celtics aller Zeiten geadelt wird, der hat sich auch in dieser Abstimmung seinen Platz verdient. Seinen Spitznamen "The Truth" verdankt er Shaquille O'Neal, der einem Reporter klarmachen wollte, wie stark dieser Pierce ist.

Dabei hätte seine Karriere schon vor neun Jahren beendet sein können. Damals versuchte er in einem Nachtklub einen Streit zu schlichten, als er mehrfach mit einem Messer attackiert wurde. Nur weil er schnell in ein Krankenhaus eingeliefert wurde, überlebte Pierce den Angriff. Einen Monat später startete die NBA-Saison - und Pierce verpasste kein einziges Spiel. Als siebenmaliger All Star ist der 32-Jährige bekannt dafür, vor allem dann zur Höchstform aufzulaufen, wenn er gegen die besten Gegner spielt und es am meisten zählt.

Wie kaum ein Zweiter versteht es Pierce, seine Gegenspieler zu Fouls zu zwingen und sich so viele Freiwürfe zu erarbeiten. Seine wohlverdiente Meisterschaft gewann Pierce, der übrigens gebürtig aus L.A. stammt, 2008, nachdem Boston sich mit Ray Allen und Kevin Garnett verstärkt hatte. In den Finals wurde er - trotz der großen Konkurrenz im eigenen Team - zum MVP gewählt.

James Worthy (Lakers): Bei all den großartigen Spielern, die über die Jahre für die Lakers aufliefen, geht Worthy gerne mal unter. Dabei war der heute 48-Jährige der Nummer-eins-Pick-im 82er Draft, siebenmaliger All Star und immerhin Finals MVP 1988 - während er an der Seite von Magic Johnson agierte.

Seinen Ruf als "Big Game James" zementierte Worthy vor allem in den Playoffs, in denen er über insgesamt 143 Spiele im Schnitt stattliche 21,1 Punkte, 5,2 Rebounds und 3,2 Assists sammelte - mit einer Quote von bärenstarken 54,4 Prozent. Worthys Trikotnummer 42 wurde selbstredend von den Lakers an der Hallendecke verewigt, 2003 folgte der Einzug in die Hall of Fame.

Elgin Baylor (Lakers): Baylor spielte ab 1958 für die Lakers, als das Team noch in Minneapolis beheimatet war. Der 1,96-Meter-Mann war einer der besten Allrounder, die die NBA bis dahin gesehen hatte. Mit seinen akrobatischen Aktionen in Korbnähe verzückte er die Fans, sein Jumper war eine Augenweide, zudem verstand es Baylor, sich am Brett zu behaupten und stets den besser postierten Mann zu finden.

In seiner 13-jährigen Laufbahn wurde er elfmal zum All Star gewählt, genauso oft stand er im First Team, 1959 war er Rookie of the Year. Hätte Baylor ein paar Jahrzehnte später gespielt, wäre er aufgrund seiner Spielweise einer der großen Werbeträger der Liga gewesen.

Den illustren Kreis der Spieler, die in ihrer Karriere 20.000 Punkte, 10.000 Rebounds und 4000 Assists verbuchten - diesem Kreis gehören bisher vier Spieler an -, verpasste Baylor um exakt 350 Assists.

Scottie Pippen (Bulls, Rockets, Blazers): Das tapfere Helferlein von Michael Jordan war immer schon weit mehr als eine zweite Geige. Ohne Pippen hätte Jordan niemals einen Titel gewinnen können, ohne Pippen wäre aus den Bulls niemals eine Dynastie geworden, die heute in einem Atemzug mit denen der Lakers oder Celtics genannt wird.

Wozu der heute 44-Jährige fähig war, bewies Pippen, als er 1994 ohne Jordan klarkommen musste und seine Bulls trotzdem mit durchschnittlich 22 Punkten, 8,7 Rebounds und 5,6 Assists in die Playoffs führte. Mit 2,9 Steals führte er die Liga an. In 17 Jahren NBA war Pippen siebenmal im All-Star-Team, dreimal im First Team und achtmal im Defensive First Team.

Nur Kareem Abdul-Jabbar und Robert Horry absolvierten mehr Playoff-Spiele als Pippen. Sowohl 1992 als auch 1996 vertrat Pippen sein Land bei den Olympischen Spielen und gewann jeweils die Goldmedaille.

Rick Barry (Warriors, Rockets): Der Vater von Brent und Jon Barry war achtmaliger All Star, 1975 NBA-Champion mit den Warriors, Finals MVP und sechsmaliger First-Teamer. Barry war zum einen bekannt für seine exzellente Spielübersicht, seinen tödlichen Distanzwurf und den unbedingten Siegeswillen, zum anderen für seine Freiwurftechnik: Der heute 65-Jährige war der letzte, der noch den lange Zeit bevorzugten Unterhandwurf nutzte.

Mit seinen 25.729 Punkten die er in seiner Profikarriere unter anderem auch in der ABA erzielte, läge Barry auf Platz 12 der ewigen Bestenliste der NBA - noch vor Legenden wie Jerry West oder Larry Bird. Neben den Barrys, bei denen Brent 2005 seinen ersten Titel gewann, sind Matt Guokas junior und senior übrigens das einzige Vater-Sohn-Paar, bei dem beide die NBA-Meisterschaft einfuhren.

LeBron James (Cavaliers): Klar, James' Karriere ist noch jung, der King spielt erst seit sechs Jahren professionell Basketball, dennoch ist er ein Phänomen. James ist groß und kräftig wie ein Football-Spieler und schnell wie ein Leichtathlet. Mit der einzigartigen Kombination aus Power und Speed wurde er zum Heilsbringer einer ganzen Region.

In Cleveland wird James wie ein Gott verehrt, und mit den Auszeichnungen als Rookie of the Year 2004 und MVP 2009 hat er die ersten Schritte zur Unsterblichkeit bereits getan. Fünf All-Star-Berufungen, eine Defensive-First-Team-Nominierung und eine Olympische Goldmedaille runden das fast perfekte Zeugnis ab. Was fehlt, ist der NBA-Titel. Aber auch den wird der König früher oder später gewinnen.

NBA: Aktuelle Ergebnisse und Tabellen in der Übersicht

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