Hintergrund

Nur die Verbitterung bleibt

Von Bernd Schmidt
Mittwoch, 19.09.2007 | 19:21 Uhr
Kirilenko, Andrei, Utah, Jazz, Houston, Rockets
© Getty
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München - Irgendwann konnte es Andrei Kirilenko nicht mehr ertragen. Die Herabsetzung. Die hämischen Kommentare. Die Wechselgerüchte.

Gerade hatten die Utah Jazz ihr erstes Playoff-Spiel gegen die Houston Rockets verloren, da kamen dem hünenhaften Russen im Gespräch mit Journalisten die Tränen.

"Ich will auf dem Parkett stehen und spielen", jammerte er. "Was soll ich denn sonst noch machen? Ich kann nicht mehr machen, als alles zu geben."

Kurz zuvor wurde Kirilenko wegen seiner angeblich zu laschen Einstellung zum wiederholten Male von seinem Trainer Jerry Sloan zum Bankspieler degradiert. Gegen Houston quälte er sich in mickrigen 16 Minuten zu noch mickrigeren zwei Punkten und je einem Rebound und Assist. Eine Bilanz wahrlich zum Heulen.

EM-Gold und MVP-Titel

Zeitsprung in die Gegenwart, knapp fünf Monate später. Kirilenko steht erneut vor Journalisten. Ohne Tränen. Ohne Gejammer.

Der 26-Jährige wurde kurz zuvor mit Russland Europameister, er selbst sollte einige Stunden darauf zum MVP gekürt werden. Kirilenkos heile Basketball-Welt war wiederhergestellt, mag sich der Außenstehende gedacht haben.

Ein Trugschluss, wie der Forward in seinem Blog verrät.

"Ich will weg"

So freue er sich selbstredend über den Triumph mit der Nationalmannschaft. Der Gedanke, in Kürze an den Salt Lake zurückkehren zu müssen, bereite ihm jedoch erhebliche Bauchschmerzen.

"In einer Woche muss ich wieder bei den Jazz sein. Wenn ich ehrlich sein soll, bin ich nicht glücklich darüber", sagt Kirilenko.

Und um ja keinen Interpretationsspielraum zu lassen, fügt er an: "Ich habe lange darüber nachgedacht und komme zum Entschluss, dass ich Utah verlassen will. Nach der EM bin ich mir absolut sicher, dass ich es will." Das nennt man wohl eine Tradeforderung.

Das Warten auf die helfende Hand

Der Stachel der Enttäuschung sitzt nun mal tief bei Kirilenko. Monatelang wurde er von Sloan, General Manager Kevin O'Connor und Teambesitzer Larry Miller öffentlich in Frage gestellt, anstatt sich um dessen verschiedenen Blessuren - von Daumenbruch bis Knieprellung, von Rückenkrämpfen bis Gehirnerschütterung - zu kümmern.

Kirilenko: "Utah hätte sicherlich mehr erreichen können als das Conference-Finale, wenn mir Sloan eine helfende Hand gereicht hätte."

Und deswegen will Kirilenko weg. Auch wenn O'Connor betont: "Wir erwarten, dass er wie jeder andere Spieler pünktlich zum ersten Training erscheint." Auch wenn nur die wenigsten Teams bereit sind, Kirilenkos Maximum-Vertrag bis 2011 über 63 Millionen Dollar zu übernehmen.

Für Marion zu den Suns?

"Ich möchte dem Klub mit meinem Vertrag keine Bürde sein", sagt Kirilenko. Die Phoenix Suns gelten als mögliche Interessenten, als potentielles Tauschmaterial gilt Shawn Marion. Praktischerweise spielt dieser die gleiche Position und verdient nahezu das gleiche wie der Wechselwillige.

"Ich bin zuversichtlich, dass die Jazz-Führung kapiert, dass unsere Beziehung zu Ende ist und wir getrennte Wege gehen müssen", so Kirilenko in schönster Schlussmach-Diktion.

Einen besseren Einblick in sein Seelenleben gewährt jedoch dieses Zitat: "Aus Utah gibt es noch immer keine Reaktion darauf, ob sie mich gehen lassen wollen oder nicht. Das zeigt doch nur, wie sie mich behandelt haben."

Vielleicht sind die Tränen getrocknet, die Verbitterung ist aber noch immer so präsent wie vor fünf Monaten.

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