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So kommt Dallas zurück

Nowitzki braucht die Jasons

Von Florian Regelmann
Donnerstag, 07.05.2009 | 15:23 Uhr
Diese drei müssen es für die Mavs richten: Dirk Nowitzki, Jason Terry und Jason Kidd
© Getty
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Die Dallas Mavericks sind nach ihren zwei Niederlagen zum Auftakt der Western-Conference-Halbfinalserie bei den Denver Nuggets für viele schon fast ausgeschieden. Stopp! SPOX sagt, warum die Mavs zurückkommen.

Dass Charles Barkley von den Dallas Mavericks nicht besonders viel hält, ist allgemein bekannt. Für Barkley ist Dirk Nowitzki zu soft. Die Mavs ein Team aus Weicheiern, das nur Jumpshots nimmt, keine Defense spielt und eigentlich im Western-Conference-Halbfinale nichts zu suchen hat.

In der Zeit, in der Barkley seinen Tipp für die Serie zwischen Denver und Dallas fertig hatte, konnte ein normaler Mensch nicht einmal auf Toilette gehen. Dallas hat keine Chance. Ist klar. Wie viel Barkley auf der anderen Seite aber von den Denver Nuggets hält, offenbarte er jetzt in einem TV-Interview.

Barkley sieht Denver schon als Champion

"Wenn ich mich jetzt entscheiden müsste, würde ich auf Denver als kommenden Champion  setzen", sagte Barkley. Eine Aussage mit echtem Wow-Faktor. In der Tat gehen die Diskussionen nach den ersten beiden Siegen der Nuggets gegen die Mavericks gar nicht mehr darum, was im weiteren Verlauf dieser Serie womöglich passieren wird.

Die entscheidenden Fragen lauten bereits: Welche Chancen haben die Nuggets gegen die Lakers oder Rockets? Gegen die Cavaliers in den Finals?

In der Tat fällt es nach den ersten beiden Spielen schwer, Gründe zu finden, warum die Mavs in die Serie zurückkommen sollten. Zu überlegen scheinen die Nuggets, die jetzt inklusive Regular Season alle sechs Spiele gegen Dallas für sich entschieden haben.

Denver-Fans: "You can't beat us"

Die Meinung, die sich langsam im Kopf verfestigt: Dallas ist schlichtweg nicht gut genug, um Denver zu schlagen. Muss man akzeptieren. Ein Nowitzki allein reicht eben nicht. "You can't beat us", schrieen die Nuggets-Fans im Pepsi Center.  

Die Kolumnen nach dem Ausscheiden der Mavs, was in der Offseason als Folge dessen alles so geschehen muss (Trades, Verpflichtungen), werden wohl in der längeren Pause zwischen Spiel 2 und Spiel 3 schon geschrieben.

Stopp! Auch wenn es um die Mavs dunkel geworden ist, es ist auf jeden Fall möglich, dass sie die Serie noch spannend machen. Ob sie sie am Ende komplett drehen können, steht auf einem anderen Blatt Papier, aber niemand sollte sich wundern, wenn es bei einem Stand von 2-2 zurück nach Denver geht.

Howards Einsatz fraglich

Es ist immer noch so, dass eine Serie erst dann richtig beginnt, wenn eine Heimmannschaft ein Spiel verliert. Außerdem ist es fast unmöglich, dass Denver auf gleichem Niveau weiterspielt.

Die Mavs sollten sich zu erst einmal darauf einstellen, dass sie die Wende ohne Josh Howard schaffen müssen. Ob der Forward trotz seiner Knöchelverletzung in Spiel 3 spielen wird, ist fraglich.

Selbst wenn, seine Effektivität wird wohl massiv eingeschränkt sein. In der Serie gegen San Antonio biss Howard teilweise fast heldenhaft auf die Zähne und war sogar der wertvollste Spieler, nun müssen es eventuell andere richten.

Dirk Nowitzki: Wie die Experten-Crew (Barkley, Kenny Smith und Chris Webber) des übertragenden TV-Senders in den USA vor dem Spiel, während des Spiels und nach dem Spiel über Nowitzki herzog, war an Albernheit nicht mehr zu überbieten.

Dass Nowitzki nicht seinem Gegenspieler eine verpasst, wenn dieser ihn auf den Boden slamt, und dass Nowitzki nicht in die Kameras blökt, er sei der beste Spieler der Welt und ihn könne kein Mensch auf der Welt verteidigen, können viele nicht verstehen. Es ist ihr Problem. Nowitzki bewies, dass es sehr wohl möglich ist, sich mit feiner Rhetorik anerkennend über die Defensivstärken seiner Gegenspieler zu äußern, ihnen aber, wenn die Lichter angehen, trotzdem die Würfe ins Gesicht zu schießen.

An Nowitzkis Leistung in den ersten beiden Partien gibt es nichts auszusetzen. In Spiel 2 waren keine drei Minuten gespielt, da hatten schon vier verschiedene Nuggets-Spieler gegen Nowitzki verteidigt. Der Deutsche ließ sich nicht beirren, war ultra-aggressiv, und machte alle nass. 35 Punkte und 9 Rebounds standen am Ende auf seinem Konto.

Nowitzki wird im American Airlines Center da weitermachen, wo er in Denver aufgehört hat. Auch wenn es langweilig klingt und schon tausend Mal wiederholt wurde: An ihm wird es nicht liegen. Prognose: Er wird sogar noch mal eine Schippe drauf legen. Und wenn er 48 Minuten durchspielen muss.

Jason Terry: Als noch alles völlig offen war (86:83 Denver), begann Dallas das letzte Viertel mit folgender Aufstellung. Jason Terry, J.J. Barea, Antoine Wright, Brandon Bass und James Singleton. Nowitzki und Jason Kidd bekamen von Headcoach Rick Carlisle eine Pause. Wer sich diese Lineup anschaut, braucht genau eine Sekunde, um festzustellen, auf wen es jetzt angekommen wäre: Terry.

Doch der beste sechste Mann der NBA tauchte ab und schon war die Partie verloren. Terry machte statistisch mit 21 Punkten und 6 Assists auf eine Weise zwar sein bestes Spiel der Playoffs, aber im Grunde war seine Leistung ungenügend. -21 stand im Boxscore, in Spiel 1 hatte dort schon -20 gestanden.

Kurzum: Wenn Terry gegen Denver auf dem Feld steht, vernichten die Nuggets die Mavs. Terry, der die ganze Postseason schon schwer in seinen Wurfrhythmus findet, hat es zugegebenermaßen auch nicht leicht. Denver verteidigt geschickt, vor allem die Schnelligkeit und Athletik von Anthony Carter macht Terry zu schaffen.

Er ist nicht der Terry, den man kennt. Der emotionale Leader. Der warmherzige Fan-Liebling, aber kaltblütige Schütze. Wenn Terry bei Heimspielen seine Jumper trifft, seine Arme Jet-artig ausfährt und die ganze Halle zum Kochen bringt, sind die Mavs am besten. Terrys Energie hat einen unglaublichen Einfluss auf Defense, Rebounding und Offense. Prognose: Terry wird in Dallas so richtig aufdrehen. Er weiß, dass er heiß laufen muss.

Jason Kidd: Kolumnist Woody Paige beschrieb es in einem Artikel in der "Denver Post" mit einer schönen Metapher. Es spielt die Ein-Mann-Band aus Dallas gegen das Sinfonie-Orchester aus Denver.

Das größte Problem dabei: Denver hat ein Orchester mit einem großartigen Dirigenten. "Es ist mit Worten gar nicht zu beschreiben, wie gut er das Team führt", schwärmt Nuggets-Coach George Karl von Chauncey Billups. Der Point Guard ist bislang der klare Sieger im Duell mit Jason Kidd.

Kidd hat im vierten Viertel in den ersten beiden Spielen keinen einzigen Punkt erzielt. Vier Assists und drei Turnover stehen zu Buche. Noch schlimmer: Nachdem er gegen die Spurs eine beeindruckende Serie abgeliefert hat, sieht Kidd nun irgendwie alt aus. Als ob er keine Kraft mehr hätte.

In Spiel 3 sollte Wright permanent gegen Billups verteidigen, sodass Kidd es gegen Dahntay Jones leichter hat. Prognose: Kidd wird eine Antwort geben. Vielleicht ja mit einem Triple-Double. 

NBA: Die Ergebnisse der Playoffs

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