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Troy Polamalu im Porträt

Der samoanische Kopfjäger

Von Florian Regelmann
Mittwoch, 28.01.2009 | 13:23 Uhr
Troy Polamalu: Auf dem Feld ein Kämpfer vor dem Herrn, abseits des Platzes ruhig und introvertiert
© Getty
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Exklusiv Troy Polamalu ist Herz und Seele der unglaublichen Steelers-Defense. Auf dem Feld hammerhart, außerhalb fast schüchtern. Bei SPOX erklärt Polamalu, warum eine Niederlage im Super Bowl nicht infrage kommt.

Es war der 26. April 2003. Ein Tag, der als absoluter Glückstag in die Geschichte der Pittsburgh Steelers eingegangen ist. In New York fand der alljährliche Draft statt, bei dem die Steelers davon ausgehen mussten, mit dem 27. Pick eine eher untergeordnete Rolle spielen zu müssen.

Den Mann, den sie ganz oben auf ihrer Liste hatten, würden sie so spät ohnehin nicht bekommen. Troy Polamalu hieß dieser Mann, der eine herausragende College-Karriere an der Universität von Southern California hinter sich hatte und der spätestens an 15. Stelle von den San Diego Chargers gedraftet werden würde. Schließlich war man in San Diego nach dem Abgang von Rodney Harrison auf der Suche nach einem neuen Safety.

Herz und Seele der Steelers-Defense

Doch dann geschah das aus Steelers-Sicht Unvorstellbare. Die Chargers gaben ihren Pick an die Philadelphia Eagles ab und am Pittsburgh-Tisch wurde es unruhig. Würde man doch eine Chance auf Polamalu haben?

Die Steelers reagierten blitzschnell, fanden in den Kansas City Chiefs einen Trade-Partner, ergatterten den 16. Pick und schnappten sich Polamalu. Wie jeder heute weiß, war es ein brillanter und äußerst aggressiver Move der sonst so zurückhaltend agierenden Steelers.

Auch wenn Linebacker James Harrison zum Defensive Player of the Year gewählt wurde, besteht überhaupt kein Zweifel daran, dass Polamalu Herz und Seele der überragenden Steelers-Defense ist und bleibt.

Dass man vor dem Super Bowl gegen die Arizona Cardinals von der vielleicht besten Defense aller Zeiten spricht, hängt unzertrennlich mit dem Namen Polamalu zusammen.

Super Bowl muss gewonnen werden

"Ich denke, dass wir ein richtig gutes Jahr hatten, aber am Ende werden wir darüber definiert werden, was wir im Super Bowl machen. Den müssen wir erst noch gewinnen, auch weil es die Karriere von Coach LeBeau noch größer machen würde", sagt Polamalu im Gespräch mit SPOX.

Den 27-Jährigen verbindet ein ganz spezielles Verhältnis mit Dick LeBeau, dem 71-jährigen Defensive Coordinator und Mastermind der Steelers-Defense.

LeBeau vertraut seinem Superstar-Safety blind und lässt ihm alle Freiheiten, so dass dieser überall auf dem Feld zu finden ist und seine ganze Klasse ausspielen kann. "Troy ist der schnellste Spieler der Liga, wenn es darum geht, von Punkt A nach Punkt B zu kommen. Er ist einzigartig", mein LeBeau.

Polamalu immer schlauer als der Gegner

Das AFC Championship Game gegen die Baltimore Ravens zeigte besonders in zwei Beispielen, was Polamalu sportlich ausmacht. Da war zum einen Polamalus gewaltiger Satz über beide Lines hinweg, mit dem er auf spektakuläre Art und Weise ein First Down der Ravens verhinderte.

Und da war natürlich das Sahnestück - der Interception-Return-Touchdown, mit dem Polamalu das Spiel in einer kritischen Phase für Pittsburgh entschied und die Super-Bowl-Teilnahme klarmachte.   

Polamalu sollte Ravens-Tight-End Todd Heap, wahrlich kein ungefährlicher Gegenspieler, Mann-gegen-Mann verteidigen, doch anstatt sich darum zu kümmern, zog er sich von der Line of Scrimmage zurück und begab sich in Lauerstellung. Er hatte richtig geahnt, dass die Ravens einen Blitz erwarten und Heap nicht als Receiver, sondern als Pass-Protektor nutzen würden.

Polamalu hatte die Ravens komplett durchschaut. Bevor Baltimores Quarterback Joe Flacco ihn überhaupt gesehen hatte, hatte Polamalu den Pass schon abgefangen.

"Eine Steelers-Defense hat schon immer etwas Fieses und Böses ausgezeichnet. Es ist definitiv die beste Verteidigung, die wir je hatten, seitdem ich in Pittsburgh bin", unterstreicht Polamalu.

Der Puhlahmalu-Song

Der Rest war eine Demonstration seiner Athletik. Mit seinem berühmten wehenden Haar - der letzte Friseurbesuch datiert aus dem Jahr 2000 - flog Polamalu über das Feld und in die Endzone zum Touchdown.

Wer ihn danach auf der Pressekonferenz hörte, der musste sich wieder einmal fragen, ob das wirklich der gleiche Kerl ist, den man da auf dem Football-Feld immer sieht. Ist das der, der die Spitznamen "The Tasmanian Devil", "The Flying Hawaiian" oder "The Samoan Headhunter" trägt.

Man hört Polamalu kaum, so leise spricht er, der in Pittsburgh Heldenstatus hat und dem sogar ein eigenes Lied gewidmet wurde - der Puhlahmalu-Song.

Er killt seine Gegenspieler mit hammerharten Hits, aber außerhalb des Platzes wirkt er fast schüchtern. Der Grund für diese Widersprüchlichkeit liegt sicherlich zu einem großen Teil an seiner Herkunft.

Der schüchterne Junge von nebenan

Polamalu wurde zwar in Kalifornien geboren, ist aber von samoanischer Abstimmung und mittlerweile bekennender Christ und Anhänger der griechisch-orthodoxen Kirche.

Er machte Pilgerreisen nach Griechenland und in die Türkei und beteiligt sich in seiner Freizeit aktiv in seiner Gemeinde, beispielsweise in der Offseason an Osterprozessionen.

Polamalu ist kein Football-Junkie. Wenn er zu Hause ist, laufen keine Football-Spiele im Fernsehen, und er verbringt auch wenig Zeit mit seinen Mitspielern. Nicht, weil er keine Lust hat, mit seinen Kollegen loszuziehen, sondern weil es einfach nicht seine Art ist.

Es nimmt ihn niemand übel, denn alle wissen, dass sich der schüchterne Junge von nebenan sonntags auf Garantie zum besten Safety der Liga transformiert und erheblichen Anteil am Erfolg der Steelers hat.

Troy Polamalu - ein Freak im positivsten Sinne.

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