Freitag, 18.01.2008

NFL

Eiseskälte für Halbfinals der NFL erwartet

Boston - Der Weg zur Sonne führt durch den Eisschrank. Wer zittert sich zum Superbowl am 3. Februar in Glendale/Arizona? Diese Frage zielt vor den Halbfinals in der National Football League (NFL) weniger auf die sportliche Dramaturgie, als auf die vorausgesagten Temperaturen ab.

In der heißesten Phase der Saison droht nicht nur den Verlierern der Spiele zwischen den New England Patriots und den San Diego Chargers sowie den Green Bay Packers und den New York Giants ein kalter Schauer.

Für Green Bay sind minus 16 Grad vorhergesagt, in Boston sollen es minus sechs Grad werden. "Aufgrund der Vorhersage gibt's für uns nur ein Motto: Warm anziehen", betonte New Englands Trainer Bill Belichick.

Alle werden damit klar kommen 

Gleiches könnte auch die Devise der San Diego Chargers sein - und zwar im doppelten Sinne. Zum einen haben die Patriots alle 17 Saisonspiele gewonnen, zum anderen sind es in San Diego Mitte Januar durchschnittlich 18 Grad.

"Unsere Jungs kommen von überall her, einige sind Kälte gewöhnt, andere haben bei Kälte gespielt. Wenn das Spiel beginnt, sind die Temperaturen nebensächlich. Alle werden schon damit klar kommen", meint Trainer Norv Turner.

Weitaus mehr beunruhigt ihn die Verletztenmisere. Mit Runningback LaDainian Tomlinson und Quarterback Philip Rivers fielen seine Topstars beim 28:24 bei Meister Indianapolis Colts mit Knieverletzungen aus. Bei beiden entscheidet sich ein Einsatz erst vor Spielbeginn.

Im Schnitt zwölf Punkte Vorsprung 

Doch selbst wenn beide spielen können sind die Chargers krasser Außenseiter. New England ist diese Saison so dominant wie seit 36 Jahren kein Team mehr im US-Profisport. Mit 17 Siegen haben die Pats den Uraltrekord der Miami Dolphins aus dem Jahr 1972 eingestellt.

Ein Erfolg bedeutet nicht nur den Einzug in den Superbowl, sondern auch eine neue Bestmarke - und davon haben die Patrioten bereits reichlich. Mit 50 Touchdownpässen schrieb Quarterback Tom Brady ebenso NFL-Geschichte wie Wide-Receiver Randy Moss mit seinen 23 Touchdowns. Und auch die 589 Punkte aus der regulären Saison hat vorher noch kein Team erreicht.

Seine Partien hat New England im Schnitt mit zwölf Punkten Vorsprung gewonnen. Und so sind sich die Experten sicher, dass wohl nur die Kälte das Team auf dem Weg nach Arizona stoppen kann.

Die Bälle fliegen anders 

Unaufhaltsam scheint auch Brett Favre. Der 38-Jährige ist der älteste Quarterback und hat mit seinen Packers das jüngste Team der Liga um sich. Im dichten Schneetreiben hatte Favre beim 42:20 am vergangenen Samstag gegen die Seattle Seahawks den Überblick behalten und führte sein Team ins Halbfinale. "Die Bälle fliegen anders und Dinge könnten passieren, die sonst so nicht passieren. Aber da müssen wir alle in den drei Stunden durch", gibt er sich auch für Sonntag optimistisch.

Minustemperaturen sind alle in Wisconsin gewöhnt - Footballer und Fans. Im Lambeau-Field wurde auch der Kälterekord aufgestellt. Am 31. Dezember 1967 wurden die Packers durch ein 21:17 gegen die Dallas Cowboys Meister.

Keine Footbälle im Eisfach 

Wegen der Temperaturen von minus 25 Grad ging das Spiel als Icebowl in die Geschichte ein. An diesem Ort wollen sich die New York Giants erstmals seit sieben Jahren wieder für das Endspiel qualifizieren. "Wir werden keine Zeit verschwenden und uns über das Wetter unterhalten.

Wir haben vor unseren Trainingseinheiten auch keine Footbälle ins Eisfach gepackt, um uns daran zu gewöhnen", stellte Trainer Tom Coughlin klar. Er weiß, dass auf die Sieger des Sonntags die Sonne wartet. Denn in Glendale bei Phoenix beträgt die Durchschnittstemperatur Anfang Februar 20 Grad - warme Aussichten.


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