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Knicks: arrogant, faul, inkompetent

Mobbing gegen Zwölfjährige

Von Haruka Gruber
Freitag, 04.01.2008 | 12:42 Uhr
Knicks, Fans, Thomas
© Imago
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München - Selbst Al Gore dürfte nicht gut auf Isiah Thomas zu sprechen sein. Nicht nur, dass der Coach der New York Knicks eines der traditionsreichsten NBA-Teams zu einer Lachnummer verkommen ließ.

Viel schlimmer: Will man den oben abgebildeten Fans Glauben schenken, verursacht Thomas zu allem Überfluss auch noch die globale Klimaerwärmung. Wissenschaftliche Beweise für eine derartige Behauptung sind auf dem Spruchband zwar nicht aufgeführt - aber warum sollte es nicht stimmen?

Immerhin verkörpert Thomas die dunkle Seite wie sonst nur der Imperator aus "Krieg der Sterne". Intrigant soll er sein, machtbesessen mit wahnhaften Ideen.

"Ich will nicht nur die Meisterschaft gewinnen", wurde Thomas nach dem 97:107 gegen Sacramento, der 22. Niederlage im 30. Spiel, zitiert. "Ich will ein Vermächtnis hinterlassen, ich will eine Tradition begründen. Ich will für jeden zukünftigen Trainer und Spieler bei den Knicks eine Blaupause liefern, wie man sich in New York zu verhalten hat."

Pleiten, Pech und Isiah 

Aber warum in die Zukunft schweifen, Mr. Thomas? Sie hinterlassen bereits ein Vermächtnis. 203 Niederlagen seit ihrem Antritt als Präsident vor vier Jahren. Eine beispielslose Serie an Trade-Fehlgriffen. Betriebswirtschaftlich unverantwortlich hohe Personalkosten. Ein Schuldspruch wegen sexueller Belästigung und damit verbundene Zahlung von 11,6 Millionen Dollar Schmerzensgeld an Anucha Browne Sanders.

Fehlgriffe pflastern seinen Weg, für Platz eins im SPOX-Ranking der miesesten, peinlichsten und inkompetentesten Knickerbockers reicht es aber dennoch nicht. Denn in New York gibt es eine Steigerung für alles - auch für Thomas.

PS: Wegen des tragischen Todesfalls seines Vaters läuft Stephon Marbury außer Konkurrenz. Sein zwischenzeitlicher Arbeitsboykott und der darauffolgende dilettantische Erpressungsversuch gegen Thomas sollen jedoch nicht unerwähnt bleiben.

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 5  Quentin Richardson

An und für sich ließ sich Richardson nichts zu Schulden kommen. Wäre da nur nicht das unsägliche Interview vor dem Spiel in Boston gewesen. "Die Medien übertreiben doch. So gut sind die Celtics nicht, die Big Three haben noch nichts gewonnen. Wir haben keine Angst."

Nun ja, die Partie ging mit 59:104 verloren. Hätte Nate Robinson nicht mit dem Buzzer einen Dreier getroffen, der Rekord für die wenigsten Punkte in der Vereinsgeschichte wäre unterboten worden. Q-Richs Kommentar nach Schlusspfiff: "Ich nehme nichts zurück. Ich glaube immer noch, was ich vor der Partie gesagt habe."

 4 

Eddy Curry

Currys Basketball-Wortschatz ist limitiert. Fleiß, Einsatz, Kampf - alles Fremdwörter für den Center. Sein Talent in Kombination mit der Moral von David Lee oder Renaldo Balkman, New York hätte einen Superstar.

Aber so bezahlen die Knicks für einen pubertären Faulpelz neun Millionen Dollar pro Jahr - und bekommen außer ein paar Punkten am Brett nicht viel zurück. 5,1 Rebounds, 0,4 Blocks: Zumindest der Begriff "soft" müsste zum Wortschatz Currys gehören.

 3  Isiah Thomas

Rückblende: Mitte Dezember spricht Thomas über einen möglichen Playoff-Einzug. "Wir haben noch genug Zeit. Ich kenne mein Team. Es kann schnell Feuer fangen und oben angreifen."

Nach vier Niederlagen aus fünf Partien seine neueste Äußerung: "Ich glaube daran, dass wir die Meisterschaft gewinnen werden. Und ich glaube daran, dass ich und ein Großteil des Kaders dies miterleben werden." An dieser Stelle: Wie buchstabiert man realitätsfremd?

 2 

James Dolan

Thomas mag das Übel sein, Dolan ist die Wurzel von alldem. Der Klubbesitzer war es, der Zeke holte und dessen Vertrag letzte Saison verlängerte. Die Frage ist: Nutzt es den Knicks überhaupt, wenn Thomas gefeuert werden würde?

"Ist doch egal, ob Dolan irgendwann mal kapiert, dass Isiah das Team killt. Jimmy wird danach sowieso den nächsten Schwachkopf holen", zitiert die "Daily News" einen NBA-Manager.

Die offensichtliche Inkompetenz Dolans ging sogar soweit, dass selbst NBA-Commissioner David Stern im Zuge des Sanders-Prozesses sagte: "Die Knicks sind sicherlich kein Paradebeispiel für intelligente Klubführung." Autsch!

 1 

Die Knicks-Fans

Selbstverständlich ist es nachvollziehbar, wenn die Anhängerschaft Spiel ein, Spiel aus "Fire Isiah", "Fire Dolan" oder "Fire wen auch immer" skandiert. Aber für die folgende Episode gibt es keine Entschuldigung, egal wie groß der Frust ist.

Beim Gastspiel der Dallas Mavericks im Dezember tritt in der Halbzeit-Pause ein zwölfjähriger Junge auf das Parkett und singt "New York, New York" - was die Fans mit einem Pfeifkonzert quittieren. Ein Zwölfjähriger! Ausgepfiffen!

Dallas' Jerry Stackhouse: "Ich habe in New York schon einiges erlebt. Aber das..."

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